Große Pläne

Wegen Corona: Ex-Porsche-Betriebsratschef Hück tätowiert sich Grundgesetz

Uwe Hück, früherer Porsche-Betriebsratschef und Parteigründer in spe, hat sich Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ auf den rechten Oberarm tätowieren lassen.
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Uwe Hück, Ex-Betriebsratschef von Porsche, lässt sich Grundgesetz auf Oberarm tätowieren.
  • Julian Baumann
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Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende der Porsche AG, Uwe Hück plant eine neue Partei zu gründen und ließ sich einen Teil des Grundgesetzes auf den Arm tätowieren.

Update vom 13. Januar, 14:30 Uhr: Erst kürzlich kündigte der ehemalige Betriebsratsvorsitzende der Porsche AG, Uwe Hück, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) an, eine neue Partei gründen zu wollen. Nun brachte sich der Ex-SPD-Politiker erneut ins Gespräch. Er ließ sich den ersten Artikel des Grundgesetzes, „die Würde des Menschen ist unantastbar“, auf den rechten Oberarm tätowieren. Die sei gerade zu Corona-Zeiten gefährdet, so Hück. „Wenn niemand daran erinnert, geht der Grundsatz flöten.“

Mit dem Tattoo will er auch auf einen Umstand in der Corona-Krise aufmerksam machen: In Bezug auf die Vernachlässigung der Menschenwürde in der Corona-Krise kritisierte Uwe Hück den Umgang mit alten Menschen „Die werden jetzt alleine gelassen“, sagte er der dpa. Ältere, die Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder aufgebaut hätten, würden nun im Alter eingesperrt. „Das ist nicht anständig.“

Mit dem neuen Tattoo auf dem Arm will der ehemalige Thaibox-Europameister im Sommer gegen den amtierenden Boxweltmeister Manuel Charr antreten. Ende der Woche will sich der ehemalige Betriebsratschef der Porsche AG zudem konkreter zu seinen Plänen einer neuen Partei äußern.

Erstmeldung vom 8. Januar: Pforzheim - Die Porsche AG ist eine bedeutende Größe der deutschen Autoindustrie und ist auch eines der wichtigsten Unternehmen in der Wirtschaft in Stuttgart. Von einer Karriere bei Porsche träumen viele. Auch der ehemalige Betriebsratschef des Sportwagenherstellers und späterer SPD-Politiker, Uwe Hück, startete seine Karriere bei dem Hersteller aus Zuffenhausen. Hück stieg im Jahr 1985 als Lackierer bei Porsche ein.

Uwe Lück durchlief in seiner Karriere bei der Porsche AG mehrere interne Stationen. Im Jahr 2008 stieg er schließlich zum stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden auf. Zwei Jahre später folgte der Posten als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei Porsche. Im Jahr 2019 trat er jedoch zugunsten einer politischen Karriere in der Stadt Pforzheim von seinen Posten bei Porsche zurück.

Schon während seiner Zeit bei dem Autobauer aus Stuttgart war Hück Mitglied der SPD, die er nun jedoch im Dezember vergangenen Jahres verließ. Er will sich nach eigenen Angaben jedoch nicht aus der Politik zurückziehen, sondern eine eigene Partei gründen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Porsche AG: Ehemaliger Betriebsratsvorsitzender will neue Partei gründen

Laut der dpa habe Uwe Hück, der ehemalige Betriebsratschef der Porsche AG, die SPD im Dezember 2020 nach internen Streitereien verlassen. Er sei immer wieder massiv mit Parteifreunden aneinandergeraten. Kritiker werfen ihm vor, einen Zersetzungsprozess der SPD in Gang gesetzt zu haben. So habe er etwa 100 neue Mitglieder angeworben und eine innerparteiliche Bewegung gegründet. Nach dem Austritt aus der SPD folgt nun also die eigene Partei. „Ich ziehe mich keinesfalls aus der Politik zurück“, betont Hück.

Für die kommenden Tage kündigte der ehemalige Betriebsratsvorsitzende der Porsche AG eine Erklärung an. „Unsere jetzige Demokratie ist eine Demokratie der Parteien und keine der Bevölkerung“, sagte der Ex-SPD-Politiker. „Wir brauchen Bürgerparteien und keine Funktionärsparteien.“ Die SPD habe Hück vor zwei Jahren den roten Teppich ausgerollt, um ihn zu halten. Der wortgewandte Neuling in der Politik sei im Frühjahr 2019 SPD-Spitzenkandidat in Pforzheim geworden und holte auf Anhieb die meisten Stimmen in der Stadt, berichtet die dpa. Nun stellt sich der ehemalige Porsche-Vorstand also auf eigene politische Beine.

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