E-Fuels

Porsche AG erforscht revolutionären Antrieb - weder E-Auto noch Wasserstoff

Porsche Targa 4S von oben
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Die Porsche AG entwickelt einen völlig neuen Antrieb für ihre rasanten Sportwagen
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Die Porsche AG entwickelt einen neuen Antrieb. Er ist eine Alternative zu Wasserstoff und E-Autos. Damit setzt der Autobauer aus Stuttgart auf einen dritten Weg.

  • Der Stuttgarter Autobauer Porsche AG will zukünftig die Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen vorantreiben.
  • Mit Elektroantrieben allein komme man nicht schnell genug voran.
  • Der Kraftstoff E-Fuels unterscheidet sich in seinen Grundeigenschaften nicht von Benzin oder Kerosin

Stuttgart - Die Porsche AG mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart stellte mit dem Taycan ein erstes rein elektrisch angetriebenes Modell vor. Das reiche aus langer Sicht jedoch nicht, sagte Entwicklungschef Michael Steiner nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Zukünftig will der Sportwagenbauer die Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen vorantreiben. Für den Hauptsitz der Porsche AG und die anderen Standorte weltweit. Die Kraftstoffe gelten gemeinhin als realistische Alternative zu Benzin und Diesel und könnten in der Lage sein, den Autoverkehr auf lange Sicht klimafreundlicher zu machen. Bisher gibt es solche Kraftstoffe jedoch kaum.

Die Technologie der sogenannten „E-Fuels“ sei deshalb so wichtig, weil der Verbrennungsmotor die Autowelt noch viele Jahre dominieren werde, sagte Porsche-Entwicklungschef Michael Steiner nach Angaben der dpa. „Wenn man die Bestandsflotte perspektivisch nachhaltig betreiben will, dann sind E-Fuels ein elementarer Bestandteil“.

Porsche AG: Bis 2025 will der Sportwagenhersteller die Hälfte aller Autos mit E-Antrieb verkaufen

Die Aktie der Porsche AG reagierte auf die Nachricht mit einem Plus. Der Fahrzeughersteller aus Stuttgart möchte die Entwicklung der E-Fuels zwar vorantreiben, jedoch nicht jeden einzelnen Schritt selbst gestalten. „Wir haben ein Team, das nach geeigneten Partnern sucht, die mit uns Pilotanlagen bauen und den Nachweis führen wollen, dass die gesamte Prozesskette funktioniert und industrialisierbar ist“, sagte der Porsche-Entwicklungschef Michael Steiner der dpa.

Die Porsche AG will nach Angaben der dpa Einfluss auf die Spezifikationen eines neuen synthetischen Kraftstoffs nehmen können. „Wir wollen unbedingt mit spezifizieren, damit dieser Kraftstoff so tauglich ist, dass er auch für Hochleistungsmotoren funktioniert“, erklärt Michael Steiner.

Ein E-Auto direkt an Ort und Stelle zu laden, ist auf den ersten Blick effizienter, als einen komplett neuen, synthetischen Kraftstoff herzustellen. Das sieht auch der Entwicklungschef der Porsche AG ein, wie die dpa berichtet. Michael Steiner möchte diese Ausrede dennoch nicht ewig gelten lassen. „Wenn es uns gelingt, als Menschheit die weltweit betrachtet im Überschuss vorhandene regenerative Energie zu nutzen, können wir die Nachhaltigkeit höher priorisieren als die Effizienz“, sagte der Porsche-Manager.

Porsche AG: Unternehmen geht einen anderen Weg als die meisten Autohersteller

Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg haben die meisten Autohersteller mit Problemen und Verlusten zu kämpfen. Im Gegensatz zur Daimler AG machte Porsche in der Coronakrise jedoch einen Milliardengewinn und hängte andere Automarken ab. Auch bei den Antrieben will der Fahrzeughersteller aus Stuttgart einen anderen Weg gehen.

Daran, den reinen Verbrennungsmotor aus dem Programm zu nehmen, denkt die Porsche AG im Gegensatz zu anderen Autobauern nicht. Man möchte auch weiterhin auf den Verbrennungsmotor, den Hybridantrieb und eben Elektroautos setzen. „Wir sind überzeugt, dass diese drei Antriebstechnologien mittelfristig am Markt bestehen", sagte Steiner. Die Brennstoffzelle ist für die Porsche AG dagegen keine Option.

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