Sportwagen „Made in Germany“

Die Porsche AG: Das Unternehmen hinter den beliebten Sportwagen

  • Marleen van de Camp
    vonMarleen van de Camp
    schließen

Die Porsche AG stellt hochwertige Sportwagen her, die in aller Welt beliebt sind. Doch wie wurde das Unternehmen aus Stuttgart-Zuffenhausen so erfolgreich?

  • Die Porsche AG zählt zu den wichtigsten Autoherstellern in Deutschland und ist insbesondere im Bereich der Sportwagen führend.
  • Porsche produziert im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und an mehreren weiteren Standorten in Deutschland und Europa.
  • Das Unternehmen entstand in den 30er Jahren und entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg von einem kleinen Konstruktionsbüro zu einem der wichtigsten deutschen Fahrzeughersteller.

Stuttgart - Die Geschichte der Porsche AG beginnt am 1. Dezember 1930. Damals machte sich der Firmengründer Ferdinand Porsche (75, † 1951) mit einem Konstruktionsbüro in Stuttgart – damals die Hauptstadt des Volksstaats Württemberg – selbstständig. Schon bei seinen vorherigen Arbeitgebern war Porsche mit der Entwicklung von Autos beschäftigt.

1900 sorgte Ferdinand Porsche beispielsweise bei der Weltausstellung in Paris mit dem sogenannten Lohner-Porsche für Aufsehen, den er für die österreichische Hofwagenfabrik Lohner entworfen hatte. Später übernahm er die Leitung des Konstruktionsbüros der Daimler-Motoren-Gesellschaft – einem Vorgängerunternehmen der Daimler AG. Auf diese Weise gelangte Porsche nach Stuttgart.

Porsche AG: So entstand der Sportwagen-Hersteller aus Stuttgart

Das erste E-Auto? Ferdinand Porsche verpasste im Jahr 1900 dem Lohner-Porsche elektrisch angetriebene Radnabenmotoren, auch versuchsweise an allen vier Rädern.

Bereits 1931 konnte das junge Unternehmen einen bedeutenden Auftrag verzeichnen: Es entwickelte den Porsche Typ 12 für das Unternehmen Zündapp aus Nürnberg in Bayern. 1934 erhielt der Vorstand des Unternehmens vom Reichsverband der Automobilindustrie den Auftrag, den KdF-Wagen zu entwickeln. Auf diese Weise entstand das Modell, das später als VW Käfer weltberühmt wurde.

Weitere wichtige staatliche Aufträge für Porsche sollten folgen. Das führte zu einem erheblichen Wachstum, sodass weitere Standorte zum Konstruktionsbüro hinzukamen. 1947 war das Konstruktionsbüro in einer Automobilfabrik aufgegangen und es kam zum Bau des ersten Fahrzeugs, das auch unter der Bezeichnung Porsche vertrieben wurde – dem 356 Nr. 1 Roadster.

Standorte der Porsche AG: Stuttgart-Zuffenhausen, Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg und weitere

Die Porsche AG produziert mittlerweile an mehreren Standorten in Deutschland und weiteren Ländern Europas. Die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart spielte in der Geschichte des Unternehmens eine wichtige Rolle. Bis heute befindet sich in Stuttgart der Hauptsitz der Porsche AG.

Im Stadtteil Zuffenhausen ist nicht nur der Vorstand der Porsche AG ansässig. Darüber hinaus findet hier ein erheblicher Teil der Produktion statt. Hinzu kommt ein Werk in Leipzig, Sachsen. Hier stellt Porsche beispielsweise das Modell Panamera her. Außerdem gibt es noch das Volkswagenwerk Osnabrück, das aufgrund der starken Verflechtungen zwischen den beiden Unternehmen ebenfalls Fahrzeuge der Marke Porsche herstellt.

Darüber hinaus gibt es weitere Standorte der Porsche AG im Ausland. Hierbei ist in erster Linie Volkswagen Slovakia zu nennen. Das Tochterunternehmen der Volkswagen AG produziert in Bratislava Bauteile für Porsche-Fahrzeuge. Von großer Bedeutung war auch das finnische Unternehmen Valmet Automotive. Dieses ist zwar eigenständig, stellte jedoch bis 2011 Fahrzeuge im Auftrag der Porsche AG her.

Hinzu kommen weitere Tochterunternehmen der Porsche AG, die auch abseits der Automobilbranche tätig sind. Hierzu zählen beispielsweise die Porsche Consulting GmbH in Bietigheim-Bissingen und die Porsche Digital GmbH in Ludwigsburg. Beide Städte befinden sich in Baden-Württemberg im direkten Umland der Landeshauptstadt Stuttgart.

Der Vorstand der Porsche AG: CEO Oliver Blume und sein Team

Der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG ist seit 2015 Oliver Blume (51). Seine Karriere begann Blume bei Audi – einem Unternehmen, das ebenfalls zur Volkswagen AG gehört. Nachdem er unter anderem für den Karosseriebau beim Audi A3 verantwortlich war, wechselte er später zu Seat und daraufhin zu Volkswagen. So lernte er viele weitere Standorte kennen. 2013 wurde er dann als Vorstand zur Unternehmenstochter Porsche berufen. Rund zwei Jahre später ging er hier als Vorstandsvorsitzender in die Geschichte ein. Eine Bewerbung bei Porsche kann also der Beginn einer großen Karriere sein.

