E-Mobilität Revolution

Porsche gelingt revolutionärer Schritt bei der Herstellung von E-Autos

Ein weißer Porsche Tacan bei einer Messe
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Der vollelektrische Sportwagen Taycan ist das Aushängeschild der E-Mobilität im Hause Porsche.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Wie viele deutsche Hersteller setzt auch die Porsche AG auf das E-Auto. Dem Unternehmen aus Stuttgart gelang nun ein revolutionärer Schritt bei der Herstellung des Antriebs.

Stuttgart - In der deutschen Automobilbranche setzen die meisten Hersteller verstärkt auf die E-Mobilität. Die Porsche AG stellte in diesem Jahr ihren ersten vollelektrischen Sportwagen vor. Der Taycan ist inzwischen sogar das meistverkaufte Fahrzeug der Porsche AG.

Insgesamt gibt es bei der kompletten Umstrukturierung der Produktion auf E-Autos noch einige Hürden zu überwinden. Beispielsweise sind die Batterien zum einen noch sehr schwer und die Fahrzeuge durch die neue Technologie auch deutlich teurer als Autos mit konventionellem Antrieb.

Der Porsche AG, die strukturell zur Volkswagen AG gehört, gelang nun jedoch erstmals ein revolutionärer Schritt bei der Herstellung von E-Autos. Der Stuttgarter Sportwagenbauer stellte ein komplettes Gehäuse eines E-Antriebs im 3D-Drucker her, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung mitteilte. Dieser Erfolg könnte gleich mehrere Probleme der E-Mobilität lösen.

Porsche AG: Revolutionärer Schritt - Unternehmen stellt Antrieb im 3D-Drucker her

Trotz des großen Erfolges des Taycan ist die Porsche AG bei E-Autos noch skeptisch. Das weltbekannte Unternehmen aus dem Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen arbeitet jedoch mit Hochdruck an der neuen Technologie und kann nun erstmals einen revolutionären Erfolg vorweisen. Die Motor-Getriebe-Einheit aus dem 3D-Drucker habe alle Qualitäts- und Belastungsprüfungen ohne Probleme bestanden, teilte der Porsche mit. „Damit haben wir nachgewiesen, dass sich die additive Fertigung mit all ihren Vorteilen auch für größere und hochbelastete Komponenten eines Elektro-Sportwagens eignet“, sagte der Projektverantwortliche im Porsche Entwicklungszentrum Weissach (Kreis Böblingen), Falk Heilfort laut der Pressemitteilung. Das Zentrum in Weissach ist einer von mehreren Standorten der Porsche AG in der Region Stuttgart.

Durch den Prototyp aus dem 3D-Drucker konnte die Porsche AG gleich mehrere Entwicklungsschritte der E-Mobilität verwirklichen. Ein großes Problem der E-Autos ist aktuell noch, dass die schweren Batterien auf Räder, Achsen und Karosserie drücken. Dadurch verstärkt sich auch der Abrieb auf der Fahrbahn, was zu einer erhöhten Feinstaubbelastung durch E-Autos führen kann.

Der Prototyp reduziert das Gesamtgewicht des Antriebs dagegen um rund zehn Prozent, heißt es in der Mitteilung der Porsche AG. Bei dem Antrieb aus dem 3D-Drucker handelt es sich um ein Leichtmetall-Gehäuse mit speziellen Strukturen, die nur durch dieses Verfahren entstehen. Dadurch erhöhe sich die Steifigkeit in stark belasteten Bereichen auf das Doppelte.

Porsche AG: Antrieb aus dem 3D-Drucker bietet viele Vorteile

Neben der Einsparung des Gewichts bietet der Prototyp der Porsche AG weitere Vorteile. So könne bei dem Verfahren der 3-D-Drucker ohne Zwischenschritte wie beispielsweise der Anfertigung von Werkzeugen vom Computer aus direkt mit Konstruktionsdaten gefüttert werden, heißt es in der Mitteilung. Die Bauteile entstehen dann Schicht um Schicht aus einer Aluminiumlegierung in Pulverform.

Dadurch seien Bauformen wie Gehäuse mit integrierten Kühlkanälen in nahezu beliebiger Geometrie möglich. Durch die Integration von Bauteilen sei die Antriebseinheit kompakter, das Package des Antriebs besser und der Montageaufwand um rund 40 Arbeitsschritte reduziert worden. Das resultiere bei Porsche in einer deutlich kürzeren Produktionszeit.

Der Porsche AG gelang ein revolutionärer Schritt - ein E-Antrieb aus dem 3D-Drucker .

Die Herstellung des revolutionären Prototyps aus dem 3D-Drucker hat noch mehrere Tage in Anspruch genommen, wie die Porsche AG mitteilte. Das sei der aktuellen Maschinentechnologie der Drucker geschuldet. Daneben musste aufgrund der Größe der Bauteile auch in zwei Prozessen gedruckt werden.

Mit der neuen Maschinengeneration sei es jedoch möglich, diesen Prozess um 90 Prozent zu verkürzen und das komplette Gehäuse in einem Schritt herzustellen. Die Porsche AG plant, den Antrieb aus dem 3D-Drucker zunächst für Kleinserien zu verwenden - beispielsweise für Supersportwagen mit kleiner Stückzahl.

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