Verbrenner, Hybrid und E-Auto

Porsche plant eine spektakuläre neue Fabrik, die den Verbrenner retten könnte

Ein neuer Porsche Macan fährt über die Offroad-Teststrecke am Porsche-Werk in Leipzig (Sachsen), im Hintergrund das diamantförmige Kundenzentrum.
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Bei der Porsche AG ist man bisher nicht bereit, den Verbrenner aufzugeben.
  • Julian Baumann
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Porsche verlässt sich weiterhin nicht nur auf E-Autos - der Stuttgarter Sportwagenhersteller plant eine neue spektakuläre Fabrik, die den Verbrenner retten könnte. 

Stuttgart - In der Autobranche dreht sich aktuell alles um die E-Mobilität. Die Porsche AG aus der Landeshauptstadt Stuttgart hat mit dem ersten vollelektrischen Sportwagen bereits ein Erfolgsmodell vorgestellt: Der Taycan ist inzwischen das meistverkaufte Fahrzeug von Porsche und schlägt sogar den beliebten 911.

Während die Daimler AG ihren Fokus zunehmend nur noch auf E-Autos setzt, geht der Sportwagenhersteller aus dem Stadtteil Zuffenhausen einen anderen Weg. In einer spektakulären neuen Fabrik soll zukünftig auf alternative Antriebe gesetzt werden. Das könnte auch den Verbrenner retten, der aktuell immer weiter vernachlässigt wird.

Trotz des riesigen Erfolges des Taycan ist die Porsche AG bei E-Autos noch immer skeptisch. Laut Entwicklungsvorstand Michael Steiner glaubt der Hersteller weiterhin an den Dreiklang aus klassischem Verbrenner, Plug-in-Hybriden und den reinen E-Autos, wie auto-motor-und-sport.de berichtet. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller hatte schon vor einiger Zeit bekanntgegeben, an einem neuen Antrieb zu arbeiten, der weder elektrisch noch mit Wasserstoff funktionert. Die Erforschung der sogenannten E-Fuels soll nun intensiviert werden, in einer neuen Fabrik. Dort wird auch der beliebte 911 auf den synthetischen Kraftstoff vorbereitet.

Porsche AG: Stuttgarter Sportwagenhersteller will stärker in E-Fuels investieren

Bei der Porsche AG im Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen ist man nicht bereit, den Verbrenner einfach aufzugeben. Im Gegenteil: Laut Michael Steiner wird der Verbrennermotor die Autowelt noch viele Jahre dominieren. Deshalb sei die Technologie der E-Fuels für Porsche ganz besonders wichtig, außerdem bestehe auch ein Großteil der Bestandsflotte von Porsche aus Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. „E-Fuels müssen aus unserer Sicht mit bestehenden Motoren funktionieren, weil unsere Fahrzeuge sehr lange gefahren werden“, sagte Steiner. Eigene Motoren für die neue Technologie wolle man jedoch nicht entwickeln.

Das Ziel der Forschung an den E-Fuels ist es, Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren zu entwickeln, die sich in ihren Grundeigenschaften nicht von erdölbasiertem Benzin unterscheiden, aber CO2-neutral produziert werden können. Laut auto-motor-und-sport.de will die Porsche AG sich vor allem in technischer Hinsicht einbringen. „Wir wollen die E-Fuels im ersten Schritt den konventionellen Kraftstoffen beimischen“, sagte Michael Steiner. Später wolle man jedoch auch selbst Kraftstoffe designen, mit dem Ziel, die E-Fuels als einzigen Antrieb zu verwenden.

Porsche AG: Produktion der Kraftstoffe soll in spektakulärer neuer Fabrik in Chile getestet werden

Um die Funktion der neuen Kraftstoffe testen zu können, baut die Porsche AG zusammen mit dem Energiekonzern Andes Mining & Energy (AME), Siemens Energy und dem italienischen Stromversorger Enel eine Pilotanlage im Süden von Chile auf, wie Automobilwoche berichtet. Dort soll auch der beliebte Neunelfer auf die Verwendung von E-Fuels vorbereitet werden. „Wenn wir gut vorankommen, könnten schon ab 2024 alle weltweit neu verkauften 911 Carrera mit 100 Prozent E-Fuels versorgt werden“, sagte Michael Steiner in seiner Rede zum Start des Projektes. Dabei müsse der Motor des 911 nicht per Modifikation an den neuen Kraftstoff angepasst werden.

Die Porsche AG wählte den Süden Chiles nicht zufällig als Standort der neuen Fabrik aus. Für die Herstellung von E-Fuels ist regenerativer Strom die Voraussetzung. Im besten Fall handelt es sich dabei um überschüssigen Wind- oder Solarstrom, den das Netz nicht aufnehmen kann, wie auto-motor-und-sport.de berichtet.

In Deutschland ist überschüssiger regenerativer Strom eher nicht zu finden. Südamerika biete dagegen Überschüsse, die sich zur Herstellung von E-Fuels eignen. Zudem seien auch die Wetterbedingungen in der Region Patagonien, wo die Pilotanlage entstehen soll, optimal. Dort herrschen beständig starke Winde aus der Antarktis, die den Wirkungsgrad der Anlage steigern, wie das Portal weiter berichtet.

Die Porsche AG plant auch das aktuelle Modell des 911 bald ausschließlich mit E-Fuels betreiben zu können. Nach den ersten Erfahrungen in der Pilotanlage in Chile, will der Stuttgarter Sportwagenhersteller dazu beitragen, dass die Kraftstoffe irgendwann auf Industrieniveau produziert werden können. Das sei bislang noch deutlich zu teuer, wie auto-motor-und-sport.de berichtet.

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