„Flugfähiges Auto“

Fliegender Sportwagen: Künstler baut Porsche-Auto zum Helikopter um - Testflug am Nürburgring

Der Künstler Heiko Saxo neben dem „HeliPo“ auf dem Lindner Hotel Dach.
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Der zum Helikopter umgebaute Porsche 917 absolvierte einen erfolgreichen Testflug über dem Nürburgring.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Ein bekannter Künstler baute ein Modell der Porsche AG zu einem Helikopter um. Nach einer Entwicklungszeit von 15 Jahren, absolvierte der Prototyp einen Testflug am Nürburgring.

Stuttgart - Die Autoindustrie befindet sich im Wandel. Weg von Benziner und Diesel, hin zu Batterien und synthetischen Kraftstoffen. Auch die Porsche AG aus der Landeshauptstadt Stuttgart treibt die Transformation voran. Der Sportwagen-Hersteller will den Verbrenner früher abschaffen als erwartet und feiert mit dem ersten elektrischen Modell bereits große Erfolge. Der Taycan knackte im vergangenen Jahr einen E-Auto-Meilenstein von 20.000 verkauften Fahrzeugen. Daneben wird auch die Technologie des autonomen Fahrens immer weiter präzisiert. Fliegende Autos sind dagegen nach wie vor Zukunftsmusik und begegnen uns am ehesten in Science-Fiction-Filmen wie der 2017 erschienenen Fortsetzung des Klassikers „Blade Runner“.

Die Porsche AG arbeitet schon seit Längerem an einem alternativen Antrieb, der weder E-Auto noch Wasserstoff ist und auch sonst setzen die Schwaben auf zukunftsweisende Technologien. Ein fliegendes Auto zu bauen, wäre wohl am ehesten von E-Auto-Pionier Elon Musk erwartet worden. Der Unternehmer baut mit Tesla nämlich nicht nur E-Autos, sondern treibt mit SpaceX auch die Raumfahrt voran. Nun gibt es jedoch zumindest einen fliegenden Prototypen aus Deutschland. Ein bekannter Künstler baute einen Porsche 917 in einen Helikopter um und absolvierte am Nürburgring erfolgreich einen ersten Testflug.

Porsche AG: Legendärer 917 hebt ab - Künstler verwandelt Sportwagen in einen Helikopter

Die Modelle der Porsche AG werden vor allem aufgrund ihrer Leistungsstärke geschätzt. Bei den Sportwagen mit einer hohen Zahl an Pferdestärken kann man bei hohen Geschwindigkeiten schon mal das Gefühl bekommen, tatsächlich abzuheben. Bislang war es jedoch nur mit einem Porsche-Luxus-Modell, das selbst bei dem Sportwagen-Hersteller einmalig ist, möglich, tatsächlich zu fliegen. Das äußerst seltene Luxus-Bundle besteht nämlich aus einem Porsche 911 Turbo und einem 6-Personen-Jet, die im Design aufeinander abgestimmt sind. Der Künstler Heiko Saxo absolvierte nun allerdings den ersten Testflug im Porsche-Helikopter „HeliPo“, heißt es in einer Pressemeldung seines Managements. Der Erlkönig ist als legendärer 917 getarnt.

Die Porsche AG stellt nicht nur Sportwagen für den täglichen Gebrauch auf den Straßen her, sondern auch Rennwagen für den Motorsport. Der im Jahr 1969 in Genf vorgestellte Porsche 917 gehört zu den erfolgreichsten Rennwagen der 70er-Jahre. Mit diesem Modell erlangten die Stuttgarter erstmals den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans im Jahr 1970. Der legendäre Rennwagen soll nun als „HeliPo“ eine neue Karriere starten. „Unabhängig von „Zeit und Raum“ ein Fahrzeug zu bauen, in Facetten eines PKWs zu starten und zu landen ist Saxo‘s Intension“, heißt es in der Pressemeldung von Heiko Saxo. Ein erstes Konzept sei bereits im Jahr 2013 in Abu Dhabi getestet worden.

Porsche AG: Helikopter-Prototyp fliegt erfolgreich über den Nürburgring

Die Porsche AG setzt bei ihrer erfolgreichen Baureihe Taycan auf die E-Mobilität, der Helikopter mit Look des Porsche 917 ist dagegen mit einer solarbetriebenen Turbine ausgestattet. „Nach 15-jährigen Tests und Entwicklungen konstruierte Heiko Saxo ein flugfähiges Auto“, heißt es in der Pressemeldung. Zunächst seien jedoch einige Versuche unternommen worden, bei denen der umgebaute Porsche 917 an einem tatsächlichen Helikopter hing. „Autos am Helikopter hängend, später eigenständig fliegend und nun auch bodenständig auf der Erde landend.“ Der Künstler Heiko Saxo absolvierte nun einen ersten erfolgreichen Testflug über die Nordschleife des Nürburgrings.

Mit der Solar angesteuerten Turbine sei der Prototyp des „HeliPos“ mit gefühlten 911 PS „fast geräuschlos über die Rennstrecke“ geschwebt. Bei dem Testflug gab es jedoch einen kleinen Zwischenfall. „Nach aktueller Mitteilung des HeliPo Teams trat eine Regenwolke zwischen Sonne und Sensoren des Triebwerks mit „Solarsensoren“, dessen Energieunterbrechung kurzzeitig zu einem Drehmomentverlust führte“, heißt es in der Pressemitteilung. Ansonsten zeigte der Erlkönig im Gewand des legendären 917 der Porsche AG allerdings seine Tauglichkeit. Bisher existiert nur der Prototyp, das soll sich laut Saxo jedoch ändern. „Zurzeit als Rennversion „Le Mans“ und 2022 als kommerzieller „Porsche“ Heli Flitzer“, schreibt das Management des Künstlers. „Der Flugschein kann individuell beantragt werden.“

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