Der Vorstand der Porsche AG umfasst neben Oliver Blume noch sechs weitere Mitglieder:

Porsche-VorstandBereich
Oliver BlumeVorstandsvorsitzender
Andreas HaffnerPersonal- und Sozialwesen
Lutz MeschkeFinanzen und IT
Uwe-Karsten StädterBeschaffung
Michael SteinerForschung und Entwicklung
Albrecht ReimoldProduktion und Logistik
Detlev von PlatenVertrieb und Marketing

Porsche AG: Umsatz, Aktienkurse und weitere wirtschaftliche Kennziffern

Bei der Porsche AG handelt es sich um einen wichtigen Kraftfahrzeughersteller mit einer bedeutenden Geschichte. Daher ist das Unternehmen auch in der Liste der umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland vertreten. 2018 gab der Vorstand des Unternehmens beispielsweise einen Umsatz von 25,7 Milliarden Euro bekannt. Damit stand Porsche deutschlandweit auf Platz 31.

Auch die Aktie des Fahrzeugherstellers Porsche entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten stark – wenn auch mit den börsenüblichen Schwankungen. Anfang 1990 lag der Kurs beispielsweise bei 4,34 Euro (umgerechnet). Daraufhin kam es zu einer erheblichen Wertsteigerung. Das Jahr 2020 begann die Porsche-Aktie mit einem Wert von 66,74 Euro, was eine stabile Wertentwicklung verdeutlicht. Dazu trägt sicherlich bei, dass Porsche eine positive Umsatzentwicklung verzeichnet und die Produktion an den verschiedenen Standorten sehr positiv verläuft.

Porsche AG: Die erfolgreichsten Modelle des Unternehmens

Um das Unternehmen zu beschreiben, ist ein Blick auf die Geschichte seiner wichtigsten Modelle von großer Bedeutung. Herausragende Fahrzeuge der Porsche AG waren unter anderem:

  • 365
  • 911
  • Boxster
  • Cayenne

Das erste Fahrzeug, das das Unternehmen unter seinem eigenen Namen herstellte, war der Porsche 365. Hierbei handelte es sich um einen Sportwagen, der – typisch für Porsche – mit einem Heckmotor ausgestattet war. Die Produktion begann 1948 am Standort Gmünd in Österreich. Zwischen 1950 und 1965 stellte Porsche den Sportwagen dann in Stuttgart her.

Seit seiner Präsentation 1963 entwickelt der Sportwagenbauer den 911er bis heute stetig weiter. Im Bild links ein 2.0 Coupé von 1964 und rechts ein Carrera 4S Coupé der aktuellen Baureihe 991.

Das erfolgreichste Modell des Unternehmens ist der Porsche 911. Die Markteinführung erfolgte bereits 1963. Bis heute stellt Porsche diesen Sportwagen ununterbrochen her – auch wenn es im Laufe der Jahrzehnte zu mehreren neuen Generationen dieser Serie kam. Der 911er steht als Inbegriff für die Marke Porsche.

Der Boxster ist ein weiterer beliebter Sportwagen von Porsche. Dieser ist seit 1996 erhältlich. Die Konstruktionsweise weist hierbei einen wesentlichen Unterschied zu den meisten anderen Porsche-Modellen auf: Statt eines Heckmotors kommt hierbei ein Mittelmotor zum Einsatz.

Der Porsche Cayenne ist ebenfalls von großer Bedeutung für das Unternehmen. Das liegt daran, dass hierbei der Vorstand zum ersten Mal in der Firmengeschichte beschloss, ein Fahrzeug herzustellen, das nicht als Sportwagen einzustufen ist. Beim Cayenne handelt es sich um ein luxuriöses SUV. Mittlerweile ist die Porsche AG dabei, das E-Auto weiterzuentwickeln: Das Programm läuft unter dem Namen Porsche E-Performance.

Porsche AG: Übernahme des Fahrzeughersteller aus Stuttgart-Zuffenhausen durch die Volkswagen AG

Der Überblick über die Geschichte des Fahrzeugherstellers hat bereits gezeigt, dass es zwischen Porsche und der Volkswagen AG enge Beziehungen gibt. Der Firmengründer Ferdinand Porsche hatte nicht nur den VW Käfer – das Markenzeichen des Volkswagen-Konzerns – entworfen. Auch in den folgenden Jahrzehnten kam es zu zahlreichen Kooperationen zwischen den Unternehmen.

Viele Fahrzeuge verwendeten gleiche Bauteile und immer wieder erhielt Porsche Aufträge von VW für die Produktion der eigenen Fahrzeuge. Auch auf personeller Ebene bestand eine enge Verflechtung. So war beispielsweise Ferdinand Piëch († 2019), der Enkel des Firmengründers Ferdinand Porsche, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und gleichzeitig Hauptaktionär der Porsche AG.

Diese enge Beziehung zwischen den Unternehmen sollte später zu einer Übernahme führen. Ab 2005 begann Porsche damit, VW-Aktien aufzukaufen – mit dem erklärten Ziel einer Übernahme. 2009 gab der Vorstand von Porsche jedoch bekannt, dass das Unternehmen diesen Plan nicht umsetzen könne und dass es deshalb die Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns anstreben werde. 2009 übernahm VW dann 49,9 Prozent der Anteile an Porsche, ehe es 2012 zu einer vollständigen Übernahme aller Standorte durch die Volkswagen AG kam.

Von Harald Angles

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare