Porsche und Rimac

Stärkstes E-Auto der Welt: Porsche arbeitet mit „Elon Musk des Balkans“ zusammen

Ein Prototyp des C Two des kroatischen E-Autobauers Rimac fährt auf einer Straße.
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Rimac baut „Hypersportwagen“, das Know-How soll auch der Porsche AG im Kampf gegen Tesla zugute kommen.
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Die Porsche AG muss sich im Bereich der E-Autos mit dem US-Autobauer Tesla messen lassen. Das E-Auto-Startup Rimac soll die Stuttgarter nun in das Batteriezeitalter führen.

Stuttgart - In der deutschen Autobranche liegt der Fokus zunehmend auf der Produktion von E-Autos. Der Stuttgarter Konzern Daimler stellte vor einigen Wochen das vollelektrische Flaggschiff EQS vor und die Porsche AG feiert mit dem elektrischen Sportwagen Taycan schon länger große Erfolge. Der Taycan ist inzwischen sogar das meistverkaufte Porsche-Fahrzeug in Europa.

Der schwäbische Sportwagenhersteller mit dem Pferdelogo muss sich wie andere Autobauer mit Tesla messen. Der Porsche Taycan und das Tesla Model 3 traten im vergangenen Jahr in einem E-Auto-Rennen durch Deutschland an. Der Elektro-Porsche musste sich damals zwar geschlagen geben, in diesem Jahr schlug der Taycan das Tesla Model 3 jedoch mit knapp einer Stunde Vorsprung.

Im Kampf gegen den E-Auto-Pionier Tesla setzt die Porsche AG auf das noch junge kroatische Start-Up Rimac. Porsche kaufte kürzlich noch mehr Anteile an der Firma, die elektrische „Hypersportwagen“ baut. Die Kroaten kündigten zu Beginn des Jahres einen „Hypersportwagen“ mit 1.900 PS an. Inzwischen gehören der Porsche AG aus Stuttgart 24 Prozent an dem aufstrebenden E-Auto-Startup. Rimac baut aktuell das stärkste E-Auto der Welt und soll Porsche mit Know-How und Komponenten endgültig in das Batteriezeitalter führen, wie der Spiegel berichtet.

Porsche AG: Rimac soll nötiges Know-How im Kampf gegen Tesla bringen

Die Porsche AG hat den Sprung in die Welt der E-Autos mit der vollelektrischen Sportwagen-Baureihe deutlich besser bewältigt als manch anderer Fahrzeughersteller. Im vergangenen Jahr knackten die Schwaben mit dem Taycan sogar einen E-Auto-Meilenstein und verkauften 20.000 Fahrzeuge. Nach Meinung einiger Autoexperten ist der US-Konzern Tesla von Visionär Elon Musk im Bereich der E-Mobilität dennoch die unangefochtene Spitze. Um Elon Musk und Tesla die Spitzenposition streitig zu machen, setzt Porsche nun auf den Mann, der auch als „Elon Musk des Balkans“ bekannt ist. Der kroatische Autobauer Rimac produziert nicht nur hyperschnelle Sportwagen, die ausschließlich in Kleinserie gebaut werden sollen, sondern fungiert für Porsche und deren Mutterkonzern Volkswagen auch als Zulieferer.

Die Porsche AG stieg im Jahr 2018 bei der kroatischen Sportwagen-Schmiede Rimac ein und erhöhte die Anteile im März 2021 von 18 auf inzwischen 24 Prozent. „Porsche ist seit 2018 ein großer Unterstützer unserer Firma, und es war immer ein Privileg, dass eine der bekanntesten Sportwagenmarken der Welt ein Teil von Rimac ist“, sagte Gründer Mate Rimac zu der engeren Zusammenarbeit. „Wir sind stolz darauf, gemeinsam an neuen aufregenden und elektrifizierten Produkten zu arbeiten.“

Porsche will dem kroatischen Start-up jedoch freie Hand lassen. Die Stuttgarter und auch der Mutterkonzern VW aus Wolfsburg hoffen jedoch, dass Rimac das nötige Know-How und die Komponenten liefert, um gegen den großen Konkurrenten Tesla zu bestehen, berichtet der Spiegel.

Porsche AG: Sportwagenhersteller soll Rimac nicht „an die kurze Leine nehmen“

Das heutige E-Auto-Startup Rimac startete ganz bescheiden in der Garage von Firmengründer Mate Rimac. Inzwischen hat sich der ehemalige Youtube-Star mit den beiden „Hypercars“ C One und C Two jedoch auch über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Dabei will der Gründer nicht unbedingt mit den nachhaltigeren E-Autos die Welt retten, sondern begeistert sich in erster Linie für die Fahrdynamik der elektrischen Sportwagen. „Wer was für die Welt tun will, sollte lieber aufhören, Fleisch zu essen, als in ein Elektroauto zu steigen“, sagte Mate Rimac dem Spiegel.

Je stärker große Konzerne wie Volkswagen das Startup Rimac einbinden, desto mehr geht dessen Geschwindigkeit, Flexibilität und Freiheiten verloren, fürchtet Automobilwirtschaftler Stefan Bratzel von der Hochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach laut dem Spiegel. VW-Chef Herbert Diess und Oliver Blume, CEO der Porsche AG, wären deshalb gut beraten, Rimac nicht an die kurze Leine zu nehmen, so Bratzel weiter. Dann könne sich der „Elon Musk des Balkans“ austoben wie in alten Zeiten. Davon würden auch die traditionellen Autobauer wie Porsche im Kampf gegen Tesla profitieren.

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