Nach Demo-Winterpause

„Querdenker“ rufen zur Corona-Demo in Stuttgart - ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag

Michael Ballweg, "Querdenken"-Gründer, hält eine Rede während der Demonstration.
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Michael Ballweg, Kopf der Initiative „Querdenken 711“ kündigt die erste Großdemo in 2021 in Stuttgart an.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Bei der corona-skeptischen Initiative „Querdenken 711“ war es längere Zeit ruhig. Nun rief Initiator Michael Ballweg wieder zur Corona-Demo in Stuttgart auf - ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag.

Stuttgart - Seit Beginn der Pandemie aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg stießen die Maßnahmen zum Infektionsschutz auf Kritik. Viele Demonstrationen gegen die Verordnungen wurden von der corona-skeptischen Initiative „Querdenken 711“ aus der Landeshauptstadt Stuttgart initiiert. Im Laufe des vergangenen Jahres fanden Protestaktionen in vielen Städten im Südwesten, aber auch in ganz Deutschland statt. Zuletzt machte die Initiative mit einer drastischen Forderung von sich Reden. Nachdem sie lange Zeit gegen die Verordnungen demonstriert hatten, forderten die Corona-Gegner plötzlich einen Mega-Lockdown.

Vor wenigen Tagen trat aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg und mehreren entdeckten Virusmutationen ein verlängerter und verschärfter Lockdown bis zum 14. Februar in Kraft. Seit dem 25. Januar sind beispielsweise nur noch medizinische Masken im Nahverkehr und beim Einkaufen erlaubt. Die Stuttgarter Initiative hatte jedoch deutlich andere Vorstellungen von einem „Mega-Lockdown“ formuliert. Nach einer mehrwöchigen Demonstrationspause kündete Michael Ballweg, Kopf der Initiative „Querdenken 711“, auf der Plattform YouTube die erste große Protestaktion im neuen Jahr in Stuttgart an. Sie soll am morgigen Mittwoch stattfinden, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Querdenken 711: Erste Protestaktion 2021 angekündigt - Autokorso durch Stuttgart

Der Unternehmer und Kopf der Initiative Querdenken 711, Michael Ballweg, hatte an Weihnachten zu einer Pause der Großdemos gegen die Corona-Verordnungen aufgerufen. Laut der dpa habe er in einer Videobotschaft auf der Internetseite der Bewegung argumentiert, den Winter nutzen zu wollen, um neue Kräfte zu sammeln. Kurz nach der von Bund und Ländern beschlossenen Lockdown-Verlängerung soll die Pause am 27. Januar beendet werden. In einem Video auf YouTube kündete Ballweg an, an diesem Mittwoch mit einem Autokorso durch die Landeshauptstadt gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen demonstrieren zu wollen.

Die erste große Corona-Demo im neuen Jahr findet damit ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag statt, mit dem seit 1996 den Opfern des Nationalsozialismus gedacht wird.

Die erste große Protestaktion der Initiative Querdenken 711 soll laut Angaben der Stadt Stuttgart am Mittwochabend gegen 17.30 Uhr mit einem Autokorso durch die Landeshauptstadt beginnen. Bei den Demonstrationen der Bewegung war zuletzt eine immer deutlichere Radikalisierung festzustellen. Bei einer Großdemo in Berlin stürmten sogar Rechtsextreme den Bundestag. Die Stuttgarter Initiative distanzierte sich zwar von den Extremisten und verlegte die folgende Protestaktion nach Konstanz.

Durch die zunehmend radikaleren Aktionen werden die „Querdenker“ inzwischen jedoch vom Verfassungsschutz in Baden-Württemberg überwacht. Mehrere maßgebliche Akteure der Bewegung werden vom Landesamt, dem Milieu der Reichsbürger und Selbstverwalter zugeordnet, die die Existenz der Bundesrepublik leugnen und demokratische und rechtsstaatliche Strukturen negieren, berichtet die dpa.

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