Porsche Taycan

Porsche Taycan ist beliebtestes E-Auto in der Türkei - aber der Preis schockiert 

Mitarbeiter stehen während einer Showproduktion zur Eröffnung der Produktion des Porsche Taycan, dem ersten rein elektrischen Modell des Sportwagenherstellers, in der Endkontrolle.
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2019 startete die Produktion des Porsche Taycan, dem ersten rein elektrischen Modell des Sportwagenherstellers.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Noch verkaufen sich in der Türkei längst nicht so viele E-Autos wie in Deutschland. Die Verkaufsbilanz bisher zeigt jedoch: Türken bevorzugen besonders Porsche.

Stuttgart - Die Porsche AG hat sich ambitionierte Ziele gesetzt. Schon in zwei Jahren soll jedes drittes Auto der Zuffenhausener mit einem Elektromotor ausgestattet. Langfristig will Vorstandschef Oliver Blume bis 2030 den Anteil der E-Autos in der Gesamtflotte gar auf 80 Prozent steigern.

Dass der Autobauer weltweit auch mit seinen E-Modellen erfolgreich wirtschaften kann, zeigte zuletzt das erste vollelektrisch betriebene Auto. Im vergangenen Jahr wurde 20.000 Taycans verkauft, der in Europa mittlerweile vor dem 911 der meistverkaufte Wagen ist.

Porsche Taycan ist unter den E-Autos am beliebtesten in der Türkei

Auch im Ausland florieren die Verkäufe. In der Türkei etwa ist der Porsche Taycan das beliebteste E-Auto. Dort verkaufen sich zwar noch lange nicht so viele E-Autos wie in Deutschland und Europa - ihr Anteil am Gesamtmarkt beträgt laut FAZ gerade einmal 0,1 Prozent. Auffällig ist jedoch, dass sich besonders häufig der Taycan von Porsche auf den türkischen Straßen bewegt.

Etwa 1.580 E-Autos wurden im vergangenen Jahr verkauft - siebenmal so viele wie im Jahr zuvor und Tendenz weiterhin steigend. Die Verteilung fällt so aus: 39 BMW i3, 44 Audi e-tron, 115 Mini Cooper, 178 Jaguar I-PACE, 135 Renault, 206 Mercedes EQC und 805 Porsche Taycan. Damit ist jedes zweite E-Auto, das in der Türkei verkauft wurde, ein Porsche. Laut FAZ setzt sich der Verteilungstrend ähnlich auch in diesem Jahr fort.

Vor allem Türken, bei denen das Geld locker sitzt, stiegen auf das E-Auto wie den Porsche um. Denn für den herkömmlichen Verbrenner fallen je nach Größe horrende Sondersteuern an. Bei einem Sportwagen mit bis zu 2.000 Kubikzentimeter Hubraum beispielsweise kommt ein Aufschlag von 110 Prozent dazu. Das treibt den Preis extrem in die Höhe. Anders hingegen war das bisher beim E-Auto. Im vorigen Jahr mussten die Käufer, die auf elektrische Fahrzeuge setzten, mit lediglich 15 Prozent Steueraufschlag beim Kauf rechnen.

Porsche AG: Die Preise für den Taycan sind in der Türkei mittlerweile deutlich gestiegen

Mittlerweile hat die türkische Steuerbehörde den Steuersatz allerdings erhöht - von 15 auf 60 Prozent. Ein Taycan, der zuvor 164.000 Euro kostete, steht nun für 246.000 Euro zum Verkauf. Wie sich das künftig auf den Absatz des Porsche Taycans, der zuletzt zudem von einem Rückruf wegen eines Software-Fehlers betroffen war, auswirken wird, lässt sich noch nicht absehen.

Sicher ist: Der Taycan und alle anderen E-Autos bekommen türkische Konkurrenz. Präsident Recep Tayyip Erdogan gab vor drei Jahren den Bau des ersten türkischen vollelektrisch betriebenen Autos bekannt. Ende 2022 soll der „TOGG“ auf den heimischen Markt kommen, 2024 sogar nach Deutschland. Zu den Verkaufspreisen gibt es noch keine Angaben. TOGG-Vorsitzender Gürcan Karakas - ein ehemaliger Bosch-Manager - versicherte jedoch, dass der auf breite Käuferschichten ausgelegte SUV für einen auskömmlichen Preis verkauft werde.

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