Neue Hochleistungszellen

E-Auto-Revolution: Porsche baut Hochleistungsbatterie - „Laden in weniger als 15 Minuten“

  • Valentin Betz
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Unternehmen wie die Porsche AG setzen zusehends auf das E-Auto. Doch die Technik hat noch Schwächen, beispielsweise bei den Ladezeiten. Die will der Sportwagenhersteller revolutionieren.

Stuttgart - Als Sportwagenhersteller war die Porsche AG beim Umstieg zur E-Mobilität zögerlicher, als andere. Inzwischen hat der Konzern mit dem Porsche Taycan aber sein erstes E-Auto in der Flotte und will in Zukunft mit weiteren Modellen nachlegen.

Dabei liegt noch viel Entwicklungs- und Aufklärungsarbeit vor der Porsche AG. Immer wieder muss Porsche-CEO Oliver Blume auf Vorwürfe reagieren, E-Autos schadeten der Umwelt. Aber nicht nur bei der Klimabilanz tobt der ewige Vergleich zwischen E-Autos und Verbrennern. Kritiker haben auch ganz praktische Vorbehalte gegenüber batteriebetriebenen Fahrzeugen: Vielen ist die Ladezeit nach wie vor zu lang. Die Porsche AG will das Problem mit neuen Batteriezellen adressieren.

Die Porsche AG gründet eigene Batteriefabrik - Hochleistungszellen sollen deutlich besser werden

Die revolutionären Hochleistungszellen für E-Autos baut Porsche in einem Joint Venture mit dem Unternehmen Customcells. Wo die Batterien genau gebaut werden, ist derzeit noch unklar, allerdings hat Customcells bereits ein Entwicklungszentrum in Tübingen. Wie Porsche-CEO Oliver Blume im Interview mit der Welt bekannt gab, besitzt der Sportwagenhersteller 84 Prozent der Anteile an Customcells.

Batteriezellen von Porsche: In Zukunft sollen Ladezeiten nicht mehr gleichzusetzen sein mit einer längeren Kaffeepause, sondern einem Tankvorgang beim Verbrenner gleichen.

Das Ergebnis dieser Kooperation soll eine neue Hochleistungszelle werden, die für E-Autos von Porsche in mehreren Bereichen einen Leistungssprung bereithält. Laut Oliver Blume werde die Energiedichte rund 40 Prozent über der starken Batterie des Porsche Taycan liegen. Zudem seien die Abmessungen kompakter und die Zellen hitzebeständiger. Doch die Hochleistungszellen lösen noch weitere Probleme der E-Autos.

Neue Hochleistungszelle von Porsche. Höhere Reichweite und geringere Ladezeit

„Wir können die Reichweiten bei gleichem Gewicht um gut 100 Kilometer erhöhen“, erklärt der Porsche-Chef gegenüber der Welt. Die Reichweite ist bislang eine der größten Schwachstellen von E-Autos. Mit einem vollen Tank kommen Verbrenner aktuell deutlich weiter. In Kombination mit einer weiteren Schwäche von Elektroautos wird eine Fahrt da schnell zur Zerreißprobe: Wenn die Batterien einmal leer sind, dauert das Laden eine ganze Weile. Auf langen Fahrten kann das Nerven kosten.

Doch auch da setzt die Hochleistungszelle von Porsche an. „Die Ladezeiten verkürzen sich deutlich: Heute ist der Taycan in 22,5 Minuten von 5 auf 80 Prozent geladen. Die Hochleistungszellen wird man in weniger als 15 Minuten laden können“, versichert Porsche-CEO Oliver Blume. „Damit nähern wir uns der Dauer eines traditionellen Tankvorgangs.“ Trotz der Steigerung bei der Reichweite von Porsche-E-Autos stellte Oliver Blume aber klar: „Porsche muss nicht Reichweiten-Weltmeister sein. Für uns sind Gewicht und Fahrdynamik wichtig. Und der Aspekt der Nachhaltigkeit.“

Rubriklistenbild: © Porsche AG

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