Erstes Serienmodell wird elektrisch

Startup baut limitierte Elektroversion eines Retro-Porsche - für 100.000 Euro pro Stück

Die Studie WEV-Coupe basierend auf dem Porsche 356 bei einer Testfahrt (Pre-Production).
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Optisch basiert das WEV-Coupe auf dem Porsche-Erstling 356, es ist jedoch ein vollelektrisches Auto.
  • Julian Baumann
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Ein britisches Startup baut ein limitiertes E-Auto und orientiert sich dabei an einem legendären Modell der Porsche AG aus den 50er Jahren.

Stuttgart - Die heutige Porsche AG hat ihren Ursprung in einem von Namensgeber Ferdinand Porsche im Jahr 1931 in der Landeshauptstadt Stuttgart gegründeten Konstruktionsbüro. Im Jahr 1945 ging dieses Büro in einer Automobilfabrik auf, die zunächst ausschließlich Sportwagen produzierte. Als erstes Serienmodell des Stuttgarter Autobauers ging nur wenige Jahre nach der Gründung der Porsche 356 in die Produktion, der noch heute Kultstatus genießt. Inzwischen gilt der Porsche 911 auch „Neunelfer“ genannt, als das typische Porsche-Modell. Porsche will das beliebteste Automodell auch weiterhin nur als Verbrenner bauen.

In Europa ist jedoch der vollelektrische Taycan das meistverkaufte Porsche-Modell und schlägt dort sogar den 911. Die Porsche AG setzt aktuell stark auf die E-Mobilität und knackte mit dem Taycan im vergangenen Jahr einen E-Auto-Meilenstein von über 20.000 verkauften Modellen. Auf dem chinesischen und dem nordamerikanischen Markt ist dagegen der SUV Cayenne äußerst beliebt, der erstmals im Jahr 2002 vorgestellt wurde. Porsche will auch weiterhin die umstrittenen Autos bauen, die oftmals als „Klimakiller“ verschrien sind.

Ein britisches E-Startup orientierte sich bei ihrem E-Sportwagen in Kleinserie jedoch an der Anfangszeit der Porsche AG. Die Watt Electric Vehicle Company (WEV) bringt ein elektrisches Replikat des Porsche 356 auf den Markt, wie das Portal efahrer.chip.de berichtet.

Porsche AG: Britisches Startup baut einen Retro-Porsche als E-Auto

Als die Porsche AG im Jahr 1948 das Coupé Porsche 356 auf den Markt brachte, konnten sich wahrscheinlich noch nicht mal die kreativsten Ingenieure vorstellen, dass Autos eines Tages rein elektrisch betrieben werden könnten. Inzwischen gilt die neue Technologie jedoch als Zukunft des Automobilbaus, sie ist jedoch nicht gänzlich unumstritten. Während Porsche bald den neusten Vertreter der Taycan-Familie, den Taycan Cross Tursimo als Mischung aus SUV und Sportwagen auf den Markt bringt, erlebt der legendäre 356 eine neue Karriere als E-Auto - zumindest theoretisch.

Der 356 ging erstmals im Jahr 1948 in die Produktion - er gilt als Geburtsstunde der Porsche AG.

Die Studie namens WEV-Coupe des britischen Startups Watt Electric Vehicle Company sieht optisch zwar aus wie das Retro-Modell der Porsche AG aus den 50er Jahren, ist im Inneren jedoch ein hochmoderner zweisitziger E-Sportwagen. Dafür entwickelte das Unternehmen ein eigenes Chassis (Fahrgestell) basierend auf der sogenannten PACES-Plattform (Passenger and Commercial EV Skateboard), berichtet efahrer.chip.de.

Dabei handelt es sich tatsächlich um ein Konzept des Fahrgestell-Aufbaus nach dem Vorbild eines Skateboards. Laut dem Startup basiere die Aluminium-Struktur hauptsächlich auf Klebeverbindungen und sei deshalb sowohl kostengünstig als auch sehr leicht. Dadurch sei vom Sportwagen bis zum Linienbus nahezu alles realisierbar.

Retro-Porsche wird elektrisch: Limitierung auf 21 Stück - der Preis hat es in sich

Das britische Startup WEV ist nicht der das Erste, dass ein legendäres Modell der Porsche AG in etwas völlig anderes umbaut. Der Künstler Heiko Saxo baute ein Porsche-Auto zum Helikopter um und absolvierte kürzlich einen erfolgreichen Testflug über dem Nürburgring. Von dem WEV-Coupe ist dagegen noch nicht viel bekannt, berichtet efahrer.chip.de. Das nur rund 1.000 Kilo schwere E-Auto im Porsche-Look soll jedoch von einer 40-Kilowatt-Kraftzelle angetrieben werden und eine Reichweite von rund 400 Kilometern pro Akkuladung ermöglichen. Der elektrische Motor sitzt dabei genau wie beim Vorbild im Heck.

Der Preis des WEV-Coupe, das man auf der Homepage des Herstellers bereits vorbestellen kann, hat es jedoch in sich. Der E-Sportwagen in Porsche-Retro-Optik soll etwa 165 PS leisten und rund 100.000 Euro kosten. Im direkten Vergleich ist ein vollelektrischer Taycan der Porsche AG bereits ab 83.520 Euro zu haben, es gibt jedoch auch Modelle, die deutlich darüber liegen. Mit dem vom Retro-Porsche inspirierten E-Auto von WEV kann man sich jedoch eine echte Rarität anschaffen, das Modell soll nämlich zunächst nur auf 21 Stück limitiert sein.

Noch limitierter ist dann wohl nur noch ein Porsche-Modell, das in Sachen Luxus selbst für den Sportwagenhersteller einmalig ist. Dieses Luxus-Bundle besteht aus einem 911 der Porsche AG und einem Privatjet des Flugzeugbauers Embraer aus Melbourne, die optisch aufeinander abgestimmt sind. Dieses Exklusiv-Bundle gibt es weltweit nur zehn Mal und kostet jeweils 9,2 Millionen Euro. Im direkten Vergleich ist das WEV-Coupe in Porsche-Optik noch ein regelrechtes Schnäppchen.

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