Staatsanwaltschaft ermittelt

Porsche soll Kunden jahrelang getäuscht haben - es hat jedoch nichts mit dem Diesel-Skandal zu tun

Das Porsche Logo ist vor einem Gebäude des Automobilherstellers zu sehen.
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Porsche AG: Ermittlungen wegen weltweiter Täuschung von Kunden eingeleitet.
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Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt aktuell gegen die Porsche AG. Dem beliebten Sportwagenhersteller aus der Landeshauptstadt wird vorgeworfen, Kunden weltweit getäuscht zu haben.

Stuttgart - Die Porsche AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart setzt wie viele Autohersteller vermehrt auf die E-Mobilität und synthetische Kraftstoffe. Vor einem Jahr stellte das Tochter-Unternehmen von VW seinen ersten vollelektrischen Sportwagen vor. Der Porsche Taycan ist inzwischen das meistverkaufte Auto des beliebten Herstellers aus der Schwaben-Metropole. Damit schlägt das E-Fahrzeug sogar den Neunelfer. In einem neuen Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stuttgart geht es jedoch um eine Manipulation, die den herkömmlichen Kraftstoff betrifft.

Die Daimler AG, die ihren Hauptsitz ebenfalls in Stuttgart hat, legte erst kürzlich einen Streit in den USA mit einer Ablöse von umgerechnet rund zwei Milliarden Euro bei. Bei dem Verfahren ging es um mutmaßliche Schadstoffmanipulationen. Nun rückt auch die Porsche AG aus dem Stadtteil Zuffenhausen in die Schusslinie. Dem Hersteller wird vorgeworfen, Kunden aus aller Welt über den Kraftstoff-Verbrauch getäuscht zu haben, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (faz) am Mittwoch berichtete.

Porsche AG: Mutmaßliche Kundentäuschung und Steuerhinterziehung

Die Porsche AG machte selbst in der Corona-Krise einen Milliardengewinn und hängte andere Automarken ab. Insgesamt steht der Hersteller damit besser da als die meisten anderen Autohersteller. Ein neuer Skandal könnte die beliebte Marke jedoch in Verruf bringen. „Wir haben ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegenüber der faz. Laut Angaben der Zeitung beziehen sich die Vorwürfe der Ermittler auf den Zeitraum zwischen 2007 und 2017.

Explizit geht es bei dem Ermittlungsverfahren um eine mutmaßliche Manipulation des Kraftstoff-Verbrauchs der teuren Sportwagen. „Es besteht der Verdacht, dass aufgrund von Manipulation bei Zertifizierungsmessungen Fahrzeuge der Porsche AG über keine wirksame Typ-Genehmigung verfügten, dass Käufer über den tatsächlichen Verbrauch getäuscht wurden und dass es in mittelbarer Täterschaft zu Steuerhinterziehung kam“, sagte die Sprecherin gegenüber der faz.

Porsche AG: Kraftfahrtbundesamt setzt Erteilung der Typgenehmigungen aus

Laut Angaben der faz setzte das Kraftfahrtbundesamt (KBA) die Erteilung von Typgenehmigungen bei der Porsche AG vorübergehend aus. Grund dafür war eine interne Information, die über Unregelmäßigkeiten in dem Stuttgarter Unternehmen berichtete. Während eines zweitägigen Besuchs bei Porsche in der Landeshauptstadt habe das KBA jedoch ausdrücklich bestätigt, dass die laufende Produktion nicht von Unregelmäßigkeiten betroffen sei. „Es geht um Fahrzeuge, die heute nicht mehr produziert werden“, betonte ein Sprecher der Porsche AG gegenüber der faz.

Inzwischen arbeitet die Porsche AG an alternativen Antrieben, die weder E-Auto noch Wasserstoff sind. Die sogenannten E-Fuels könnten nach Angaben von Bill Gates sogar die E-Mobilität verdrängen.

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