Alternativer Antrieb

Porsche will längst vergessene Alternative zum E-Auto einführen

Der „Taycan s“, das erste rein elektrisch angetriebenen Fahrzeug des Sportwagenherstellers Porsche, wird auf der IAA präsentiert.
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Porsche forscht an alternativen Antrieben zum E-Auto.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Wird das die Alternative zum E-Auto? Porsche-Chef Oliver Blume hat sich jetzt ausdrücklich für Wasserstoff-Antrieb für Autos ausgesprochen.

Stuttgart - Die Porsche AG mit Sitz in Stuttgart hat trotz der Corona-Pandemie Gewinn gemacht. Damit ist Porsche nahezu einzigartig in der Autobranche. Der elektrische Taycan übertrifft alle Absatzerwartungen. Neben dem E-Auto setzt Porsche auf weitere alternative Antriebe. Erklärtes Ziel des Fahrzeugherstellers ist es, seinen CO2-Ausstoß von 2021 bis 2030 um rund 50 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.

Porsche befürchtet jedoch, dass die E-Mobilität alleine nicht reicht, um die CO2-Grenzwerte einzuhalten. Der Autobauer forscht deshalb an einem neuen Antrieb, der in zehn Jahren in Serie gehen soll - dabei handelt es sich um synthetische Stoffe. Im Gegensatz zu Volkswagen (VW) hat sich Porsche-Chef Oliver Blume außerdem noch einmal ausdrücklich für Wasserstoff als Brennstoff für herkömmliche Verbrenner ausgesprochen.

Porsche setzt bei der Gewinnung von Wasserstoff auf erneuerbare Energien

Wasserstoff-Autos sind bislang noch sehr rar gesät, obwohl sie von vielen Seiten als Antriebsart der Zukunft gefeiert werden. Die Brennstoffzellen-Autos tanken zwar Wasserstoff, fahren aber mithilfe eines Elektromotors und sind somit emissionsfrei. Innerhalb der Brennstoffzelle sorgt eine chemische Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff für die Entstehung von Strom. Dieser wird wiederum an den Motor weitergeleitet und treibt das Auto an.

Da Wasserstoff nicht in reiner Form in der Natur vorkommt, muss er aus Wasser und Erdgas hergestellt werden. Das ist kostspielig. Hinzu kommt ein hoher Verbrauch durch Lagerung und Transport. Für Porsche liegt die Lösung in der Herstellung von Wasserstoff durch erneuerbare Energien.

Porsche-Chef Blume: „Viele Vorteile gegenüber reinem Wasserstoff“

Voraussetzung für den Einsatz von Wasserstoff sei, dass er „an Orten auf der Welt produziert werde“, wo „nachhaltige Energie im Überschuss vorhanden ist“, so Blume gegenüber dem Magazin Auto Motor Sport. „Aus der Synthese mit CO2 aus der Luft wird grünes Methanol erzeugt und in Kraftstoff umgewandelt.“

Laut Blume habe das Methanol viele Vorteile gegenüber reinem Wasserstoff, nämlich Transport ohne Kühlung sowie den „Einsatz in traditionellen Verbrennungsmotoren mit hoher Effizienz ohne eine zusätzliche Brennstoffzelle im Auto“. Porsche will den Kraftstoff zunächst im Motorsport und den Porsche Experience Centern einsetzen, in Zukunft aber auch bei Fahrzeugen im Bestand.

Neben Porsche setzt auch die Daimler AG auf Wasserstoff als fast vergessene Alternative zum E-Auto. Der Konzern investiert mehr als 100 Millionen Euro in die Forschung zum Wasserstoffantrieb. Zum Einsatz kommen soll die Technologie bei Daimler in Zukunft vor allem im Bereich Fernverkehrs-Lastwagen.

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