In Unternehmensstrategie verankert

Sterben Sportwagen aus? Porsche-Manager erklärt, wie er die Autos in eine nachhaltige Zukunft retten will

Der Porsche 718 Cayman GT4 mit einer Karosserie aus Naturfaser und Balsaholz.
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Sportwagen und Nachhaltigkeit passen einem Vorstand der Porsche AG zufolge „sehr gut zusammen“.
  • Julian Baumann
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Schnelle Sportwagen stehen eigentlich nicht gerade für Nachhaltigkeit. Einem Vorstand der Porsche AG zufolge ist das aber durchaus vereinbar.

Stuttgart - Die Porsche AG ist weltweit vor allem für die beliebten Sportwagen bekannt. Modelle wie der ikonische 911 oder der Carrera gelten aufgrund ihres hohen Spritverbrauchs jedoch nicht gerade als nachhaltig. Der Autobauer aus der Landeshauptstadt Stuttgart setzt inzwischen doch verstärkt auf alternative Antriebe zu Benzin und Diesel, welche die Marke insgesamt nachhaltiger machen sollen. Mit dem vollelektrischen Taycan feiert die Porsche AG große Erfolge und auch weitere Modelle sollen in Zukunft elektrifiziert werden. Den legendären 911 will die Porsche AG dagegen weiterhin als Verbrenner bauen.

Damit auch der Verbrennermotor der Sportwagen nachhaltig und umweltfreundlich angetrieben werden, forscht die Porsche AG seit einiger Zeit an einem alternativen Antrieb, der weder E-Auto noch Wasserstoff ist. Das Unternehmen errichtete dafür eine revolutionäre Fabrik in Chile. Sportwagen und Nachhaltigkeit klingen zunächst zwar unvereinbar, passen laut Porsche-Vorstand Albrecht Reimold aber „sehr gut zusammen“, wie er gegenüber dem Nachrichtensender Welt sagte.

Porsche AG: Wie der Taycan und der 911 die Sportwagen-Marke nachhaltiger machen sollen

Strom ist beispielsweise durch Windenergie oder andere Möglichkeiten theoretisch unendlich herstellbar, während Ressourcen wie Benzin und Erdöl nur in begrenzten Mengen abgebaut werden können. Demnach sind elektrisch betriebene Fahrzeuge wie der Taycan der Porsche AG auch nachhaltiger als Verbrennermodelle. Beim Thema Nachhaltigkeit kommt den Stuttgartern aber auch die Erfahrung aus dem Motorsport zu Gute. „Wir haben uns immer auch mit Rennsport beschäftigt und dort geht es darum, Ressourcen effizient umzusetzen“, sagte Albrecht Reimold, Mitglied des Vorstands Produktion und Logistik der Porsche AG gegenüber Welt.

Deshalb setzt die Porsche AG laut Reimold auch bei den Sportwagen auf Langlebigkeit und auf Materialien, die eine lange Lebenszeit haben. „Nachhaltigkeit ist bei uns in der Unternehmensstrategie verankert“, sagte das Vorstandsmitglied des Autobauers. „Der Taycan ist neben unserer Ikone 911 ein Produkt, das alle Themen, die hier wichtig sind, beinhaltet.“ Dabei spielt der Druck vonseiten der Politik, die eine drastische Senkung des CO₂-Ausstoßes fordert, nicht die Hauptrolle. „Natürlich muss die Politik klare Grenzen schaffen, aber wir sind bei Porsche verliebt in das Gelingen“, so Reimold. „Es ist nicht der Zwang, sondern wir wollen, deshalb auch die Zielsetzung 2030 und nicht 2040 oder 2050 wie bei manchen anderen.“

Porsche AG: „Sportwagen und Nachhaltigkeit passen gut zusammen“, sagt Vorstandsmitglied

Die Porsche AG setzt demnach bei den Baumaterialien für ihre Sportwagen auf Nachhaltigkeit und beim Antrieb auf die E-Mobilität. Doch auch die Verbrenner-Sportwagen sollen mithilfe der sogenannten „E-Fuels“, die in Chile aus Windenergie gewonnen werden, nachhaltig werden. „Wir setzen auf effiziente Verbrennungsmotoren – auch E-Fuel“, sagte Albrecht Reimold gegenüber Welt. „Da ist Porsche auch Pionier.“ Demnach zeigt die Porsche AG, dass auch schnelle und luxuriöse Sportwagen nachhaltig sein können, auch wenn das zunächst unwahrscheinlich scheint. „Für mich passen Sportwagen und Nachhaltigkeit sehr gut zusammen“, machte Reimold deutlich. Im vergangenen Jahr baute Porsche bereits einen Karosseriebausatz aus natürlichen pflanzlichen Materialien für den Cayman.

Obwohl Sportwagen durch die E-Mobilität oder durch synthetische Kraftstoffe durchaus umweltfreundlich angetrieben werden können, bleibt noch immer der CO2-Verbrauch während der Produktion der Fahrzeuge. Die Porsche AG produziert jedoch laut Reimold schon an allen Werken CO2-neutral. „Hauptsächlich über das Thema Reduktion, aber auch über den Einsatz von regenerativer Energie“, erklärte das Vorstandsmitglied. Damit sei das Thema Nachhaltigkeit bei dem Stuttgarter Autobauer allerdings noch nicht beendet. „Mit meiner Kollegin Barbara Frenkel aus der Beschaffung sind wir intensiv am Thema Lieferketten dran. Auch da setzen wir regenerative Energie ein“, führt Reimold aus.

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