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Porsche plant Projekt, das in Stuttgart für Zoff sorgt - „das System wird kollabieren“ 

Google Maps zeigt die Umgebung des Stammwerks von Porsche in Zuffenhausen
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Die Porsche AG will den Verkehr zum Stammwerk in Zuffenhausen umgestalten lassen.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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  • Sina Alonso Garcia
    Sina Alonso Garcia
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Die Porsche AG will an ihrem Hauptstandort in Zuffenhausen bei Stuttgart einiges umbauen. Das sorgt für Streit. 

Update vom 10. Dezember, 12.47 Uhr: Die Porsche AG hat an ihrem Hauptstandort im Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen große Pläne. Da sich die Mitarbeiterzahl der Zentrale des weltbekannten Sportwagenbauers allein in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdreifacht hat, will das Unternehmen die Infrastruktur am Werk deutlich erweitern. Ziel ist es, dass die an der Konzernzentrale arbeitenden Mitarbeiter einen besseren Anfahrtsweg zu ihrem Arbeitsplatz haben. Deshalb plant Porsche, den Verkehrsknoten an der Schwieberdinger Straße/Lorenzstraße in Zuffenhausen deutlich auszubauen.

Dass sie Unternehmenszentrale der Porsche AG in Zuffenhausen immer weiter wächst, trifft bei den Bewohnern des Stadtteils allerdings nicht auf Begeisterung. Im Jahr 2012 war zunächst sogar beschlossen worden, die Schwieberdinger Straße als Begleitmaßnahme zum Rosensteintunnel zurückzubauen, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Nun soll allerdings der Rückwärtsgang eingelegt werden und der Verkehrsknoten auch aufgrund des hohen Aufkommens an Porsche-Mitarbeitern, die täglich zur Konzernzentrale fahren, ausgebaut werden.

Porsche AG: Leiter der Verkehrsplanung befürchtet einen Verkehrskollaps vor der Zentrale

Diesem Vorhaben steht laut der Stuttgarter Zeitung allerdings ein Entschluss des Ausschusses für Stadtentwicklung und Technik entgegen. Darin wird gefordert, dass auf die geplante zweite Linksabbiegespur von der Schwieberdinger Straße in die Lorenzstraße verzichtet und die Schwieberdinger Straße durchgängig jeweils nur eine Fahrspur behalten soll. Sollte sich diese Forderung durchsetzen, erwarten Experten am Knotenpunkt der Zentrale der Porsche AG einen regelrechten Kollaps. „Das System wird kollabieren“, machte Stephan Oehler, der Leiter der Abteilung Verkehrsplanung im Amt für Stadtplanung und Wohnen deutlich.

Einer Studie zufolge, die von der Verwaltung in Auftrag gegeben wurde, kann die Ampelanlage an der Kreuzung vor der Zentrale der Porsche AG etwa 1.500 bis 1.600 Fahrzeuge pro Stunde abfertigen, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Das sei jedoch deutlich zu wenig. Laut Stephan Oehler würde das wiederum zu erheblichen Staus mit Wartezeiten von bis zu 45 Minuten am Knotenpunkt in Zuffenhausen führen. Eine mögliche Lösung sei deshalb, die Kreuzung in Absprache mit den Gremien Stück für Stück weiter auszubauen.

Erstmeldung vom 17. November: Stuttgart - In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Mitarbeiter bei der Porsche AG am Hauptstandort Stuttgart-Zuffenhausen nahezu verdreifacht. 2011 waren hier noch 5.000 Mitarbeiter beschäftigt, heute sind es rund 14.000. Auch flächenmäßig hat sich der Stuttgarter Autobauer extrem vergrößert und immer mehr Industrie- und Gewerbeflächen eingenommen. Nun will der Sportwagen-Gigant sein Imperium in der schwäbischen Metropole nochmal erweitern. Diesmal geht es um den Verkehrsknoten an der Schwieberdinger Straße/Lorenzstraße, den Porsche ausbauen möchte.

