Neues Gemeinschaftsunternehmen

Porsche entwickelt revolutionär neue Batterien für E-Autos

Mehrere Porsche Taycan stehen während der Präsentation der Zwischenbilanz zum „Strategiedialog Automobilwirtschaft BW“ nebeneinander.
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Porsche könnte gemeinsam mit Audi zahlreiche Supercharger in Deutschland aufbauen.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Porsche AG setzt künftig voll auf das E-Auto und plant in Tübingen eine Fabrik. Dort will der Sportwagenhersteller neuartige Batterien entwickeln.

Stuttgart - Die Porsche AG setzt verstärkt auf die E-Mobilität und will den Verbrenner früher abschaffen als geplant. Mit dem vollelektrischen Taycan feiert der Sportwagenhersteller aus der Landeshauptstadt Stuttgart bereits große Erfolge und erweitert die E-Auto-Flotte um weitere Modelle. Die VW-Tochter baut jedoch nicht nur Sportwagen wie den beliebten 911 oder SUVs wie den Porsche Cayenne, sondern auch Rennwagen für den Motorsport. Der erste Werkseinsatz von Porsche im Motorsport war bei dem inzwischen legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahr 1951.

Für die gängigen E-Sportwagen der Taycan-Familie setzt die Porsche AG hauptsächlich auf Batterielieferungen von externen Zulieferern. Nun will der schwäbische Sportwagenhersteller die Produktion eigener Hochleistungsbatteriezellen in einem Joint Venture mit der Tübinger Firma Cellforce Group vorantreiben, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Dabei sollen Batteriezellen für Porsche-Rennwagen entwickelt werden.

Könnte das in Zukunft auch die Probleme gängiger E-Autos lösen? Rennwagen müssen auf der Strecke schließlich enorme Leistungen vollbringen. Fortschritte in der Technologie könnten später auch auf Fahrzeuge für den alltäglichen Gebrauch angewendet werden.

Porsche AG: Hochleistungsbatterie-Fabrik in Tübingen - Freigabe durch Kartellamt steht aus

Die Porsche AG will den Klimaschutz weiter vorantreiben und dabei dennoch Porsche-typische Fahrzeuge bauen. Durch den Fokus auf die E-Autos und die Erweiterung der Taycan-Familie soll auch der CO2-Ausstoß der Stuttgarter deutlich gesenkt werden. Daneben will Porsche jedoch weiterhin umstrittene Modelle bauen, da sie „bei Kunden beliebt“ sind, wie CEO Oliver Blume sagte. In Kooperation mit der Cellforce Group, der Fraunhofer-Ausgründung Custom Cells und dem Stuttgarter Softwareunternehmen P3 Group will Porsche nun eine Fabrik für Hochleistungsbatterien in Tübingen betreiben, wie die dpa berichtet. Das Gemeinschaftsunternehmen wird von dem Bundeskartellamt auf dessen Website in der Liste laufender Fusionskontrollverfahren gelistet.

Der 911 wird allgemein als klassischer Sportwagen der Porsche AG angesehen. Der vollelektrische Taycan ist inzwischen jedoch das meistverkaufte Porsche-Modell in Europa und knackte im vergangenen Jahr sogar einen E-Auto-Meilenstein. Das neu gegründete Gemeinschaftsunternehmen soll jedoch laut Angaben der dpa nur Hochleistungsbatterien für sogenannte „Sonderfahrzeuge herstellen. Gemeint sind damit unter anderem die Rennwagen der Stuttgarter. Demnach werden die Batterien für die Taycan-Modelle und zukünftige E-Autos der Porsche AG weiterhin von externen Zulieferern bezogen.

Porsche AG: Pläne für Joint Venture bereits seit vergangenem Sommer

Bei dem sogenannten „Power Day“ der Volkswagen AG Mitte März hatte Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, angekündigt, bei den Batterien eine eigene Strategie zu verfolgen. Anstelle des üblichen Graphits soll eine Silizium-basierte Anode zum Einsatz kommen. Pläne für ein Joint Venture mit der Tübinger Firma Cellforce Group reichen bereits bis in den vergangenen Sommer zurück, wie das Portal electrive.net berichtet. Die Unternehmen Custom Cells und P3 Group arbeiten sogar bereits seit 2019 zusammen. Zunächst jedoch nicht mit Porsche und Cellforce, sondern mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Daimler AG als Projektpartner.

Bislang äußerte sich die Porsche AG nicht zu genauen Details in Bezug auf das Joint Venture. Auch wann mit einer Freigabe durch das Kartellamt zu rechen ist, ist derzeit noch offen.

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