Tarifverhandlungen

Porsche: Tausende Mitarbeiter legen ganzes Werk lahm - die „Eskalation“ droht

Ein Mitarbeiter von Porsche führt mit Mundschutz die finale Qualitätskontrolle an einem Macan durch, bevor dieser vom Band rollt.
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Im Porsche-Werk in Leipzig wird unter anderem der Macan gefertigt - durch einen Streik steht die Produktion still.
  • Julian Baumann
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Die Porsche AG ist ein beliebter Arbeitgeber. Doch Tausende Mitarbeiter legten Anfang Mai das Werk in Leipzig lahm. Dabei drohten sie ihrem Arbeitgeber auch damit, dass er „die Verantwortung tragen“ müsse.

Stuttgart/Leipzig - Die Porsche AG aus der Landeshauptstadt Stuttgart ist weltweit für ihre luxuriösen Sportwagen bekannt. Die Modelle wie der vollelektrische Taycan, der beliebte 911 oder der SUV Cayenne, sind jedoch nichts für den kleinen Geldbeutel. Insgesamt bedient der Sportwagen-Hersteller mit dem charakteristischen Pferdelogo eher die höhere Preisklasse im Autosegment. Das spiegelt sich eigentlich auch in den Gehältern der Mitarbeiter wider - zumindest in den Führungspositionen. Die Porsche-Gehälter können sich insgesamt sehen lassen, die meisten Arbeiter werden jedoch nach dem Tarifvertrag der Gewerkschaft IG Metall bezahlt.

Die Porsche AG wurde im vergangenen Jahr vom Onlinejobportal Glassdoor zum besten Arbeitgeber ernannt. Bei den Vergütungen der VW-Tochter gibt es jedoch offenbar einige Unterschiede zwischen Ost und West. Deshalb steht seit Donnerstagmorgen, dem 6. Mai, die Produktion im Porsche-Werk in Leipzig still. Die Gewerkschaft IG Metall rief zum Streik auf und will damit ihren Forderungen in der Tarifauseinandersetzung Nachdruck verleihen, berichtet die Zeit.

Porsche AG: Werk in Leipzig steht still - Gewerkschaftsvertreter droht mit „Eskalation“

Im Werk der Porsche AG in Leipzig werden die Baureihen Macan und Panamera gefertigt. Pro Tag entstehen in der rund 345.000 Quadratmeter großen Fabrik 600 Fahrzeuge des Stuttgarter Sportwagenherstellers. Aktuell steht die Produktion jedoch still. Der Warnstreik der 4.200 Leipziger Angestellten ist ein Teil der bereits im März begonnenen Aktion für ein höheres Gehalt. Der erste Bevollmächtigte der IG Metall, Bernd Kruppa, startete den Streik um 6 Uhr am 6. Mai zu Beginn der Frühschicht, wie die Zeit berichtet. Aufgrund der anhaltenden Corona-Krise streiken die Mitarbeiter, indem sie am heutigen Arbeitstag zu Hause bleiben.

Die IG Metall fordert vier Prozent Entgelterhöhungen für die Mitarbeiter der Porsche AG am Standort in Leipzig. Konkret fordern die Arbeitnehmervertreter ein tarifliches Angleichungsgeld, um den Unterschied bei Entlohnung und Arbeitszeit zwischen Ost und West anzugleichen, berichtet die Zeit. Laut den Angaben der Gewerkschaft sind davon nicht nur die Porsche-Mitarbeiter in Leipzig betroffen, sondern rund 290.000 Arbeitnehmer im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen.

Zusätzlich fordert die IG Metall Zukunftstarifverträge und eine Verbesserung von Übernahmeregelungen für Auszubildende der Porsche AG. „Die Arbeitgeber sind in der Pflicht, jetzt Lösungen zu unterbreiten“, sagte Bernd Kruppa. „Ansonsten tragen sie, vor allem aber die Konzernzentralen im Westen, allein die Verantwortung für eine weitere Eskalation des Tarifkonfliktes.“

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