Mangel an Halbleitern

Porsche baut Dummy-Chips in Autos ein - wegen fehlender Bauteile

Porsche AG
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Die Porsche AG baut seine Sportwagen aktuell mit Dummy-Chips, weil global Lieferengpässe bei Halbleitern herrschen.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Die Produktion der Porsche AG hängt von vielen Faktoren ab. Aktuell beeinträchtigt der weltweite Chipmangel den Sportwagenhersteller. Doch eine kreative Lösung schafft Abhilfe.

Stuttgart - Fahrzeughersteller wie die Porsche AG hatten in den vergangenen Monaten nicht nur die direkten Folgen der Corona-Pandemie zu stemmen. Auch andere Bereiche bereiteten unter anderem dem Sportwagenhersteller aus Stuttgart Sorgen. Bei Daimler, BMW und Co. konnten Millionen Autos aufgrund des Mangels an Halbleitern nicht gebaut werden.

Die Porsche AG machte zwar trotz allem ordentlich Gewinn - die Chipkrise ging aber auch an dem Traditionsunternehmen nicht spurlos vorbei. Mit dem Taycan erzielte Porsche einen Absatzrekord, doch der Chipmangel gefährdet dessen Produktion. Wirkliche Entspannung ist bei den Halbleitern noch nicht in Sicht. Porsche behilft sich deshalb mit einem kreativen Trick: Der Fahrzeughersteller verbaut so genannte Dummy-Chips, die später ausgetauscht werden können.

Halbleiterkrise bei der Porsche AG: Fahrzeuge werden mit Dummy-Chips ausgerüstet

Porsche-CEO Oliver Blume erklärte diese Vorgehensweise in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung. „Wir steuern täglich mit hohem Aufwand und Kreativität unsere Produktionsprogramme und können darüber etwas abfedern. Zum Beispiel produzieren wir Fahrzeuge mit sogenannten Dummy-Chips“, so Blume.

So kann Porsche weiterhin Fahrzeuge produzieren, hat später dann aber noch einmal einen erhöhten Aufwand. „Sobald die realen Chips verfügbar sind, rüsten wir diese Fahrzeuge nach. Im Moment haben wir dadurch einen höheren Bestand an Fahrzeugen“, erklärt Porsche-CEO Oliver Blume weiter.

Porsche AG: Längere Wartezeiten für Fahrzeuge aufgrund der Chipkrise

Die aktuelle Chipkrise beschäftigt sogar schon die Europäische Union. Die EU plant eine Megafabrik, um die Autobranche zu retten. Bei der Porsche AG wird so lange „eine niedrige fünfstellige Anzahl“ an Fahrzeugen mit Dummy-Chips gebaut. Dem Sportwagenhersteller aus Stuttgart kommen dabei gleich zwei Faktoren positiv entgegen.

Zum einen wird Porsche laut CEO Oliver Blume innerhalb des Volkswagen-Konzerns beim Chipmangel priorisiert, weil die Modelle des Sportwagenherstellers starke Ergebnisse erzielen. Zum anderen sind Kunden von Porsche ohnehin längere Wartezeiten für neu bestellte Sportwagen gewohnt. „Aber bei Porsche kommt hinzu, dass die meisten unserer Fahrzeuge exklusiv und sehr individuell von unseren Kunden konfiguriert werden, was die Lieferzeit ohnehin etwas verlängert“, erklärt Oliver Blume.

Trotzdem ist der Vorstand mit der momentanen Situation unzufrieden, da die Wartezeit für einen elektrischen Taycan fünf bis sechs Monate betrage. „Zu lang für uns“, so Blume.

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