Vision Gran Turismo

Porsche entwickelt ein Auto, das nur virtuell fährt

Der virtuell erstellte Porsche Vision Gran Turismo
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Der Porsche Vision Gran Turismo wurde exklusiv für ein Videospiel gestaltet und existiert nur virtuell - auch wenn er auf dem Bild täuschend echt erscheint.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Der Autobauer Porsche entwickelt ein völlig neues Auto - für ein Videospiel. Der Aufwand ist genauso groß wie bei einem richtigen Sportwagen.

Stuttgart - Autos in ihrer aktuellen Erscheinungsform gehören zur Selbstverständlichkeit auf den Straßen. Einige Marken sind dabei fester mit einer bestimmten Form verbunden, als andere. Dazu gehört mit Sicherheit das Design der Sportwagen von Porsche. Es gerät schnell in Vergessenheit, dass die charakteristischen Rundungen nicht durch ein Fingerschnippen entstanden sind.

Obwohl die Porsche AG ihre ikonische Optik bereits gefunden hat, bedeutet das keinen Stillstand in der Designabteilung des Konzerns. Immer wieder überrascht der Fahrzeughersteller aus Stuttgart mit gewagten Ideen. Der E-Porsche 411 ist mit seiner Ladefähigkeit während der Fahrt ein spektakuläres Konzept. Nicht alle Konzepte und Ideen schaffen es allerdings zur Serienreife. Porsche geht unter anderem deshalb jetzt auch neue Wege. Eigens für das Spiel „Gran Turismo“ hat der Sportwagenhersteller ein virtuelles Modell entwickelt - dabei aber nicht an Details gespart.

Prototyp von Porsche in „Gran Turismo“: Nicht der erste Ausflug in die Welt von Videospielen

Grundsätzlich sind bekannte Marken in Videospielen keine Revolution. Immerhin gibt es die Reihe „Gran Turismo“ bereits seit 1997. Selbst in Rollenspiele wie „Cyberpunk 2077“ hat es schon ein Porsche geschafft. Entsprechend ist ein Porsche im Rennspiel „Gran Turismo“ keine bahnbrechende Neuerung, seit 2017 gibt es die Marke in der Reihe.

Das Erstaunliche ist, dass Porsche nun erstmals gemeinsam mit dem japanischen Entwicklungsstudio Polyphony Digital Inc. ein eigenes Fahrzeugkonzept entwickelt hat - völlig ohne Entsprechung in der Realität. Den „Porsche Vision Gran Turismo“ wird es ab dem 4. März 2022 in der siebten Auflage von „Gran Turismo“ zu bestaunen geben. Das Spiel erscheint dabei exklusiv auf der Playstation. Aber warum entwickelt ein Sportwagenhersteller ein Fahrzeug für ein Videospiel, noch dazu im Bewusstsein, dass es wohl nur beim virtuellen Modell bleibt?

„Porsche Vision Gran Turismo“: Sportwagen im Videospiel hat Vorteile für Designer

„Ein rein für den virtuellen Raum gestaltetes Fahrzeug eröffnet für uns spannende Freiräume, die in einem regulären Designprozess eines Serienfahrzeugs stark reglementiert sind“, erklärt Michael Mauer, Leiter Style Porsche, in einer Pressemitteilung das Projekt. „Diese Modelle bieten Möglichkeiten, deutlich freier und kreativer Ideen zu entwickeln und sind häufig die Basis für Details, die erst Jahre später in einem Serienfahrzeug umgesetzt werden können“, bestätigt auch ein Pressesprecherin gegenüber BW24.

Selbst den Innenraum haben die Designer von Porsche für den virtuellen Vision Gran Turismo detailliert gestaltet.

Man könne durch das Porsche-Modell für Gran Turismo „frei von aktuellen Restriktionen in Bezug auf Baubarkeit, gesetzliche Anforderungen oder Sicherheitsvorgaben“ kreative Ideen visualisieren, so die Sprecherin weiter. Apropos frei von Restriktionen: Obwohl nur für den virtuellen Raum geschaffen, arbeitet Porsche beim Design des Vision Gran Turismo sämtliche Details aus.

Entsprechend liest sich die Pressemitteilung wie die tatsächliche Produktbeschreibung eines realen Porsche: integrierte Lufteinlässe in einer puristisch gestalteten Front, rein elektrischer Antrieb, Heck mit besonders schmal gestaltetem Leuchtenband, ein „gecurvtes“ Hologram-Display und sogar die Materialien sind festgelegt. Man habe sich lange mit „Carbon und Titan“ beschäftigt, selbst Nachhaltigkeit spielt eine Rolle, weshalb alle Materialien vegan seien. Sogar die Höchstgeschwindigkeit mit 350 Kilometern pro Stunde und eine Reichweite von 500 Kilometern stehen fest.

Porsche-Prototyp in „Gran Turismo“: Neben Designprozess steht auch neue Zielgruppe im Fokus

Abgesehen von den Fortschritten und dem Lernen beim Designprozess für den virtuellen Sportwagen verfolgt Porsche natürlich auch andere Absichten. „Videospiele bieten Chancen, da Gaming als Hobby insbesondere in der Generation zwischen 20 und 35 Jahren an Relevanz gewinnt und es Racing-Games ermöglichen, Porsche-Fahrzeuge und den Nervenkitzel im Motorsport interaktiv selbst zu erleben“, so die Sprecherin von Porsche gegenüber BW24.

Mit dem Vision Gran Turismo geht es also auch darum, eine neue Zielgruppe zu erschließen. „Der Vision Gran Turismo ist ein visionärer, rein elektrischer Sportwagen, der die Gaming-Community, die Fans unserer Marke, aber auch generell jeden Freund von ikonischem Design begeistert“, heißt es weiter. Besonders bei Rennspielen könne man die Erfahrungswerte aus etlichen Jahrzehnten als erfolgreiche Motorsportmarke gewinnbringend einsetzen.

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