Luxuswagen-Produktion in Asien

Neue Fabrik: Porsche startet Experiment in China

Ein elektrischer Taycan der Porsche AG steht auf einer Straße. Im Hintergrund ist die Sykline einer Stadt zu sehen.
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Die Modelle der Porsche AG sind auf den Märkten weltweit gefragt.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Bei der Porsche AG wird das Motto „Made in Germany“ seit jeher großgeschrieben. Nun expandiert der Stuttgarter Sportwagenhersteller in einen völlig neuen Markt.

Stuttgart - Die Porsche AG ist weltweit vor allem für ihre Sportwagen bekannt. Inzwischen konzentriert sich der Premiumhersteller mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart wie viele andere Autobauer auf das E-Auto und feiert mit dem vollelektrischen Taycan große Erfolge. Porsche erreichte einen Meilenstein mit dem E-Auto. Bei der VW-Tochter, die als Konstruktionsbüro in Stuttgart startete, wird der Anspruch „Made in Germany“ seit jeher großgeschrieben. Nahezu alle Modelle der Porsche AG werden an den Standorten in Deutschland gefertigt. Die einzigen Ausnahmen bilden der SUV Cayenne, der in der Slowakei produziert wird und die Modelle Boxster und Cayman, die zeitweise in Finnland entstanden.

Die wichtigsten Produktionsstätten für die Modelle der Porsche AG sind zum einen das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und zum anderen das Werk in Leipzig. Aktuell baut Porsche zudem ein Prototypenwerk für E-Autos in Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart. Wie auch bei der Daimler AG und dem Mutterkonzern VW ist jedoch China inzwischen bei weitem der größte Einzelmarkt. Um die Entwicklungs- und Montagekapazitäten der Sportwagenschmiede im Ausland auszubauen, entsteht im kommenden Jahr eine neue Fabrik in China, heißt es in einer Pressemitteilung. Das war für die Schwaben bislang fast undenkbar.

Porsche AG expandiert nach China - „unser größter Absatzmarkt“

In China boomt seit einiger Zeit der Handel mit Luxusautos. Davon profitiert beispielsweise auch die Daimler AG mit Modellen wie der Mercedes S-Klasse und dem elektrischen Pendant EQS. Auch für die Porsche AG ist das Reich der Mitte „zum sechsten Mal in Folge unser größter Absatzmarkt“, sagt Porsche-Chef Oliver Blume laut der Mitteilung. Deshalb soll im kommenden Jahr das internationale Netzwerk um einen Forschungs- und Entwicklungsstandort in China erweitert werden. Dadurch sollen die Kundenbedürfnisse besser berücksichtigt werden und frühzeitig in die Entwicklung neuer Modelle und Technologien einfließen.

Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Porsche AG werden die Modelle aus Stuttgart auch in Asien hoch geschätzt. „Mit dem neuen Entwicklungsstandort in China tragen wir entscheidend dazu bei, die Bedürfnisse unserer Kunden vor Ort noch besser kennen und verstehen zu lernen“, sagt Oliver Blume. Bei dem neuen Standort handelt es sich trotz des starken Fokus der Porsche AG auf die deutschen Werke nicht um die erste Expansion in das Reich der Mitte. Seit Anfang des Jahres sind dort bereits die Porsche Digital China und die Porsche Engineering China ansässig. „Der chinesische Automobilmarkt ist besonders dynamisch, die Kundenwünsche sehr spezifisch. Diesen Anforderungen möchten wir bestmöglich gerecht werden“, so Blume.

Porsche AG: Erste Fabrik des Sportwagenherstellers in Asien - exklusiv für den dortigen Markt

Die in Stuttgart und Leipzig gebauten Modelle der Porsche AG werden in die ganze Welt ausgeliefert und erfreuen sich demnach auch internationaler Beliebtheit. Zusätzlich zu dem Ausbau des Standort-Netzwerkes in China baut Porsche auch in Südostasien die Präsenz aus. In Malaysia soll laut der Mitteilung die erste lokale Produktionsfabrik der Stuttgarter in Asien entstehen. Die dort gefertigten Modelle werden jedoch nicht weltweit ausgeliefert, sondern sollen rein auf den malaysischen Markt zugeschnitten sein und auch nur dort angeboten werden.

In ganz Südostasien habe die Porsche AG im vergangenen Jahr 2.500 Fahrzeuge verkauft, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (faz). Das mache nicht mal ein Prozent des Gesamtumsatzes des Stuttgarter Sportwagenherstellers aus. In Malaysia allein verkaufte Porsche mit 400 Fahrzeugen jedoch 9 Prozent mehr als im Vorjahr. „Malaysia [...] ist eine Region mit großem Potenzial und Innovationskraft und wir freuen uns darauf, die ersten lokal gefertigten Fahrzeuge im kommenden Jahr an unsere malaysischen Kunden zu übergeben“, sagt Detlev von Platen, Mitglied des Vorstands Vertrieb und Marketing der Porsche AG.

Die wichtigsten Modelle der Porsche AG werden wohl auch weiterhin in Stuttgart und Leipzig gefertigt. Global bauen die Schwaben ihr Netzwerk an Forschungs- und Entwicklungsstandorten jedoch immer weiter aus. Ein Schwerpunkt sei auch die im Jahr 2016 gegründete Porsche Digital mit Hauptsitz in Ludwigsburg bei Stuttgart. Weitere wichtige Standorte gibt es laut der Mitteilung jedoch in den USA, Spanien, China, Israel und Kroatien.

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