Vorstandschef Oliver Blume

„Riskanteste Entscheidung, die wir je getroffen haben“: Porsche-Chef über E-Auto-Strategie

Ein Porsche Taycan ist an eine Ladesäule angeschlossen.
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Der Porsche Taycan ist für den Sportwagenhersteller zum Meilenstein geworden.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Die Porsche AG erzielt mit dem vollelektrischen Taycan große Verkaufserfolge. Vorstandschef Oliver Blume fiel die Entscheidung für das E-Auto anfangs aber alles andere als leicht.

Stuttgart - Im Herbst 2019 kam der Taycan der Porsche AG auf den Markt. Seither hat sich das erste vollelektrisch betriebene E-Auto der Stuttgarter zu einem beliebten Modell bei Kunden entwickelt. In Europa ist der Taycan mittlerweile der meistverkaufte Porsche - noch vor dem 911, der als Klassiker unter den Verbrennern des Sportwagenherstellers gilt. Rückblickend war die Entscheidung für das E-Modell für Vorstandschef Oliver Blume daher ein Meilenstein.

Die Entscheidung war anfangs aber auch alles andere als selbstverständlich. Im Interview mit dem Handelsblatt betonte der Vorstandschef: „Das war eine der riskantesten Entscheidungen, die wir bei Porsche je getroffen haben. Aber wir hatten den Mut.“

Porsche AG: Zuletzt erlitt der Taycan einen Dämpfer

Der Pioniergeist habe sich ausgezahlt. Das Unternehmen stehe heute auch deshalb so gut da, weil es sich zu dieser „wegweisenden Entwicklung“ entschlossen habe. „Und weil der Taycan bei Kunden wie Experten so beliebt ist.“

Zuletzt erlitt das E-Auto allerdings einen Dämpfer. Der Porsche Taycan wurde wegen eines gefährlichen Softwarefehlers zurückgerufen. Dabei entlud sich die Batterie des Autos mitten in der Fahrt plötzlich. 43.000 Fahrzeuge waren davon betroffen und mussten in der Werkstatt einem Update unterzogen werden. Mittlerweile seien diese Fehler in der Software allerdings behoben, versicherte Oliver Blume.

Porsche AG will sich nicht auf dem Erfolg des Taycan ausruhen

Allein auf dem Erfolg des Taycan will sich das Unternehmen künftig nicht ausruhen. Der Sportwagen sei „ein wichtiger und erster Teil unserer E-Strategie“, so der Vorstandschef. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen 80 Prozent der Flotte Hybride oder komplett elektrisiert sein. „Der Anteil der vollelektrischen Sportwagen wird dabei kontinuierlich zunehmen“, so Oliver Blume.

Die E-Autos stehen zwar im Zentrum der Strategie. Allerdings will der Autohersteller den Verbrenner dabei nicht komplett vernachlässigen. Synthetische Kraftstoffe böten eine Chance, Autos wie den 911er weiterhin am Leben zu halten, so Oliver Blume weiter. Für den Antrieb soll sogenanntes grünes Methanol dienen, das mit regenerativen Energien produziert wird. Mit dem Kraftstoff ließen sich auch Verbrenner wie der 911 künftig CO2-neutral fahren.

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