Kein Weg an E-Fuels vorbei

Darum ist Porsche trotz riesigen Erfolgs des Taycan bei E-Autos noch skeptisch

Der Porsche Taycan wird auf der Weltpremiere des Automobilkonzerns in einer Halle.
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Porsche AG: Sportwagen-Hersteller trotz riesigem Erfolg des Taycan skeptisch bei E-Autos.
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Der vollelektrische Taycan der Porsche AG mit Sitz in Stuttgart ist sehr beliebt bei den Kunden. Trotz des Erfolgs ist der Sportwagenhersteller gegenüber E-Autos noch skeptisch.

Stuttgart - Die Porsche AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart ist weltweit für ihre Sportwagen bekannt. Der Hersteller setzt in letzter Zeit vermehrt auf die E-Mobilität und stellte vor rund einem Jahr das erste vollelektrische Porsche Auto vor. Der Taycan entwickelte sich schnell zum Kassenerfolg. Inzwischen ist der elektrische Sportwagen das meistverkaufte Fahrzeug von Porsche und schlägt damit sogar den beliebten Neunelfer. Porsche-Entwicklungschef Michael Steiner ist jedoch über die Zukunft der E-Autos skeptisch, wie er in einem Interview mit dem Portal motor.at sagte.

Die E-Mobilität wird oftmals als Zukunft des Automobils bezeichnet. Auch die Porsche AG setzt vermehrt auf die umweltfreundliche und nachhaltige Technologie. Das Unternehmen arbeitet aktuell an einem alternativen Antrieb, der weder E-Auto noch Wasserstoff ist. Laut Michael Steiner führt trotz des E-Autohypes kein Weg an den E-Fuels vorbei. So weit wie Bill Gates geht der Entwicklungsvorstand jedoch nicht. Der Microsoft-Gründer ist der Meinung, dass der neue Antrieb sogar die E-Mobilität verdrängen könnte.

Porsche AG: Die E-Mobilität wird die anderen Antriebe nicht sofort vollständig verdrängen

Im Interview zwischen dem Entwicklungschef der Porsche AG und dem Portal motor.at wurden zunächst die Fragen geklärt, die die Kunden aktuell wohl am meisten interessieren. Die nächste Generation des beliebtesten Modells des Sportwagen-Herstellers wird es nur mit rein elektrischem Antrieb geben, so Steiner. Der Vorstand verdeutlichte jedoch auch, dass das aktuelle Modell mit einem Verbrenner-Antrieb noch bis zu zwei Jahre parallel zu der Elektro-Variante auf dem Markt bleiben wird. Viele Porsche Fans machten sich Sorgen um den beliebten Neunelfer, doch auch hier gab Steiner Entwarnung. Der 911 wird „das letzte Modell von Porsche sein, das elektrifiziert werden wird“, sagte er im Gespräch mit motor.at.

Mit dem vollelektrischen Taycan feiert die Porsche AG große Erfolge. Zwar musste sich der E-Sportwagen bei einem Rennen erst kürzlich dem Modell 3 von Tesla geschlagen geben, er ist bei den Kunden jedoch äußerst beliebt. Bei Michael Steiner regiert jedoch der Realismus. Laut ihm könne man allein mit Batterien als Antrieb für E-Motoren nicht langfristig auskommen. Schon gar nicht, wenn man das Ziel verfolgt, alltagstaugliche Sportwagen zu bauen, und gleichzeitig die bereits existierenden Modelle umweltverträglicher machen möchte.

Porsche AG: Laut Steiner gibt es „keine Alternative zu E-Fuels in der Zukunft“

Um beide genannten Ziele der Porsche AG miteinander zu verbinden, führt laut Steiner kein Weg an den E-Fuels vorbei. Der synthetische Kraftstoff wird mittels Strom aus Wasserstoff hergestellt. Wenn der Strom für die Produktion aus erneuerbaren Quellen und aus der Atmosphäre komme, können damit auch herkömmliche Verbrennungsmotoren klimaneutral betrieben werden. E-Fuels sind „eine zusätzliche Energie-Strategie zu Verbrennern, Plug-in-Hybriden und batterie-elektrischen Antrieben“, sagte Steiner nach Angaben von motor.at. Auch im Motorsport gebe es deshalb „keine Alternative zu E-Fuels in der Zukunft“.

Auch die Daimler AG setzt nicht ausschließlich auf die E-Mobilität. Der Konzern aus Stuttgart setzt auf eine fast vergessene Alternative zu E-Autos. Bei den Fernstrecken-Lkw von Mercedes-Benz Trucks kommt deshalb eine Doppelstrategie aus Batterie und Brennstoffzelle zum Einsatz.

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