Verbrenner-Aus bis 2030

Porsche: Wird der 911er zum E-Auto? Autobauer macht klare Ansage

Ein gelber Porsche 911 Carrera GTS Cabriolet fährt auf einer Landstraße.
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Ein Klassiker unter den Porsche-Modellen: Der Porsche 911. Wird es den Sportwagen bald mit E-Antrieb geben?
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Der 911er der Porsche AG ist der Klassiker unter den Porsche-Sportwagen. Schon lange wird darüber diskutiert, ob und wann er als E-Auto auf den Markt kommt.

Stuttgart - E-Autos nehmen immer weiter an Fahrt auf. Auch die Porsche AG setzt beim Auto der Zukunft auf elektrisch betriebene Fahrzeuge. Mit Erfolg. Letztes Jahr stellte der Autobauer aus Stuttgart seinen ersten vollelektrischen Sportwagen vor: Der Taycan ist inzwischen das meistverkaufte Porschemodell in Europa, sogar noch vor dem 911. Der Erfolg der E-Autos hat viele Gründe: Immer mehr Autofahrer haben ein steigendes Umweltbewusstsein, durch ihre enorme Beschleunigung liefern sie enormen Fahrspaß und die Anschaffung wird zudem staatlich gefördert.

Klar, dass auch Porsche dem Markt neue Modelle anbieten will. Doch ganz auf den Verbrenner will der Sportwagenbauer nicht verzichten. Porsche wird auch weiterhin auf den Verbrennungsmotor, den Hybridantrieb und eben Elektroautos setzen. Porsche arbeitet außerdem an einem alternativen Antrieb, der weder E-Auto noch Wasserstoff ist.

Doch wie sieht es in Sachen Elektrifizierung bei bereits vorhandenen Modellen aus? Viele Porsche-Fans fragen schon nach einem Porsche 911 mit Elektroantrieb. Aber der Automobilhersteller wehrte sich lange gegen einen Elektroantrieb des Porsche-Klassikers. Der 911 wird „das letzte Modell von Porsche sein, das elektrifiziert werden wird“, sagte Michael Steiner, Entwicklungsvorstand bei Porsche, im vergangenen Jahr. Doch nun macht Frank Walliser, ebenfalls Entwicklungschef des Porsche 911, eine klare Ansage dazu.

Porsche 911 als E-Auto? „Kein Alternativszenario, in dem er elektrisch wird“

Es ist bereits beschlossene Sache, dass der Porsche Macan als E-Auto auf den Markt kommen wird. Porsche treibt auch die Elektrifizierung seiner Sportwagen voran. Ab 2022 sollen der Porsche 718 Boxster und 718 Cayman nicht nur als Hybrid-Modelle, sondern auch als reine E-Sportwagen erhältlich sein.

Doch wie sieht es da mit dem Porsche 911 aus? Frank Walliser ist bei Porsche für die Entwicklung der Porsche Boxter 911 und Porsche 718 Cayman zuständig. Focus.de hat mit ihm über die Zukunft des 911 gesprochen. Mit einem überraschenden Ergebnis: Während der Cayman elektrisch wird, soll der 911 als Benziner erhalten bleiben. Und das, obwohl Porsche bis 2030 den Verbrenner abschaffen und alle Modelle elektrifizieren will. „Zur Produktplanung gehört natürlich, dass man sich alles anschaut. Aber es gibt derzeit kein Alternativszenario, in dem der 911 elektrisch wird“, bestätigt Frank Walliser die Pläne gegenüber Focus.

Ob der 911 als Hybrid auf den Markt kommen wird, hat der Konzern aus Baden-Württemberg noch nicht entschieden. Man ziehe die Möglichkeit durchaus in Betracht, jedoch spielt das Gewicht eine entscheidende Rolle. „Das Mehrgewicht tut uns weh, und es ist auch schwierig, bei diesem Fahrzeugkonzept noch Bauraum für eine Hybridisierung zu finden. Wir suchen Lösungen“, so der Entwicklungschef.

Wenn der 911 als Hybrid komme, müsse es ein „Wild-Hybrid“ werden, bei dem der Kunde den Unterschied spüre. „Vielleicht lässt sich die Linearität des Ansprechverhaltens, die mit der Turbo-Aufladung ein wenig verloren gegangen ist, mit einer Hybridisierung wieder zurückholen“, so Frank Walliser. Erlkönigjäger haben bereits einen Hybrid-911 auf dem Nürburgring bei Testfahrten gesichtet.

Droht eine Kannibalisierung zwischen Porsche 911 und Porsche 718?

Die Elektrifizierung des 718 kam ebenfalls zur Sprache. Hier verrät Walliser: Der E-Sportwagen wird nicht auf einer „normalen“ Elektro-Plattform basieren. „Wenn Fahrer und Passagiere auf den Akkus sitzen, wandert der Schwerpunkt notwendig nach oben. Umgekehrt kann man auch kein konventionelles Auto auf einer Sportwagen-Plattform bauen, weil Maßstab, Proportionen und Platzverhältnisse zu unterschiedlich sind“, erklärt er.

In Sachen Reichweite seiner E-Autos hat die Porsche AG ein Ziel: „Ein elektrischer Sportwagen muss mindestens 400 Kilometer weit kommen. Mehr ist besser. Dabei besteht unser Konzept aus zwei Säulen: adäquate Reichweite und porschetypische Lade-Performance.“ Hierbei spielt auch das Gewicht des 718 eine Rolle. Dabei strebt der Sportwagenbauer ein Gewicht zwischen 1.650 und 1.680 Kilogramm an.

Der Porsche 911 und der Porsche 718 werden also künftig unterschiedliche Antriebsmodelle haben. Von einer „Kannibalisierung“ der Modelle geht Walliser jedoch nicht aus. „Das war auch bisher nicht so.“

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