Großrazzia der Polizei

Koks, Minderjährige, Munition: Großfamilie betrieb in Stuttgart eine Maschinerie des Verbrechens

Von der Polizei sichergestelltes Rauschgift auf einem Tisch
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Razzia im Großraum Stuttgart: Rauschgifthändler festgenommen (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Polizei führte am Dienstag eine groß angelegte Razzia im Großraum Stuttgart durch. Der hierachisch aufgebauten Verbrecherbande wird organisiertes Verbrechen und Rauschgiftkriminalität vorgeworfen.

  • Bereits im Juli 2019 gelangte die Kriminalpolizei Stuttgart durch umfangreiche Ermittlungen auf die Spur der Verbrecher.
  • Bei der Razzia im Großraum Stuttgart durchsuchte die Polizei am Dienstag über 20 Objekte und nahm Mitglieder einer organisierten Verbrecherbande fest.
  • Der Stuttgarter-Gruppe wird organisierte Kriminalität und der Handel mit Rauschgift vorgeworfen. Zu der Hierachie des Rauschgiftrings gehörten auch Minderjährige.

Stuttgart - Eine groß angelegte Razzia führte am Dienstag im Großraum Stuttgart zur Festnahme von elf Hauptverdächtigen eines Rauschgiftrings. Gegen die Festgenommenen lag ein Haftbefehl vor. Es handelt sich um organisiertes Verbrechen und Handel mit Rauschgift im großen Stil.

In Kooperation mit den Polizeipräsidien Ludwigsburg und Reutlingen, durchsuchten Beamte des Polizeipräsidiums Stuttgart am Dienstagmorgen insgesamt 23 Objekte der mutmaßlichen Rauschgift-Händler. Zu den durchsuchten Objekten zählten Privatwohnungen, Arbeitsstätten und Garagen. Insgesamt waren Hunderte Beamte im Großraum Stuttgart im Einsatz. Neben den elf Hauptverdächtigen nahm die Polizei auch eine 20-jährige Mittäterin fest. Fünf weitere Tatverdächtige setzten sie nach Abschluss der polizeilichen Untersuchung wieder auf freien Fuß.

Razzia im Großraum Stuttgart: Rauschgiftring war hierarchisch strukturiert

Die im Zuge der Großrazzia in Stuttgart festgenommenen Tatverdächtigen agierten als Bande in einem Rauschgiftring mit geordneten und hierarchischen Strukturen. Die Kriminalpolizei Stuttgart gelangte bereits im Juli 2019 auf die Spur der Verbrecher.

Die Festgenommenen stehen im Verdacht, im Raum Stuttgart mit großen Mengen an Rauschgift gehandelt zu haben - darunter vor allem Marihuana und Kokain. Laut Angaben der Polizei übernahm jedes Mitglied der Verbrecherbande innerhalb der Struktur eine bestimmte Aufgabe. Dabei sollen auch Minderjährige beteiligt gewesen sein. Die Polizei Stuttgart spricht in der Pressemitteilung vom Dienstag von einer „Maschinerie des organisierten Rauschgifthandels“.

Durchsuchungen in Stuttgart: Mehrere hundert Gramm Marihuana und andere Drogen sichergestellt

Bei der Razzia im Großraum Stuttgart beschlagnahmten die Ermittler mehrere Hundert Gramm Marihuana, geringe Mengen Haschisch und Kokain sowie mehrere Zehntausend Euro in bar. Neben den Drogen stellten die Beamten bei der Durchsuchung der Objekte auch Munition, Elektroschocker und Mobiltelefone sicher. Die Telefone werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch ausgewertet. Die Ermittlungen dauern an.

Nach Angaben der Kriminalpolizei Stuttgart sind die festgenommenen Tatverdächtigen zwischen 17 und 42 Jahre alt. Die elf Haupttatverdächtigen haben die deutsche sowie die türkische Staatsbürgerschaft. Sie sollen außerdem teilweise miteinander verwandt sein. Die elf Tatverdächtigen, und die 22-jährige Deutsche, die als Mittäterin verhaftet wurde, wurden am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt.

Am Mittwochnachmittag ereignete sich in Stuttgart ein Unfall. Ein offenbar unter Drogen stehender 37-Jähriger fuhr mit seinem Skoda auf die andere Fahrspur und streifte einen entgegenkommenden Mercedes. Der Verursacher versuchte anschließend, zu Fuß zu fliehen.

Die Polizei Stuttgart nahm eine Frau im Stadtteil Feuersee fest. Ihr wird vorgeworfen, mehrere Passanten auf der Straße bespuckt und beleidigt zu haben. Eine solche Handlung ist wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg besonders verwerflich.

Ein 13-jähriger Junge aus dem Kreis Reutlingen starb nach der Einnahme einer Ecstasy-Tablette. Er erlitt zunächst heftige Krämpfe und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Tablette gab ihm ein älterer Junge, der sie möglicherweise im Darknet erworben hatte.

In Baden-Württemberg kam es in mehreren Landkreisen zu Razzien gegen sieben Männer aus Gambia. Die Männer stehen unter Verdacht, Menschen gefoltert, misshandelt und ermordet zu haben. Der Generalbundesanwalt ermittelt nun im Sinne des Völkerstrafgesetzbuchs gegen die gambischen Asylbewerber.

Ebenfalls in Reutlingen trug sich jedoch auch Kurioses zu. Anfang Juni pflanzte ein Unbekannter Cannabis-Pflanzen direkt vor das Revier der Polizei. Diese merkte davon nichts, weshalb die Pflanzen ungestört wachsen konnten. Erst ein Anrufer machte die Polizisten darauf aufmerksam und die Pflanzen wurden wieder entfernt.

Die Meldungen über Drogendelikte in der Region lassen nicht nach. Am 16. Juli durchsuchte die Polizei Stuttgart die Wohnung eines 25-Jährigen, der mutmaßlich mit LSD handeln soll. In der Wohnung des Tatverdächtigen fanden die Ermittler jede Menge Drogen. Nach dem mutmaßliche Rauschgifthändler wird gesucht.

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