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Ex-Chef von Tesla Deutschland gründet Elektro-Startup und Porsche investiert

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Von: Julian Baumann

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Philipp Schröder, früherer Chef von Tesla Deutschland, neben einem Porsche Taycan
Porsche investiert in das Start-Up „1Komma5°“, das von dem früheren Tesla Deutschland Chef Philipp Schröder (rechts) gegründet wurde (bw24-Montage). © Porsche & Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der ehemalige Chef von Tesla Deutschland gründet einen Elektriker-Konzern. Hauptinvestor ist der Investmentzweig der Porsche AG.

Stuttgart - Die Porsche AG und Tesla liefern sich im Bereich der E-Autos seit einiger Zeit ein Wettrennen. Der erste vollelektrische Sportwagen des Unternehmens aus der Landeshauptstadt Stuttgart, der Porsche Taycan, muss sich immer wieder mit Tesla-Modellen messen. Im vergangenen Jahr traten der Porsche Taycan und das Tesla Model S zu einem Rennen durch Deutschland an. Damals musste sich das Fahrzeug aus Zuffenhausen seinem Kontrahenten geschlagen geben. Im Januar schlug der Porsche Taycan das Tesla Model S bei einem Rennen doch deutlich. Inzwischen hat der Taycan auch bei den Absatzzahlen Tesla überholt.

Obwohl der E-Auto-Pionier Tesla seine geplante Gigafactory bei Berlin noch immer nicht fertiggestellt hat, gibt es auch in Deutschland seit einiger Zeit Niederlassungen des US-Unternehmens. In Stuttgart kann man sich beispielsweise in einem Showroom nahe dem Rathaus ausgewählte Modelle anschauen. Der ehemalige Chef von Tesla Deutschland will nun ein eigenes Unternehmen aufziehen. Dabei handelt es sich um einen Elektriker-Konzern, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (faz) berichtet. Der größte Einzelinvestor für das Start-up ist Porsche Ventures, der Investmentzweig des Sportwagenbauers Porsche AG.

Porsche AG investiert in Start-up von Ex-Tesla-Manager

Als ehemaliger Chef von Tesla Deutschland kennt sich Phillipp Schröder mit der Elektromobilität aus. Mit seinem eigenen Konzern will er dagegen den Grundstein für jegliche Arbeit mit Strom fördern. In Deutschland ist es seit jeher nicht gerade leicht, schnell einen Elektriker zu finden. Eine Kontaktaufnahme ist nur über E-Mail oder über das Telefon möglich und oftmals muss man lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Das plant Schröder mit dem Aufbau eines Elektrikerkonzerns zu ändern. Durch die Investitionen der Porsche AG und weiterer Geldgeber wollen der Ex-Tesla-Manager und ehemalige Geschäftsführer des Batterieherstellers Sonnen weitere Elektrikerbetriebe aufkaufen und sie unter dem Namen „1Komma5°“ unter einem Dach bündeln, wie die faz berichtet.

Philipp Schröder (l) und Christoph Ostermann, beide Geschäftsführer der Sonnen GmbH, stehen in den Räumen ihrer Firma in Wildpoldsried (Bayern) vor zwei Solarbatterien aus ihrer Produktion, welche Privathaushalte mit Energie versorgen können.
Philipp Schröder (links), ehemaliger Chef von Tesla Deutschland und Geschäftsführer der Sonnen GmbH, will einen Elektrikerkonzern aufbauen (Archivbild). © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Dass die Porsche AG in einen Elektrikerkonzern investiert, ist nicht abwegig. Philipp Schröder hat bei seinem Plan nämlich auch die E-Mobilität im Sinn. „Unser Ansatz ist: Es gibt genug Technologien für die Energiewende. Es gibt genug Kapital. Strom aus Fotovoltaik ist inzwischen günstiger. Was fehlt, ist die Werkbank“, sagte Schröder der faz. In Deutschland gebe es aktuell 4.000 von insgesamt 60.000 Elektrikern, die an der Energiewende arbeiten. Das reiche nicht aus, wenn man auf lange Sicht 25 Millionen Ladepunkte für E-Autos bauen wolle. „Wenn wir die Erneuerbaren verdoppeln wollen, wie die Ampel das plant, fehlen die Elektriker“, so Schröder.

Start-up 1Komma5°: „Mit Porsche bleibt man Premium, und man bleibt sexy“

Der ehemalige Chef von Tesla Deutschland hat sich nach eigenen Angaben ganz bewusst für die Porsche AG als Investor entschieden. Die Bekanntheit des Stuttgarter Sportwagenbauers soll auch seine neue Marke bekannter machen. „Wir haben uns auch wegen des Brandings für Porsche entschieden“, erklärte Philipp Schröder der faz. Es hätten unter anderem auch Öl- und Energiekonzerne angefragt, doch die habe er abgelehnt. „Mit Porsche bleibt man Premium, und man bleibt sexy. Die Elektriker kennen die Porschezentren vor Ort.“ Das soll letztendlich auch den Beruf des Elektrikers wieder attraktiv machen.

Der Porsche AG geht es bei der Investition dagegen weniger um die Elektriker, sondern eher um „die große Vision der nachhaltigen Stromversorgung“, wie Patrick Huke von Porsche Ventures der faz sagte. „Wir können noch so viel E-Fahrzeuge auf die Straße bringen, wenn Werkbank und Lade­infrastruktur nicht geklärt sind.“ Ziel sei es, die gesamte Wertschöpfungskette zu adressieren, nicht nur die E-Autos, sondern auch die nachhaltige Erzeugung und Speicherung von Strom und die Ladeinfrastruktur. Zwei ehemalige Porsche-Ingenieure gründeten ebenfalls ein Start-up. Ihre Plattform könnte die Lösung für ein großes Problem der Autobranche sein.

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