„Schwer, das einzusehen“

Rentner erfüllt sich mit Porsche 911 Lebenstraum - und erlebt kurz darauf bittere Enttäuschung

  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Stolz wie Oskar fuhr ein 78-Jähriger mit seinem neuen Porsche 911er Cabrio zu einem Baumarkt. Dort fand sein Ausflug ein jähes Ende, als ihn die Polizei umzingelte.

Dägeling - Schon immer hat Friedrich „Fritz“ Makowka davon geträumt, einmal einen Porsche zu besitzen. Unlängst hat sich der 78-jährige Rentner aus Dägeling (Schleswig-Holstein) endlich seinen großen Traum erfüllt: Seither ist ein 120.000 Euro teures Porsche 911er Cabrio sein ganzer Stolz. Als er damit vor einem Baumarkt parkte, wurde ihm sein Fahrzeug jedoch weggenommen.

„Ich wurde am Baumarkt von mehreren Peterwagen umzingelt“, berichtet Makowka gegenüber der Hamburger Morgenpost. Das Problem: Der Rentner hat aktuell gar keinen Führerschein. Obwohl die Polizei ihm offenbar zum wiederholten Mal den „Lappen“ weggenommen hat, fährt er munter weiter mit dem Auto. Das soll jetzt ein Ende haben: Die Polizei hat dem 78-Jährigen seinen Porsche weggenommen und das Auto zur „Gefahrenabwehr“ sichergestellt.

Porsche-Fahrer besaß keinen Führerschein - doch er kann es nicht lassen

Gestoppt werden konnte Makowka dank Hinweisen mehrerer Personen. Die hatten ihn gesehen, wie er vom Amt kam und in seinen Wagen stieg. „Ihnen war bekannt, dass der 78-Jährige keinen Führerschein mehr besaß“, sagte eine Polizeisprecherin gegenüber der Morgenpost. Gegen den Rentner laufen derzeit gleich mehrere Verfahren.

Das 911er Cabrio des Seniors wurde von der Polizei konfisziert. (Symbolbild)

Nun soll das Ordnungsamt im Rahmen eines Gutachtens prüfen, ob Makowka noch imstande ist, seinen Porsche zu lenken. Er selbst betonte, er fühle sich sehr gut. Obwohl er laut Angaben von Bekannten schon häufiger Unfälle gebaut hat, kann er es einfach nicht lassen. Einmal donnerte er mit seinem Porsche gegen die Wand seiner Garage. Ein anderes Mal bretterte er mit seinem Zweitwagen, einem Mercedes-Benz, in den Gartenzaun seiner Nachbarn.

Rowdy-Renter zeigt Einsicht - und verspricht, in Zukunft nicht mehr Porsche zu fahren

Eine Bekannte des Rowdy-Rentners erklärte, es sei „schwer für ihn, das alles einzusehen.“ Gegenüber der Morgenpost zeigte der 78-Jährige dann aber doch Reue und versprach, dass er nicht mehr mit dem 911er fahren werde, auch wenn er ihn wieder von der Polizei zurückbekäme. Aktuell müsse er 17 Euro am Tag für sein Auto bezahlen, das auf dem Gelände einer Tankstelle stehe. „Egal, ich möchte nur meinen Porsche wieder. Mehr nicht“, sagt Makowka. Einen Anwalt habe er schon eingeschaltet.

Wer in Deutschland eine Fahrerlaubnis erwirbt, besitzt diese in der Regel auf Lebenszeit. Immer wieder wird diskutiert, ob man Senioren ab einem gewissen Alter dazu verpflichten sollte, den Führerschein abzugeben. Vor allem, wenn es zu Unfällen durch Senioren kommt, kocht die Debatte wieder hoch. Erst kürzlich kam es zu einem Fall im Rems-Murr-Kreis, bei dem ein 81-jähriger Senior mit seinem Auto in einen Bahnsteig krachte - der Zugverkehr musste vorübergehend eingestellt werden. Auch in dem Fall nahm die Polizei dem Rentner noch vor Ort den Führerschein ab.

Rubriklistenbild: © Daniel Wollstein/Porsche AG

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