Gute Rendite

Erstaunliche Entwicklung bei Porsche ist einzigartig für die Autobranche

Der Porsche Turbo aus dem Jahr 2015.
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Porsche düst der Krise davon - und erzielt eine zweistellige Rendite.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Porsche AG macht auch während der Corona-Krise Gewinn. Die Zahlen sind zwar nicht so gut wie im Vorjahr - die Entwicklung ist in der Autobranche jedoch einzigartig.

Stuttgart - Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg und Deutschland hat die Automobilbranche mit drastischen Problemen zu kämpfen. Die Porsche AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart macht jedoch auch während der Pandemie gute Erträge, wie veröffentlichte Zahlen des Mutterkonzerns Volkswagen (VW) zeigen.

Bereits im ersten Halbjahr machte der Porsche einen Milliarden-Gewinn und hängte andere Automarken ab. Durch die Corona-Krise senkte der Sportwagen-Hersteller aus Stuttgart zwar die Erwartungen auf einen Wert zumindest oberhalb der Zehn-Prozent-Marke, konnte dies nun aber erreichen.

Die Porsche AG setzt wie viele andere Autohersteller vermehrt auf die E-Mobilität, entwickelt jedoch auch einen alternativen Kraftstoff, der weder E-Auto noch Wasserstoff ist. Während der Großteil der Hersteller schwer unter den Folgen der Pandemie zu leiden hat, konnte Porsche den angepeilten Wert erreichen. Laut den Zahlen von VW ist der Sportwagenhersteller aber noch ein gutes Stück vom Niveau des Vorjahres entfernt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Donnerstag berichtete.

Porsche AG: Überdurchschnittlich gute Rendite im Branchenvergleich

Laut den veröffentlichen Zahlen des VW-Konzerns liegt der Gewinn der Porsche AG bis Ende September bei rund 19,4 Milliarden Euro. Das seien gut fünf Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019. Das operative Ergebnis liegt mit rund zwei Milliarden Euro weiterhin sogar um mehr als ein Viertel unter Vorjahresniveau, wie die dpa berichtet.

Trotzdem ergebe sich dadurch eine im Branchenvergleich weit überdurchschnittliche Rendite von 10,4 Prozent. Der Wert gebe das Verhältnis von operativem Ergebnis und Umsatz an und diene damit als Maß für die Profitabilität eines Unternehmens.

Lutz Meschke, Finanzchef der Porsche AG, zeigte sich nach Angaben der dpa mit den Zahlen sehr zufrieden. „Wir profitieren jetzt davon, dass es zu unserer DNA gehört, ständig unsere Prozesse zu optimieren“, sagte er am Donnerstag. An den geplanten Investitionen von 15 Milliarden Euro in Digitalisierung und Elektrifizierung in den nächsten fünf Jahren soll sich laut Meschke nichts ändern.

Die Ausgaben reduzieren zwar aktuell den Gewinn der Porsche AG, sollen aber langfristig die Zukunft des Unternehmens und der Arbeitsplätze sichern. Mit der Elektrifizierung macht der Stuttgarter Hersteller gute Fortschritte. Der vollelektrische Taycan ist inzwischen das meistverkaufte Auto der Porsche AG und hängt sogar den beliebten 911 ab.

Porsche AG: Konzern verkauft trotz Corona fast 200.000 Fahrzeuge in den ersten drei Quartalen

Nach Angaben der dpa verkaufte die Porsche AG in den ersten drei Quartalen 2020 insgesamt 191.547 Fahrzeuge. Das teilte das Stuttgarter Unternehmen bereits vor zwei Wochen mit. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das noch immer ein Minus. Das Minus fällt mit fünf Prozent jedoch nur noch halb so groß aus wie zur Jahresmitte, wie die dpa berichtet. Durch die ungewöhnliche Entwicklung der Porsche AG bleibt das Unternehmen ein lukrativer Arbeitgeber für Auto- und Motorenbegeisterte.

Kürzlich veröffentlichte die Porsche AG eine Video-Serie unter dem Titel „Mein schlimmster Tag bei Porsche“. In den Aufnahmen berichten Mitarbeiter von frustrierenden Situationen im Arbeitsalltag. Die Serie soll zeigen, dass auch in Zuffenhausen nicht immer alles glatt läuft, die Angestellten die Probleme aber mit Teamgeist und Improvisationstalent lösen können. Durch diese Offenheit wollen die Porsche-Recruiter noch attraktiver auf Bewerber wirken.

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