Kreuzung zweier Erfolgsmodelle

Skizze von Porsche-Chefdesigner für 80.000 Euro versteigert

Die Skizze der Porsche AG stellt eine Kreuzung aus dem Taycan und dem 911 dar.
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Eine digitale Designskizze von Porsche-Chefdesigner Peter Varga wurde für umgerechnet 80.000 Euro versteigert.
  • Julian Baumann
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Die Design-Skizzen für neue Modelle der Porsche AG bleiben eigentlich unter Verschluss. Nun wurde jedoch eine digitale Skizze versteigert - für einen stolzen Preis.

Stuttgart - Es gibt wohl nicht wenige Autofans, die gerne mal einen Blick auf eine Designskizze für ein neues Auto der Porsche AG erhaschen wollen. Der Stuttgarter Autohersteller ist weltweit vor allem für seine schnellen Sportwagen und eine luxuriöse Ausstattung bekannt. Die Designskizzen für geplante Projekte bleiben normalerweise unter Verschluss. Im vergangenen Jahr tauchten jedoch Fotos auf, die zeigten: Porsche arbeitet an einem geheimen elektrischen Modell. Gemeint war eine Skizze zu dem elektrischen Minibus „Renndienst“, der so gar nicht wie ein typisches Porsche-Fahrzeug aussieht.

Zu Beginn des Jahres ließ die Porsche AG sogar einen Praktikanten ein Auto entwerfen, mit einem erstaunlichen Resultat. Dieses Modell blieb jedoch bei einer Skizze. „Alle Designstudien, die im Rahmen des Projektes „Porsche Unseen“ veröffentlicht wurden, sind reine Studien, die so nie in Serie gegangen sind“, sagte eine Porsche-Sprecherin im Januar auf Anfrage. Eine exklusive und digitale Skizze der Porsche AG wurde am vergangenen Freitag laut einer Pressemitteilung zu einem guten Zweck versteigert.

Porsche AG: Anfertigung der Skizze war eine neue Erfahrung für den Chefdesigner

Die Porsche AG setzt bei ihren Modellen auf fortschrittliche Technologie und Software. Bei der Auktion für die exklusive Designerskizze von Exterieur-Chefdesigner Peter Varga, wählte der Autobauer ebenfalls einen modernen Weg. Die Zeichnung wurde nämlich rein digital bei der US-Plattform Superrare in Form eines NFT (Non-Fungible Token) angeboten. Bei NFT handelt es sich um Echtheitszertifikate, die digitale Güter zu Unikaten machen. Die digitalen Güter können in einer virtuellen Brieftasche aufbewahrt, verkauft oder gehandelt werden. Demnach ist die Designskizze von Porsche, obwohl sie nur als digitale Version vorliegt, fälschungssicher.

Am vergangenen Freitag ging die Auktion nach fünf Tagen zu Ende. Die Skizze der Porsche AG wurde für umgerechnet 80.000 Euro an einen Käufer versteigert. „Mit dem Resultat können wir auf jeden Fall sehr zufrieden sein“, sagte eine Porsche-Sprecherin. Der Käufer zahlte 30,25 Einheiten der Kryptowährung Ethereum für das Werk von Peter Varga. Für den Chefdesigner war die Anfertigung ebenfalls eine Premiere. „Eine Designskizze zu zeichnen, die dann als digitales Objekt online gehandelt wird, war für mich eine komplett neue Erfahrung“, sagte er.

Porsche AG-Designskizze: Sie kreuzt zwei Erfolgsmodelle der Stuttgarter

Die Skizze kreuzt zwei Erfolgsmodelle der Porsche AG, den vollelektrischen Taycan mit dem beliebten 911. Die Designsprache der Sportwagenikone 911 mit der des jüngsten Porsche-Modells zu verknüpfen, sei laut Varga die Absicht gewesen. Der gesamte Erlös der Auktion soll an das in Hamburg gestartete Projekt „Viva con Agua“ gespendet werden. Die Non-Profit-Organisation setzt sich für sauberes Trinkwasser, Zugang zu sanitärer Versorgung und Hygiene vor allem in afrikanischen Ländern ein. „Wir freuen uns, dass wir damit für Viva con Agua eine eindrückliche Spendensumme generieren konnten“, so die Porsche-Sprecherin laut der Mitteilung.

Ob dem Pilotprojekt bei der Porsche AG weitere ähnliche Aktion folgen werden, steht bislang nicht fest. Den nach und nach enthüllten Designskizzen aus dem Projekt „Porsche Unseen“ nach zu urteilen, ist der Fundus an Designskizzen bei Porsche jedoch sehr groß. Zudem arbeitet das Unternehmen aus Zuffenhausen auch immer an neuen Skizzen und Modellen. Erst vor wenigen Tagen wurde die neue Generation des Porsche Macan vorgestellt.

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