Aus städtischer Sicht ist die Frage, ob Porsche seine Verkehrsanbindung über die Straße verbessern darf, noch nicht entschieden. Einem Bericht der Stuttgarter Zeitung zufolge hat ein früherer Mehrheitsbeschluss im Technik-Ausschuss des Gemeinderats entschieden, den Verkehr an der betreffenden Stelle rückzubauen. Nun soll sich am 23. November zunächst der Bezirksbeirat Zuffenhausen mit dieser Materie befassen. Hier dürfte die ökosoziale Mehrheit von Porsches Vorhaben jedoch voraussichtlich eher weniger angetan sein - es sei denn, Porsche punktet im Gegenzug beim Mobilitätsmanagement oder der Förderung von Jobtickets für die Bahn.

Porsche argumentiert: „Die Belegschaft muss halt zu ihrem Arbeitsplatz kommen“

„Die Belegschaft muss halt zu ihrem Arbeitsplatz kommen“, begründete Manfred Klima von der Porsche-Bauabteilung das Vorhaben. Werk 4 in Zuffenhausen soll in Zukunft zum zentralen Verwaltungssitz ausgebaut werden. Gleichzeitig betonte Klima, dass Porsche bereits viele Projekte in Sachen Nachhaltigkeit auch am Standort Zuffenhausen ins Rollen gebracht hat. So wurden beispielsweise mehr als 110.000 Quadratmeter Dachflächen begrünt und die Parkplatzquote pro Mitarbeiter von 0,7 auf 0,5 gesenkt.

Bis 2030 will das Unternehmen „bilanziell kohlendioxidneutral“ sein, heißt es. Außerdem habe Porsche bereits Zugeständnisse in Sachen Naturschutz gemacht: So habe das Unternehmen beispielsweise der Schließung des Vicinalwegs durch das Naturschutzgebiet Greutterwald zugestimmt.

Porsche betonte, dass auch andere Firmen Interesse an einem Ausbau der Lorenzstraße hätten, so die Stuttgarter Zeitung. So sei sowohl ein Gebäude von Siemens hier verortet als auch ein Hotelbau auf dem Areal Wolff & Müller. Offenbar unterstützt auch die städtische Verwaltung das Vorhaben: So verkündete Städtebau- und Umweltbürgermeister Peter Pätzold (Grüne), dass die Verwaltung froh über Porsches Entwicklung sei und sich ein gewisser Zuwachs beim Autoverkehr sich zwingend ergebe - selbst, wenn gleichzeitig der Anteil von Bus- und Bahnfahrern steige. Ein Ausbau der Verkehrswege rund um das Stammwerk des Autobauers, für das Porsche eine Entscheidung für Tausende Mitarbeiter getroffen hatte, die bei Daimler undenkbar wäre, stellt aus Sicht der Verwaltung kein Problem dar.

Porsche hat große Pläne - Stuttgarter Gemeinderat ist sich uneinig

Im Stuttgarter Gemeinderat sind die Meinungen zu Porsches Plänen offenbar noch gespalten. „Trotz nahe gelegener S-Bahn-Station und Jobticket-Angebot nutzt die Belegschaft noch zu sehr das Auto“, sagte Björn Peterhoff von den Grünen laut StZ. Seine Fraktion hält von Porsches Verkehrserschließungsplänen daher nichts. Ähnlich sieht es Luigi Pantisano (SÖS), der an Porsches Ziel erinnert, im Jahr 2030 klimaneutral zu sein. Dazu passe der Ausbau des Knotenpunktes rund um das Stammwerk einfach nicht. Stattdessen schlägt er vor, Porsche solle kostenlose Jobtickets anbieten.

Martin Körner von der SPD räumte ein, dass die starke Autonutzung von Porsche-Mitarbeitern auch mit der Schichtarbeit zusammenhängen könnte. Die CDU spricht sich derweil für das Projekt aus. „Wir wollen keine Politik gegen das Auto, sondern für die Menschen machen, die das Auto brauchen“, sagte Stadträtin Beate Bulle-Schmid. Bei der CDU sei das „innovative und umweltfreundliche Unternehmen“ jederzeit sehr willkommen. Auch die FDP und die AfD sicherten ihre Unterstützung des Vorhabens zu.

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