„Querdenken 711“

Corona-Leugner auf dem Schulweg: „Querdenker“ schockieren mit Kinder-Aktion

Ein kleiner Junge trägt einen Mund-Nasen-Schutz. (Symbolbild)
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Aktivisten der Initiative „Querdenken 711“ wollen Kinder auf ihrem Schulweg auf Corona-Masken ansprechen. Die Aktion erntet starke Kritik.
  • Zülal Acar
    vonZülal Acar
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Die Initiative „Querdenken 711“ soll am 9. November Kinder auf ihrem Schulweg ansprechen. Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt vor der umstrittenen Aktion.

Berlin - „Finger weg von unseren Kindern!“ lautet die Forderung: Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) warnt damit vor der Instrumentalisierung von Kindern durch die Initiative „Querdenken 711“ (*BW24 berichtete). Die Corona-Skeptiker sollen am heutigen Montag vorhaben, Kinder auf dem Schulweg anzusprechen und Fake-Masken zu verteilen. Die „Querdenker“ sollen demnach eine Million der sogenannten „Solidfacts-Mundbedeckungen“ - also Masken ohne bewiesene Schutzwirkung an 1.000 Schulen aushändigen. Die Initiative hatte zuvor in Konstanz mehrere Protestaktionen veranstaltet.*

„Querdenker“: Sympathisanten sollen Fake-Masken an Kinder verteilen

„Nach unseren Informationen sollen Kinder (am) Montag auf dem Schulweg angesprochen, und ihnen eine unwirksame Maske mit einem Logo der Initiative und eine CO2-Messung unter dieser Maske angeboten werden, um auf die angebliche Gefährlichkeit und Unwirksamkeit der Masken hinzuweisen“, sagte DKHW-Präsident Thomas Krüger. Das sei aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes eine „perfide Instrumentalisierung“ der Kinder.

Die Initiative will jedoch nichts von all dem wissen und bestreitet die Aktion. Es handele sich lediglich um einen Versuch, bei dem Lücken in der internen Kommunikation gefunden werden sollen. Die Initiative „Querdenken 711“ ist bekannt für ihre ablehnende Haltung zur Corona-Politik. Erst im September hatten sich in Stuttgart die „Querdenker“ zu einer Kundgebung* gegen die Corona-Maßnahmen* versammelt, unter ihnen waren auch Rechtsextreme und sogenannte Reichsbürger.

„Querdenken 711“: Teams sollen CO2-Werte unter den Masken messen

Behörden in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz hatten vor dem Vorhaben der „Querdenker“ gewarnt. Mitglieder der Initiative „Querdenken 711“ sollen vor den Schulen an mehreren Posten CO2-Messungen der Atemluft der Kinder unter ihren Masken anbieten. Das Ziel: die vermeintliche Schädlichkeit der Corona-Masken anschaulich darzustellen. Außerdem sollen Eltern, die mit den „Querdenkern“ sympathisieren, den Schulkindern unwirksame Masken aushändigen. Ob und in welchen Ausmaßen es am heutigen Montag nun wirklich zu den geplanten Aktionen kommt, ist unklar.

Das Deutsche Kinderhilfswerk aus Berlin „ruft alle Eltern in Deutschland dazu auf, ihre Kinder auf die geplante Aktion hinzuweisen und ihnen den Rücken zu stärken, damit sie sich nicht verunsichern lassen“, heißt es weiter auf der Seite des DKHW. *BW24 ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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