Fahrzeughersteller aus Stuttgart-Zuffenhausen

Coronavirus: Obwohl Porsche gut dasteht, stellt der Autobauer eine drastische Forderung

Baden-Württemberg, Stuttgart: Das Porsche Logo ist vor einem Gebäude des Automobilherstellers in Zuffenhausen zu sehen.
+
Coronavirus in Baden-Württemberg: Der Kraftfahrzeughersteller mit Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen fordert zur Bewältigung der Krise mehr europäische Solidarität in Form von Corona-Bonds.
  • Marleen van de Camp
    vonMarleen van de Camp
    schließen

Das Coronavirus in Baden-Württemberg bereitet auch der Porsche AG aus Stuttgart-Zuffenhausen Sorgen. Der Sportwagen-Hersteller wandte sich nun mit einer drastischen Forderung an die Politik.

  • Das Coronavirus bedroht die Wirtschaft in Baden-Württemberg und versetzt auch die Porsche AG aus Stuttgart-Zuffenhausen in Sorge
  • Der Absatz des Sportwagen-Herstellers hatte im Gegensatz zu anderen Märkten in Europa trotz des Coronavirus im ersten Quartal deutlich zugelegt.
  • Dennoch wendet sich Porsche nun mit einer drastischen Forderung an die Politik: Corona-Bonds.

Stuttgart - Das Coronavirus hat drastische Auswirkungen auf die Wirtschaft in Baden-Württemberg. Auch Porsche AG aus Stuttgart-Zuffenhausen hat bereits reagiert: Der Sportwagen-Hersteller legte die Produktion in den Werken still und beantragte Kurzarbeit für die Mitarbeiter.

Nun wandte sich die Porsche AG mit einer weitgreifenden Forderung an die Politik. Der Fahrzeughersteller aus Stuttgart hat sogenannte Corona-Bonds für besonders betroffene Staaten in Europa gefordert. Corona-Bonds würden die Aufnahme europäischer Gemeinschaftsschulden bedeuten.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Porsche AG fordert Corona-Bonds

„Europäische Gemeinschaftsanleihen sind jetzt dringend notwendig, dies wäre ein deutliches Zeichen, dass Europa in der Krise zusammensteht“, sagte Lutz Meschke, Finanzvorstand der Porsche AG, im Vorfeld des EU-Gipfels am Donnerstag gegenüber der Süddeutschen Zeitung. „Wenn wir uns jetzt nicht solidarisch zeigen, ist Europa verloren.“ Gerade Deutschland als Export-Nation profitiere von einem nachhaltig wirtschaftlich starken Europa, machte Meschke deutlich.

Der Hersteller von Sportwagen aus Baden-Württemberg ist vom Coronavirus bisher vergleichsweise wenig betroffen. Die Porsche AG hat im ersten Quartal 2020 53.125 Fahrzeuge ausgeliefert - das bedeutet einen Rückgang von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf dem europäischen Markt war die Porsche AG sogar erfolgreicher als im Vorjahr: Der Absatz legte mit 16.787 Fahrzeugen um 20 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2019 zu - eine Entwicklung, die Porsche wohl mit Hilfe von europäischen Corona-Bonds aufrechterhalten möchte.

Trotz Coronavirus: Porsche steht besser da als Daimler & Co.

Mit seinen Absatzzahlen im ersten Quartal steht der Fahrzeughersteller aus Stuttgart-Zuffenhausen trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg deutlich besser da als ein anderer Automobilhersteller aus Stuttgart. In der Nacht zum Donnerstag hatte der Daimler-Konzern wegen des Coronavirus eine Schock-Vorhersage öffentlich gemacht. Porsche versteigerte am selben Tag den Klassiker Porsche 911 für einen Corona-Fonds.

Kompromiss in der Coronakrise - Streit um Corona-Bonds in der EU vorerst beendet

Um Corona-Bonds tobt innerhalb der EU seit Wochen ein Streit. Stark vom Coronavirus betroffene Staaten wie Frankreich und Italien fordern die Gemeinschaftsschulden. Weniger von Corona betroffene Mitgliedsstaaten wie Deutschland und die Niederlande wollen sie verhindern. Besonders die deutsche Bundeskanzlerin hatte sich gegen eine Aufnahme gemeinsamer Schulden ausgesprochen. Ein US-Magazin hat die Theorie, Angela Merkel sei der Grund, aus dem Deutschland das Coronavirus im Griff habe.

Das ist ihnen auf dem EU-Gipfel, der am Donnerstag per Videokonferenz stattfand, vorerst gelungen - die EU-Mitgliedsstaaten einigten sich auf einen Kompromiss: ein Hilfspaket von 540 Milliarden und ein Wiederaufbaufonds für die Zeit nach der Coronakrise. Details dazu stehen allerdings noch nicht fest. Bis Mitte Mai soll ein Plan entwickelt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare