Batterieproblem beim E-Sportwagen?

Entsetzte Fahrer melden, dass sich Batterie des Porsche Taycan spontan entlädt

Ein Taycan 4S Cross Turismo der Porsche AG fährt auf einer Straße.
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Beim elektrischen Sportwagen Taycan der Porsche AG gibt es offenbar ein Batterieproblem.
  • Julian Baumann
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Die Porsche AG feiert mit dem elektrischen Sportwagen Taycan große Erfolge. Mehrere Besitzer klagen nun jedoch über ein Batterieproblem - der Stromer verliere plötzlich seine Antriebskraft.

Stuttgart - Die Porsche AG mit Hauptsitz in der Landeshauptstadt Stuttgart ist weltweit für die luxuriösen Sportwagen bekannt. Auch mit dem ersten vollelektrischen Modell, dem Porsche Taycan, feiert der Autobauer große Erfolge. Der Taycan ist inzwischen das meistverkaufte Porsche-Modell in Europa und knackte im vergangenen Jahr sogar einen E-Auto-Meilenstein mit 10.000 verkauften Fahrzeugen.

Bei der Produktion der Modelle, zu denen neben den Sportwagen auch die SUV Cayenne und Macan gehören, setzten die Schwaben nach wie vor auf Qualität „Made in Germany“. Insgesamt legt die Porsche AG bei der Produktion auf Details und Verarbeitung großen Wert.

Die Sportwagen der Porsche AG sind nicht nur in Deutschland und Europa gefragt, sondern werden auch auf dem internationalen Automarkt gut verkauft. Auch der Taycan erfreut sich beispielsweise in den USA großer Beliebtheit. Nun leitete die US-Verkehrssicherungsbehörde NHTSA allerdings eine Voruntersuchung aufgrund von Sicherheitsmängeln ein.

Grund sei, dass die E-Sportwagen bei einigen Kunden während der Fahrt einfach ihre Antriebskraft verlieren. Gerade bei einem Porsche-Modell wie dem Taycan, das trotz Elektromotor auf eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h kommt, kann das eine erhebliche Gefährdung des Straßenverkehrs bedeuten.

Porsche AG: Taycan-Fahrer blieben mit dem beliebten E-Sportwagen auf der Straße liegen

Mit dem elektrischen Taycan und auch allen anderen Modellen spricht die Porsche AG klar eine Zielgruppe an, die sich Fahrzeuge im hohen Preissegment leisten kann. Der E-Sportwagen ist kaum unter dem stolzen Preis von 100.000 Euro zu haben, der Hersteller bietet jedoch auch eine günstigere Basis-Version an. Damit brachte Porsche sein bisher günstiges E-Auto auf den Markt. Insgesamt ist ein Porsche-Fahrzeug allerdings wohl eine langfristige Investition.

Unfehlbar scheint der E-Auto-Hit von Porsche nicht zu sein. So veröffentlichte ein deutscher Auto-YouTuber jüngst ein kritisches Video. Der Tesla-Fan kaufte sich einen Porsche Taycan und entdeckte nach der ersten Euphorie mehrere Mängel. Nun klagen auch Besitzer des Stromers in den USA über Probleme. Eine plötzliche Entladung der 12-Volt-Batterie könne zum Absterben des Motors führen, sagten mehrere Halter gegenüber der US-Verkehrsbehörde.

Der elektrische Taycan der Porsche AG ist mit einer Traktionsbatterie am Unterboden des Sportwagens und einer Starterbatterie im Motorraum ausgestattet. In fast allen E-Autos anderer Autobauer wird die Starterbatterie mit einer Spannung von 400 Volt angetrieben, beim Porsche-Modell verrichtet sie ihre Arbeit dagegen mit der doppelten Power. Gerade diese Batterie scheint sich bei einigen Haltern spontan zu entladen.

„In allen Beschwerden wird behauptet, dass der Verlust der Antriebskraft ohne Vorwarnung auftrat und Meldungen über einen Batteriefehler während oder nach dem Abwürgen des Fahrzeugs angezeigt wurden”, meldete die US-Verkehrsbehörde. Einige Taycan-Fahrer schafften es nach dem Entladen der Batterie nicht mehr, den Sportwagen erneut zu starten und blieben dadurch mitten auf der Straße liegen.

Porsche Taycan: Halter warnen laut Behörde bereits seit Langem vor Sicherheitsgefahr

Der US-Verkehrsbehörde liegen nach eigenen Angaben neun Beschwerden in Bezug auf den Taycan der Porsche AG vor. Zudem verweisen die Beschwerdeführer auf mehrere Internetplattformen, auf denen Halter seit Langem vor einem Sicherheitsproblem bei den E-Sportwagen warnen.

Nun hat die US-Verkehrsbehörde eine Voruntersuchung in Bezug auf die spontanen Batterieentladungen eingeleitet. Sollte sich eine weitere Untersuchung anschließen, müssten in den USA rund 12.000 Taycan-Modelle zurückgerufen werden. Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt sind in Deutschland bislang 4.000 E-Sportwagen von Porsche zugelassen.

Im Bericht der Verkehrsbehörde wird die US-Niederlassung der Porsche AG als Hersteller angegeben. „Wir sind jedoch auch involviert, da wir ja hier am Standort Stuttgart das Fahrzeug bauen“, sagt Porsche-Pressesprecher Mayk Wienkötter auf Anfrage von BW24. „Wir sind in Austausch mit den US-Behörden und führen Untersuchungen zu den beanstandeten neun Fahrzeugen durch“, so Wienkötter. „Die Untersuchungen dauern derzeit noch an“.

Auf dem amerikanischen Automarkt hatte jüngst auch ein anderer Autobauer mit Problemen zu kämpfen, der seinen Hauptsitz wie die Porsche AG ebenfalls in Stuttgart hat. Die Daimler AG musste 340.000 Autos zurückrufen, aufgrund von „erhöhten Unfallrisiken“.

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