Proteste erfolgreich

Porsche senkt wöchentliche Arbeitszeit von über 4.000 Mitarbeitern

Produktion in der Autoindustrie bei Porsche
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Porsche gleicht Arbeitszeiten an: Beschäftigte im Leipziger Werk bekommen in Zukunft die 35-Stunden-Woche.
  • Valentin Betz
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Die Porsche AG hat Standorte in ganz Deutschland. Die Arbeitsbedingungen sind teilweise aber sehr unterschiedlich. Ein Werk in Leipzig reagiert jetzt darauf.

Stuttgart/Leipzig - Die Porsche AG ist mit ihren Sportwagen international bekannt und beliebt. Der Erfolg des Konzerns aus Stuttgart wird dabei nicht zuletzt auch von den zahlreichen Mitarbeitern getragen. Doch deren Arbeitsbedingungen sind an den diversen Standorten von Porsche in Deutschland durchaus unterschiedlich.

Der Sportwagenhersteller aus Stuttgart hatte bei der Bezahlung und den Arbeitszeiten bislang noch ein Gefälle zwischen Ost und West. In Leipzig legten Tausende Porsche-Mitarbeiter deshalb ein ganzes Werk lahm. Der Protest hatte offenbar Erfolg. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, haben sich Geschäftsführung und Betriebsrat des Porsche-Werks in Leipzig auf eine Reduzierung der Arbeitszeit geeinigt.

Porsche-Werk in Leipzig: Geschäftsführung lenkt nach Protesten von Mitarbeitern ein

Dabei ging es den 4.300 Beschäftigten im Porsche-Werk in Leipzig nicht ausschließlich um eine geringere Arbeitszeit - sondern eher um eine Gleichbehandlung mit Kollegen anderer Standorte. Denn mit 38 Stunden pro Woche wird in der ostdeutschen Stadt mehr gearbeitet, als im Westen. Die Gewerkschaft IG Metall hatte deshalb in der Vergangenheit zu Streiks in diversen sächsischen Autowerken aufgerufen, um die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche durchzusetzen.

Die Beschäftigten von Porsche folgten dem Aufruf mit insgesamt fünf 24-Stunden-Warnstreiks. Diese trugen jetzt offenbar zum Erfolg bei, denn die Geschäftsführung einigte sich mit dem Betriebsrat von Porsche auf eine Reduktion der wöchentlichen Arbeitszeit. „Dieses Verhandlungsergebnis ist tarifpolitisch zukunftsweisend für die Metall- und Elektroindustrie in Berlin Ost, Brandenburg und Sachsen“, erklärte die Leiterin des IG-Metall-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen entsprechend.

Porsche-Werk in Leipzig: Beschäftigte setzen Reduktion der Arbeitszeit durch

Ab dem Jahr 2025 müssen die Beschäftigten im Porsche-Werk Leipzig nur noch 35 Stunden pro Woche arbeiten. Bereits 2022 wird die wöchentliche Arbeitszeit auf 36,5 Stunden herabgesetzt. Die Beschäftigten in Leipzig konnten durch ihre Proteste aber noch weitere Verbesserungen erkämpfen. Bis Ende Juli 2030 werden betriebsbedingte Kündigungen für die Stammbelegschaft ausgeschlossen, zudem wurden Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung und Sonderzahlungen gefunden.

Zuletzt hatte die Corona-Pandemie für eine positive Entwicklung für die Mitarbeiter gesorgt. Auch nach der Krise sollen Porsche-Mitarbeitern 12 Tage Home-Office pro Monat ermöglicht werden. Der Betriebsratsvorsitzende des Porsche-Werks in Leipzig lobte anlässlich der Einigung seine Belegschaft und betonte die Wichtigkeit der neuen Regelungen. „Damit sind wir nun gleichwertig in der Porsche-Familie“, sagte er.

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