Weltweites Phänomen

Porsche Taycan: E-Autos schalten sich spontan aus - Rückruf wegen gefährlichem Softwarefehler

Ein grüner Taycan der Porsche AG fährt auf einer Straße.
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Aufgrund eines Software-Defekts ruft die Porsche AG weltweit 34.000 Modelle des E-Sportwagens Taycan zurück.
  • Julian Baumann
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Schon vor Wochen klagten viele Besitzer eines Taycans der Porsche AG über ein Batterieproblem bei den E-Autos. Nun werden weltweit Zehntausende Modelle zurückgerufen.

Stuttgart - Die Porsche AG ist aufgrund ihrer Sportwagen auf der ganzen Welt bekannt. Im vergangenen Jahr enthüllte der Hersteller aus der Landeshauptstadt Stuttgart das erste vollelektrische Sportwagenmodell. Der Taycan ist inzwischen das meistverkaufte Porsche-Modell in Europa und schlägt damit sogar den Porsche-Klassiker 911. Obwohl die Schwaben großen Wert auf die E-Mobilität legen, soll das beliebteste Automodell weiterhin nur als Verbrenner gebaut werden. Dennoch treibt Porsche die Transformation zur Produktion von E-Autos weiter voran und plant in Tübingen eine eigene Batteriezellenfabrik zu bauen.

Der vollelektrische Taycan der Porsche AG spielt als E-Auto in der gehobenen Preisklasse mit. Deshalb muss sich der Sportwagen auch immer wieder mit dem Model S vom vermeintlichen Marktführer Tesla messen lassen. Doch der Taycan stellt Tesla in den Schatten, Elon Musk selbst hat das möglich gemacht. Ende Mai klagten jedoch mehrere Besitzer des E-Sportwagens über Probleme. Die entsetzten Fahrer meldeten, dass sich die Batterie des Porsche Taycan spontan entlädt. Nun muss die Porsche AG weltweit 43.000 Taycan-Modelle zurückrufen.

Porsche AG: Möglicher Taycan-Rückruf könnte rund 30.000 Fahrzeuge betreffen

Mit dem Taycan hat die Porsche AG im vergangenen Jahr das erste rein batteriebetriebene Modell aus Zuffenhausen vorgestellt. Der E-Sportwagen gilt nicht nur als Aushängeschild für die E-Mobilität bei Porsche, sondern auch beim Mutterkonzern Volkswagen. Im vergangenen Jahr knackte Porsche mit dem Taycan einen E-Auto-Meilenstein von über 20.000 verkauften Fahrzeugen. In diesem Jahr wollen die Stuttgarter den Absatz mit 40.000 Einheiten verdoppeln. Allein im ersten Quartal 2021 verkaufte der Sportwagenhersteller bereits 9.000 Taycan-Modelle, berichtet das Handelsblatt. Mit einem großen Absatz, steigt jedoch auch die Anzahl an Fahrzeugen, die im Falle eines Defekts in die Werkstätte zurückgerufen werden müssen.

Ende Mai meldeten Taycan-Fahrer, dass das Modell der Porsche AG bei voller Fahrt plötzlich an Antrieb verliere. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA führte daraufhin Ermittlungen durch. Zunächst galt die Untersuchung für neun beanstandete Fahrzeuge, im Falle eines Rückrufs wären jedoch rund 12.000 Taycan-Modelle allein in den USA betroffen gewesen. Laut dem Handelsblatt könnten nun sogar 30.000 Porsche-Taycan, die weltweit ausgeliefert wurden, von einem möglichen Rückruf betroffen sein.

Porsche AG bestätigt Rückruf von sogar 43.000 Taycan-Modellen weltweit

Auf Anfrage von BW24 bestätigte die Porsche AG den weltweiten Rückruf der E-Sportwagen. „Wir rufen alle 43.000 Taycan-Modelle zurück“, sagte Porsche-Sprecher Mayk Wienkötter. „Also alle Modelle außer der im Juni gestarteten neuen Modellreihe.“ Laut dem Unternehmenssprecher handelt es sich bei dem Defekt um ein sporadisch auftretendes Kommunikationsproblem zwischen Software-Komponenten. Deshalb schalten sich die elektrischen Sportwagen aus, können jedoch nach einer Warnmeldung nach 90 Sekunden wieder gestartet werden. „Auch nach einer Abschaltung bleiben die Fahrzeuge rollbar, können also ausgerollt werden“, so Wienkötter.

Die Porsche AG hat nach eigenen Angaben selbst Versuche mit den Taycan-Modellen durchgeführt. „Dabei haben wir nur bei 0,3 Prozent der Fahrzeuge einen technischen Defekt festgestellt“, sagte Mayk Wienkötter. Da das Phänomen jedoch weltweit auftrete, werde Porsche alle 43.000 verkauften Taycan-Modelle zurück in die Werkstatt rufen. Unfälle habe es in Zusammenhang mit dem Kommunikationsproblem beim Porsche-Taycan nicht gegeben, sagte der Pressesprecher. Die E-Sportwagen weltweit werden in die jeweilige Porsche-Werkstatt zurückgerufen, in der sie auch verkauft wurden. Dort werden die Taycan-Modelle mit einem kostenlosen Software-Update versehen. „Nach dem Update sind die Fahrzeuge sofort wieder voll fahrbereit“, so Wienkötter. Das Update soll etwa eine Stunde in Anspruch nehmen.

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