Gute Nachrichten für Mitarbeiter

Porsche macht ein Versprechen - für Daimler-Mitarbeiter fühlt es sich an wie ein Schlag ins Gesicht

Porsche Targa 4S
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Die Porsche AG trifft eine Entscheidung für Tausende Mitarbeiter, die bei Daimler derzeit undenkbar scheint.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Im Vergleich zu anderen Autobauern steht die Porsche AG in der Corona-Krise weit besser da. Jetzt überrascht der Konzern mit einer Entscheidung zugunsten der Mitarbeiter.

Stuttgart - Durch das Coronavirus in Baden-Württemberg steckt die Wirtschaft in Stuttgart und im ganzen Bundesland in einer Krise. Auch die Automobilindustrie wurde von der Pandemie schwer getroffen. Die Porsche AG steht jedoch deutlich besser da als die meisten anderen Hersteller.

Denn: Porsche hat in der Coronakrise einen Milliardengewinn gemacht und hängte damit andere Automarken ab. Fahrzeughersteller wie die Daimler AG aus der Landeshauptstadt Stuttgart und auch zahlreiche Zulieferer bauen unter anderem aufgrund der Krise massiv Stellen ab. Porsche traf dagegen nun eine Entscheidung zugunsten der Mitarbeiter, die für andere Hersteller momentan kaum vorstellbar wäre, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Die Porsche AG mit Hauptsitz im Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen gehört zum Konzern VW. Der Mutterkonzern legte erst kürzlich Zahlen vor, die zeigten, dass der Sportwagen-Hersteller auch in der Krise eine zweistellige Rendite erreichte. Die erstaunliche Entwicklung bei Porsche ist einzigartig für die Autobranche und ermöglicht dem Hersteller nun eine Entscheidung, die sich andere Automobilkonzerne derzeit kaum leisten können. Die Porsche AG verlängert die Beschäftigungsgarantie für rund 22.000 Mitarbeiter bis Ende Juli 2030.

Porsche AG: Autobauer gibt vielen Mitarbeitern in der Region Stuttgart Jobgarantie

Laut der dpa haben der Vorstand und der Betriebsrat der Porsche AG gemeinsam diesen Schritt beschlossen, wie ein Unternehmenssprecher verkündete. Die Jobgarantie, die eine betriebsbedingte Kündigung ausschließt, gilt für rund 22.000 Mitarbeiter hauptsächlich am Hauptstandort in Stuttgart-Zuffenhausen und dem Entwicklungszentrum in Weissach (Kreis Böblingen). Laut der dpa profitieren auch kleinere Standorte der Porsche AG von der Entscheidung. Die bisherige Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung sei im Juli 2020 ausgelaufen und werde nun um zehn Jahre verlängert.

Die Arbeitnehmerseite der Porsche AG erhält außerdem die Zusicherung, dass die Nachfolgemodelle der beliebten Sportwagen 911, Cayman und Boxster weiterhin im Stammwerk in Zuffenhausen produziert werden, wie die Stuttgarter Nachrichten (StN) berichteten.

Auch der sich bereits in der Planungsphase befindliche Nachfolger des vollelektrischen Taycan soll im Hauptwerk produziert werden. Der Taycan ist inzwischen der meistverkaufte Sportwagen von Porsche und schlägt sogar den 911. Am Entwicklungszentrum in Weissach solle die Beschäftigung sichergestellt werden, in dem dort die Karosserien aller Porsche-Fahrzeuge und außerdem eine neue Elektroauto-Plattform entwickelt werde, wie die StN weiter berichten.

Porsche AG: Fahrzeughersteller will weiterhin 150 Auszubildende pro Jahr einstellen

Trotz der anhaltenden Corona-Krise sollen jährlich 150 Auszubildende bei der Porsche AG eingestellt und nach Abschluss der Ausbildung auch übernommen werden, wie die StN berichteten. Erst kürzlich veröffentlichten die Stuttgarter eine Video-Serie, in der Mitarbeiter von frustrierenden Situationen im Arbeitsalltag berichteten und wie sie gemeinsam zu lösen sind. Damit will Porsche das Unternehmen potentiellen Bewerbern vorstellen.

Die Arbeitnehmerseite der Porsche AG habe auf der anderen Seite einer ganzen Reihe an Maßnahmen zugestimmt, mit denen sowohl die Kosten gesenkt als auch die Produktivität und Flexibilität erhöht werden sollen. Dazu gehöre unter anderem die Überprüfung der Fertigungstiefe - also was Porsche selbst herstellt und was zugekauft wird, wie die Zeitung weiter berichtet.

Die Porsche AG setzt in letzter Zeit wie viele andere Hersteller verstärkt auf die E-Mobilität, ist jedoch trotz des riesigen Erfolgs des Taycan bei E-Autos noch skeptisch. Der Sportwagenhersteller forscht deshalb an einem alternativen Antrieb der weder E-Auto noch Wasserstoff ist und laut Microsoft-Gründer Bill Gates sogar die E-Mobilität verdrängen könnte.

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