Umweltschutz und E-Autos

Schaden E-Autos der Umwelt? Porsche-Chef reagiert auf Vorwürfe

Ein weißer Porsche Taycan der ersten Generation lädt an einer Ladesäule des Anbieters Ionity.
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Der Taycan ist das erste reine Elektrofahrzeug von Porsche.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Die E-Auto-Revolution schreitet voran, doch einige Autofahrer sind noch immer skeptisch. Der Chef der Porsche AG reagierte auf die Vorwürfe, dass E-Autos der Umwelt schaden.

Stuttgart - In der weltweiten Autoindustrie liegt der Fokus immer mehr auf den E-Autos. Durch die Forderung der EU, Verbrenner-Modelle bis 2030 abzuschaffen, wird aktuell auch die Transformation bei den deutschen Herstellern beschleunigt. Die Porsche AG hat den Einstieg in die E-Mobilität mit ihrem ersten elektrischen Sportwagen erfolgreich absolviert. Der Taycan ist inzwischen das meistverkaufte Porsche-Modell in Europa. Dennoch gibt es immer noch Autofahrer, die der neuen Technologie skeptisch gegenüberstehen. Laut einer Studie glaubt jeder zweite Deutsche nicht an den Durchbruch des E-Autos in naher Zukunft.

Mit dem Fokus auf die E-Autos wollen die Autobauer ihre CO2-Emissionen deutlich senken. In Deutschland pochen derzeit auch die Grünen auf ein frühzeitiges Verbrenner-Aus. Immer wieder kommt jedoch der Vorwurf auf, die E-Autos seien nicht so umweltfreundlich, wie oftmals behauptet. Das liegt vor allem an den Akku-Batterien, die extrem schwer zu entsorgen sind. In einem Interview mit dem Nachrichtensender Welt reagierte Oliver Blume, CEO der Porsche AG, auf die Vorwürfe.

Porsche AG baut eigene Batteriefabrik für E-Autos

In den Benzin- und Diesel-betriebenen Verbrenner-Modellen versorgt die Autobatterie das Fahrzeug mit Energie für die Lichtanlage und andere elektrische Funktionen. Beim E-Auto sind dafür Batteriezellen in den Akkus verbaut. Die Porsche AG plant, in Tübingen eine eigene Batteriefabrik zu errichten. „Wir gründen mit unserem Partner Customcells ein Joint Venture, an dem Porsche rund 84 Prozent Anteil haben wird“, sagte Oliver Blume im Welt-Interview.

„Zusammen entwickeln wir eine neue Batteriegeneration: Die Energiedichte wird rund 40 Prozent über der starken Taycan-Zelle liegen.“ Zunächst soll die Produktion im Jahr 2024 in Kleinserie mit 100 Megawatt pro Jahr starten. Das reiche für die Bestückung von 1.000 Fahrzeugen, so der Porsche-Chef.

Porsche will großes Umweltproblem von E-Autos bekämpfen

Das Umweltproblem bei den Batterien der E-Autos dementiert der CEO der Porsche AG zwar nicht. Der Sportwagenhersteller will die Komponenten jedoch umweltfreundlich produzieren. „Bereits heute werden die Hochleistungszellen für den Taycan unter Einsatz erneuerbarer Energien gefertigt“, sagte Oliver Blume im Interview. Dazu seien auch die Zulieferer des Autobauers verpflichtet.

Zudem arbeite die Porsche AG gemeinsam mit Partnern an einem Verfahren, die Batterien zu recyclen. „So soll ein geschlossener Kreislauf entstehen und der Energieverbrauch über die gesamte Wertschöpfungskette reduziert werden.“ Die E-Auto-Batterien stehen gerade deshalb in der Kritik, weil es derzeit noch kein einheitliches Recycling-System gibt und die Lithium-Ionen-Akkus schwer zu entsorgen sind. Durch das Recycling und die anschließende Wiederverwendung könnte das Umweltproblem der E-Autos zumindest bekämpft werden. „Porsche will bereits 2030 CO2-neutral sein“, so Oliver Blume im Welt-Interview.

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