Exklusive Ladesäulen

Porsche baut Luxus-Ladepark an ungewöhnlichem Ort

Der Porsche Taycan Cross Turismo von rechts vorne.
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Wer mit seinem E-Porsche in den Urlaub nach Italien oder Österreich fährt, kann am Brennertunnel künftig aufladen (Symbolbild).
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Die Porsche AG will das Ladenetz in Deutschland und Europa weiter ausbauen. Exklusive Ladestationen sollen nun auch rund um den Brennertunnel kommen.

Stuttgart - Hohe Reichweiten sind für die E-Autos der Porsche AG kein Problem mehr. Die Porsche Elektrofahrzeuge mit vollelektrischem Antrieb, wie etwa der Porsche Taycan, bieten eine Reichweite von bis zu 484 km. Auch weitere Fahrten, etwa in den Skiurlaub, sind da kein Problem.

Sollte der Strom doch mal knapp werden, müssen sich insbesondere Porsche-Fahrer künftig keine Sorgen mehr machen. Denn die Porsche AG plant exklusive Luxus-Ladesäulen ausschließlich für Porsche-Kunden. Ein ähnliches Konzept verfolgt auch Konkurrent Tesla. Der Autobauer betreibt bereits ein Netz aus 20.000 Superchargern allein in Europa. Diese sollen den Tesla-Kunden maximale Reisefreiheit ermöglichen. Porsche geht hierbei nun einen weiteren Schritt - und kopiert im Kampf gegen Tesla dessen Strategie. Der Autobauer aus Stuttgart baut ein Schnellladenetz in den Alpen.

Porsche AG baut Schnellladestationen am Brenner-Tunnel - Nach 5 Minuten 100 Kilometer Fahrleistung

Genauer gesagt sollen rund um den Brenner-Tunnel exklusive Schnellladestationen für Porsche-E-Fahrzeuge entstehen. Der Pass führt jedes Jahr zahlreiche Ski- und Wanderurlauber in die italienischen Dolomiten oder in die Gegend rund um das österreichische Innsbruck. Beliebte Reiseziele, auch bei Porsche-Fahrern. Das macht sich die Porsche AG zu nutzen und will daher am Brennerpass einen Ladepark mit bis zu zwölf Schnellladesäulen eröffnen, berichtet die Wirtschaftswoche.

Andere E-Auto-Fahrer schauen dabei aber in die Röhre: Lediglich E-Modellen von Porsche sollen die Ladestationen zur Verfügung stehen. So müssen sich die Porsche-Kunden die Ladesäulen nicht mit anderen Elektrofahrzeugen teilen. Grund für die Exklusivität: Mit den öffentlichen Ladeparks war Porsche bisher unzufrieden. Wie auch andere Marken des VW-Konzerns nutzt auch Porsche die Ladestationen des Anbieters Ionity. Doch die Qualität und das Angebot rund um die Stationen ließe laut Herbert Diess, Konzernchef bei VW, zu wünschen übrig. Er nannte defekte Ladesäulen, mangelnde Angebote an WCs oder Cafés „alles andere als ein Premium-Ladeerlebnis.“

Genau hier will Porsche ansetzen: Der Autobauer aus Baden-Württemberg möchte seinen Kunden die Wartezeit mit Luxus-Lounges so angenehm wie möglich machen - mit angeschlossenem Café, Arbeitsplätzen und Sitzmöglichkeiten. Außerdem soll das Laden dank High Power Charging besonders schnell vonstattengehen. In fünf Minuten erhält ein Porsche Taycan demnach genug Power für 100 Kilometer Fahrleistung.

Porsche AG macht Tesla Konkurrenz: Weitere exklusive Ladestationen sollen folgen

Weitere Ladestandorte, wie der am Brenner, sollen folgen. Rund 100 weitere Porsche-Ladestationen sollen in Europa folgen, zehn bis 15 in Deutschland. „Vor allem in Richtung der alpinen Skigebiete“ seien diese geplant, so ein Sprecher laut Wirtschaftswoche. Ähnlich geht auch Porsche-Konkurrent Tesla vor. Das US-amerikanische Unternehmen hat bereits flächendeckend in Europa seine sogenannten „Super-Charger“ aufgebaut.

Doch in Sachen E-Mobilität ist auch Porsche ganz weit vorne. Der Porsche Taycan wurde sogar noch häufiger verkauft als der Langzeit-Klassiker Porsche 911. Laut Wirtschaftswoche fährt bereits jedes fünfte Porsche-Modell rein elektrisch. Ziel des Stuttgarter Konzerns: Bis 2025 sollen die Hälfte aller Fahrzeuge bei Porsche elektrisch sein. Auch eine elektrische Version des Porsche 911 war schon im Gespräch. Der Autobauer machte zum E-911er eine klare Ansage.

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