Millionen Aufrufe

Youtuber fährt mit 175.000-Euro-Porsche durch ein Schaufenster - nur für Klicks?

Ein Porsche kommt zum Stehen, nachdem er durch Glasscheiben eines Autohauses gerast ist. Rechts im Bild schlägt ein Mann mit Sonnenbrille die Hände über dem Kopf zusammen.
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Mit einem nagelneuen Porsche Taycan Turbo S bretterte der YouTube-Star durch die Scheiben eines Autohauses.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Der russische Youtube-Star Mikhail Litvin raste mit einem Porsche Taycan Turbo S durch die Fensterscheibe eines Autohauses. Innerhalb kürzester Zeit ging das Video viral. Absicht?

Russland - Schon mehrere Millionen Zuschauer haben auf Youtube das spektakuläre Video des russischen Influencers Mikhail Litvin gesehen. Darin rast der junge Mann mit einem nagelneuen 175.000 Euro teuren Porsche Taycan Turbo S durch die Glasfront eines Autohauses.

Beim Aussteigen behauptet der Youtuber, den Unfall nicht mit Absicht verursacht zu haben. Für das Debakel hat er eine simple Erklärung. Er habe schlichtweg die Pedale vertauscht. Wer Litvins bisherige Videos verfolgt hat, dürfte jedoch skeptisch werden. Alles deutet auf eine Inszenierung anstatt auf einen Unfall hin.

Dass der Youtuber das Auto einfach so gecrasht hat, ist für viele kaum zu fassen - schließlich ist ein Sportwagen der Marke Porsche normalerweise sündhaft teuer. Wer sich jedoch Litvins Vorgeschichte anschaut, findet ähnlich spektakuläre Inszenierungen, die er öffentlich gemacht hat. Erst im Oktober 2020 zündete er einen 639 PS starken Mercedes-Benz AMG Gt 63 S an* - vor laufender Kamera. Angeblich war das Auto mehrfach in der Werkstatt und Litvin war unzufrieden mit dem Service. Das Resultat: 21 Millionen Aufrufe des Videos auf seinem Kanal.

Youtube-Hit: Vieles deutet darauf hin, dass der Porsche-Unfall inszeniert ist

Auch Litvins neuester Streich scheint „Klick-Hascherei“ zu sein. Der Ablauf des Porsche-Videos wirkt gekünstelt und inszeniert. Anfangs sind drei Schauspieler zu sehen, die offenbar Stalin, Lenin und Putin darstellen sollen. Im Gespräch rät der Fake-Putin dem Youtuber, er solle „sein Leben leben“, woraufhin dieser das Autohaus betritt. Nachdem er mehrere Porsche-Fahrzeuge betont kritisch inspiziert hat, setzt Litvin sich in den weißen Taycan Turbo S. Sekunden später brettert er geradeaus durch die Wand, Glassplitter fliegen und das Chaos ist perfekt.

Offenbar um das Video noch dramatischer zu gestalten, folgt auf den Crash ersteinmal eine schwarze Einblendung. Dann sieht der Zuschauer den Kumpel von Litvin, der vor der Porsche-Niederlassung steht und in Reporter-Manier darüber spricht, dass Litvin den Führerschein noch nicht so lange habe. Angeblich zufällig steht er direkt vor der Stelle, an der sein Kumpel just in diesem Moment durch das Schaufenster kracht.

Nicht die einzige Unstimmigkeit: Der Schlüssel lag direkt im Auto. Jeder, der schon einmal eine Niederlassung an einem der Standorte der Porsche AG besucht hat, weiß jedoch: Schlüssel zu den Fahrzeugen liegen nie direkt im Auto. Vieles deutet darauf hin, dass Litvins neuer Video-Hit inszeniert ist.

Fans des Porsche Taycan verärgert: „Das Gehalt für Youtuber sollte mal runtergesetzt werden“

Mit Karacho krachte der weiße Porsche ins Schaufenster des Autohauses.

Eigentlich ist der Porsche Taycan einer der meistverkauften Porsche Europas und damit außerordentlich beliebt. Dass Mikhail Litvin das populäre Modell einfach so durch eine Scheibe fahren lässt, können Fans des elektrischen Sportwagens nicht fassen und sind stinksauer: „Das Gehalt für Youtuber sollte mal runtergesetzt werden“, schreibt jemand als Reaktion auf das Video bei Facebook. „Durch die Klicks ist der Schaden wieder bezahlt. Eine neue Folierung ist sicher auch noch drin.“ Ein anderer spekuliert: „Vermutlich fackelt er ihn in ein paar Wochen medienwirksam ab, um noch mehr Likes zu bekommen.“ Neben den kritischen Kommentaren wird Litvin im Netz jedoch auch gefeiert.

Über sechs Millionen Abonnenten folgen dem russischen Youtuber und lassen auch fleißig Likes für seine waghalsigen und manchmal unverständlichen Aktionen da. Für den Porsche-Crash wanderten beispielsweise über eine halbe Million virtuelle „Daumen nach oben“. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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