Ärger für Autokonzern

Porsche muss 40 Millionen Euro wegen Steuerdelikt zahlen

Porsche AG
+
Ärger für Porsche: Der Sportwagenhersteller konnte ein Steuerdelikt-Verfahren jetzt mit der Zahlung eines Bußgeldes beilegen.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
    schließen

Die Porsche AG ist wegen eines Steuerdelikts angeklagt. Der Konzern aus Stuttgart muss deshalb ein hohes Bußgeld zahlen - der Ärger ist damit aber noch nicht ganz vorbei.

Stuttgart - Eigentlich hatte die Porsche AG zuletzt wenig Anlass zu Beschwerden. Der Sportwagenhersteller aus Stuttgart hat die schlimmste Phase der Corona-Pandemie erstaunlich gut verkraftet. Dazu hat der Konzern den Umstieg auf E-Autos erfolgreich auf den Weg gebracht, mit dem Taycan erzielte Porsche einen Absatzrekord.

Allerdings hatte die Porsche AG zuletzt Ärger mit dem Gesetz, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Dem Sportwagenhersteller wurde von der Staatsanwaltschaft ein Steuerdelikt vorgeworfen. Zu einem Prozess kommt es aber offenbar nicht, denn die Porsche AG hat auf Rechtsmittel gegen das damit zusammenhängende Bußgeldverfahren verzichtet und der Zahlung einer Geldbuße eingewilligt.

Porsche AG: Konzern zahlt Geldbuße an das Land Baden-Württemberg

Es ist nicht das erste Mal, dass der Sportwagenhersteller mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Wegen Abgasmanipulation hat Porsche aktuell ein weiteres Verfahren am Hals. Das Verfahren wegen eines Steuerdelikts ist hingegen „rechtskräftig abgeschlossen“, wie die Wirtschaftswoche schreibt. Porsche zahlt demnach 40 Millionen Euro wegen Verletzung der Aufsichtspflicht im Unternehmen an das Land Baden-Württemberg.

Konkret ging es bei der Anklage darum, dass es als Folge der Verletzung der Aufsichtspflicht bei der Porsche AG zu falschen und unvollständigen steuerrelevanten Buchungen von Beträgen kam - und das über fünf Jahre zwischen 2009 und 2016. Ein ehemaliger Porsche-Betriebsrat soll eine überhöhte Vergütung erhalten haben, die als Betriebsausgaben geltend gemacht wurde und dadurch die Steuerlast von Porsche verringerte. 2019 kam es deshalb sogar zu Durchsuchungen von Porsche-Büros und Privatwohnungen durch die Staatsanwaltschaft.

Porsche AG legt Verfahren wegen Steuerdelikts bei - doch der Ärger geht weiter

Der Konflikt mit dem Gesetz ist für die Porsche AG mit der Zahlung der Geldbuße über 40 Millionen Euro allerdings noch nicht ganz beendet. Denn im Zusammenhang mit der überhöhten Vergütung, die als Betriebsausgaben geltend gemacht worden waren, besteht auch der Verdacht der Bestechung. Ein Finanzbeamter soll Vorteile angenommen und im Gegenzug geheime Informationen an einen Steuerberater von Porsche preisgegeben haben. Dieser Verdacht wird von der Staatsanwaltschaft nach wie vor ermittelt.

Wegen Verletzung der Aufsichtspflicht wurde auch gegen sechs aktuelle und ehemalige Vorstandsmitglieder der Porsche AG ermittelt - auch diese Verfahren wurden aber durch die Zahlung des Bußgeldes eingestellt. „Zwar ergaben die Ermittlungen konkrete Zuwiderhandlungen auf der Arbeitsebene der Porsche AG; eine individuelle Verantwortlichkeit bei der Verletzung von Aufsichtspflichten konnte jedoch nicht festgestellt werden“, erklärte die Staatsanwaltschaft gegenüber der Wirtschaftswoche.

Auch das Verfahren wegen Zweckentfremdung von Firmengeld gegen einen früheren Porsche-Betriebsrat wurde eingestellt, er zahlt einen mittleren sechsstelligen Betrag an gemeinnützige Einrichtungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare