Nach kontroversem Vergleich

„Anlass, an Stauffenberg zu denken“: Ex-AfDler aus Stuttgart nach Aussage auf Anti-Corona-Demo angezeigt

Heinrich Fiechtner mit Megafon in der Hand.
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Das frühere AfD-Mitglied Heinrich Fiechtner hat mit Vergleichen zum Dritten Reich bei einer Anti-Corona-Demo für Aufsehen gesorgt.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Das frühere AfD-Mitglied Heinrich Fiechtner war am Wochenende bei der Querdenken-Demo in Berlin. In einem Twitter-Video fiel der Stuttgarter mit fragwürdigen Aussagen auf.

Berlin - Rund 5.000 Menschen nahmen am vergangenen Samstag an den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin teil. Unter ihnen war auch Heinrich Fiechtner. Der Ex-AfD-Abgeordnete aus der Landeshauptstadt Stuttgart ist ein bekanntes Gesicht auf Demonstrationen, die von der Querdenken-Bewegung organisiert werden. Dabei fiel er mehrfach schon mit äußerst fragwürdigen Äußerungen auf.

Auch in der Bundeshauptstadt hat der Stuttgarter Arzt während der Proteste in einem kurzen Video nun erneut Aufmerksamkeit erregt. In dem rund 40 Sekunden dauernden Twitter-Clip äußert sich Heinrich Fiechtner zu den Corona-Maßnahmen der Bundesrepublik, die er als „kontinuierlichen Anschlag gegen die Freiheits- und Bürgerrechte“ bezeichnet. „Der Staat“, so Fiechtner weiter, „zeigt immer mehr seine hässliche, diktatorische, faschistische Fratze“.

Ex-AfDler Heinrich Fiechtner zieht Vergleiche zum Dritten Reich

Letztlich sei dies „ein Anlass, an Stauffenberg zu denken und an das, was er gemacht hat oder machen wollte, um den Bürgern wieder Freiheit zu schaffen und sie von dieser Tyrannei zu befreien“. Dabei bezieht sich Heinrich Fiechtner offenbar auf Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der im Dritten Reich mit einem letztlich gescheiterten Anschlag und Staatsreich versucht hatte, Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu leisten. Fiechtners weiterer Wortlaut: „Man kann diese Tyrannei durchaus an einzelnen Personen festmachen. Und hier ist dringende Abhilfe geboten. Wie das gehen soll, weiß ich nicht.“

Heinrich Fiechtner wäre nicht der erste „Querdenker“, der in der Corona-Pandemie kontroversen Parallelen zum Dritten Reich zieht: Ein Politiker aus Baden-Württemberg setzte den Lockdown mit einem Konzentrationslager gleich, ein elfjähriges Mädchen verglich sich mit Anne Frank. Konsequenzen blieben für die Betroffenen meist aus.

Heinrich Fiechtner hat sich mit seinen Aussagen eine Strafanzeige eingehandelt

Einen anderen Verlauf könnte es nun für Heinrich Fiechtner nehmen. Denn wegen seiner Aussagen hat sich der Ex-Politiker eine Strafanzeige eingehandelt. Unter den zahlreichen Kommentaren und Retweets, die sich kritisch mit dem Video auseinandersetzen, sehen viele in den Äußerungen des Arztes einen Aufruf zu Attentaten und Anschlägen. Darunter auch Peter Heilrath, Bundestagsabgeordneter der Grünen aus München, der auf seinem Twitter-Account verkündet, eine Strafanzeige gegen Fiechtner erstattet zu haben - wegen öffentlichen Aufrufen zu Straftaten verkündet. „Ob es auch Hochverrat gegen den Bund sein könnte, müsste geprüft werden“, schreibt Heilrath.

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