718 Cayman GT4

Porsche baut revolutionären Sportwagen - es ist der erste seiner Art

Der Porsche 718 Cayman GT4 mit einer Karosserie aus Naturfaser und Balsaholz.
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Porsche AG: Konzern entwickelt Autos aus natürlichen Materialien - weniger Vibrationen, sicherer bei Unfällen.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Porsche AG hat einen Karosseriebausatz aus natürlichen pflanzlichen Materialien hergestellt. Die Materialien absorbieren Vibrationen besser als herkömmliche Stoffe und sind auch sicherer bei Unfällen.

Stuttgart - Die Porsche AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart ist für ihre Sportwagen bekannt und beliebt. Das Unternehmen baut jedoch nicht nur Luxus-Wagen für den Straßenverkehr, sondern auch Fahrzeuge, die im Motorsport eingesetzt werden. Schon lange setzt der Stuttgarter Hersteller auf einen Leichtbau. Die Bauweise des 911 Cabriolet besteht beispielsweise aus mehr Aluminium und weniger Stahl. Dadurch verringert sich das Gewicht des Fahrzeugs bei gleicher oder sogar noch größerer Stabilität und Sicherheit. Bei dem für den Renneinsatz gebauten 718 Cayman GT4 geht Porsche nun noch einen Schritt weiter und setzt auf natürliche und pflanzliche Materialien.

Die Idee, Autoteile aus pflanzlichen Bestandteilen zu bauen, ist sicherlich nicht neu. Bereits der in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) sehr beliebte Trabant 601 bestand zu Teilen aus Baumwolle und einem bestimmten Harz. Die Porsche AG setzt bei der Karosserie des Cayman dagegen auf Naturfaser und Holz.

Porsche AG: Karosseriebausatz aus Naturfaser und Holz ersetzt herkömmliche Materialien wie Metall und Kunststoff

Laut einer Pressemitteilung der Porsche AG stellt das Unternehmen schon seit Anfang 2019 die Türen des Cayman aus einem Naturfasermix her, der primär aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird. Bei dem neuen Karosseriebausatz besteht jedoch auch die Front- und Heckschürze, die Buglippe, der Front- und Heckdeckel sowie die Kotflügel aus dem regenerativen Material. Durch den Bau werden herkömmliche Materialien wie Metall und Kunststoff ersetzt. Bezogen auf das Gewicht besitzen die recycelbaren Verbundstoffe bei nicht strukturellen Bauteilen ähnliche Eigenschaften wie Kohlefaser, schreibt das Unternehmen in der Mitteilung. Die Herstellung sei außerdem preisgünstiger und energieärmer.

Den Kern des neuen Karosseriebausatzes der Porsche AG bildet laut Konzernangaben bei den Türen eine bestimmte Art von Holz. Das Balsaholz zeichnet sich durch seine extrem geringe Dichte aus. Die Bauart entspricht dem bekannten Verfahren zur Herstellung von Kohlefaserkomponenten. Biofaser-Verbundmaterialien bieten sich vor allem in Bereichen an, die nicht oder nur teilweise zur Fahrzeugstruktur zählen. Laut der Pressemitteilung zeichnen sich die Materialien durch fünffach bessere Dämpfungseigenschaften gegenüber Vibrationen aus und zersplittern im Falle eines Unfalls in weniger kleine und scharfe Teile.

Porsche AG: Entwicklung basiert auf einer 2016 begonnen Kooperation - Härtetest auf dem Nürburgring

Die Entwicklung der neuen Karosserie aus natürlichen Materialien basiert auf einer bereits 2016 begonnenen Kooperation zwischen der Porsche AG, dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), dem Frauenhofer WKI und dem Schweizer Unternehmen Bcomp. Das Team Four Motors soll den Biofaser-Cayman in Zusammenarbeit mit Project 1 Motorsport beim 24-Stunden Rennen auf dem Nürburgring einem ersten Härtetest unterziehen. Wenn sich der Testeinsatz des Cayman bewährt, soll er zukünftig auch Racing Kunden angeboten werden.

Die Porsche AG setzt jedoch nicht nur auf alternative Materialien, sondern arbeitet auch an einem alternativen Antrieb, der weder E-Auto noch Wasserstoff ist. Der Kraftstoff „E-Fuels" unterscheidet sich in seinen Eigenschaften nicht grundlegen von Benzin oder Kerosin, könnte den Autoverkehr auf lange Sicht jedoch klimafreundlicher machen. Laut Bill Gates könnte der Antrieb sogar die E-Mobilität verdrängen.

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