Tierische Geschichte

Polizei Stuttgart rettet Rehkitz - die Aktion gefällt nicht jedem

Ein Polizist aus Stuttgart rettete ein Rehkitz in Not und posierte kurz für ein Foto.
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Ein Polizist aus Stuttgart rettete ein Rehkitz in Not und posierte kurz für ein Foto.
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
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Ein Passant findet ein verwaistes Rehkitz und holt Hilfe: Die Polizei Stuttgart rettet das Baby und erntet dafür Lob - aber auch Kritik - auf Facebook.

Stuttgart - „Es gibt sie noch: Die guten Nachrichten“, lautet der Kommentar eines Facebook-Nutzers unter einem Beitrag der Polizei Stuttgart auf der Plattform. Damit hat der Mann recht, denn während in den Medien oft nur über schlimme Ereignisse berichtet wird, könnte man als normaler Bürger beinahe vergessen, dass es auch noch das Gute auf der Welt gibt. Und, wenn ausgerechnet die Polizei ein positives Erlebnis weitergibt, ist das doch umso schöner.

Die Beamten aus der Landeshauptstadt Stuttgart sind dafür bekannt, wirklich tierlieb zu sein. So sperrten sie im Mai eine ganze Straße, um eine Entenfamilie zu retten, die darüber gewatschelt war. Mitten auf die Theodor-Heuss-Straße im Zentrum der Stadt hatte sich die gefiederte Familie verirrt. Die Beamten schafften es jedoch, Mutter und Kinder einzusammeln und sie an den Eckensee im Schlossgarten zu bringen.

Polizei Stuttgart: Erfahrene Retter für Mensch und Tier

Im Fall des Facebook-Posts der Polizei Stuttgart handelte es sich dieses Mal nicht um Enten, jedoch auch um ein Tierkind. „Ein besorgter Bürger entdeckte am Vatertag ein offenbar verängstigtes Rehkitz am Rande des Wertweges in Mühlhausen und verständigte sofort die Polizei“, heißt es in dem Post. Die Frage, die sich die Polizeibeamten vor Ort stellten: Wie kann man dem Kitz helfen, ohne es zu verletzten oder die Mutter zu verscheuchen?

Hilfe holte sich die Polizei Stuttgart bei ihrer Rettungsaktion vom zuständigen Förster. „Der Spezialist gab den Tipp: Das Rehkitz in Grasbüschel ‚verpacken‘ und es dann weiter ins Innere des Waldes tragen, damit es dort von seiner Mutter wieder gefunden werden kann“, schreiben die Beamten auf Facebook. So taten sie es: Auf dem Bild im Beitrag ist ein Beamter mit Mundschutz zu sehen, der das Rehkitz in Gras gewickelt in den Armen hält.

Polizei Stuttgart: Was sollte man tun, findet man ein verwaistes Rehkitz?

Nachdem die Beamten der Polizei Stuttgart das junge Reh gerettet und in, wie vom Förster geraten, Gras eingewickelt hatten, brachten sie es in den Wald. Kaum freigelassen, „drehte sich Bambi nochmal kurz um und bedankte sich wortlos“. Es sei zwar noch etwas wackelig auf den Beinen gewesen, aber dennoch putzmunter.

Neben der Erzählung der Rettungsaktion, gab die Polizei Stuttgart in ihrem Facebook-Post gleich Tipps zum richtigen Umgang mit gefunden Rehkitzen: „Beobachtet es zunächst aus einiger Distanz, denn meist ist die Mutter nicht weit entfernt und kehrt zu ihrem Nachwuchs zurück.“ Zudem sollte man niemals auf eigene Faust handeln, sondern immer das zuständige Forstamt, den Jäger oder die nächste Wildtierstation um Hilfe bitten.

„Die Fachleute kümmern sich dann um das möglicherweise verwaiste Rehkitz“, schreibt die Polizei Stuttgart. Doch der wichtigste Punkt bei der „Rettung“ eines verlassenen Rehkitzes ist, das Jungtier nicht anzufassen: „Nimmt es Menschengeruch an, kann es von der Mutter verstoßen werden.“

Facebook-Nutzer loben - und kritisieren - die Aktion der Polizei Stuttgart

Zahlreiche Facebook-Nutzer kommentierten den Beitrag der Polizei Stuttgart in dem Sozialen Netzwerk. Dabei waren nicht immer alle positiv gestimmt. Denn obwohl die Beamten sich an die Anweisungen des verständigten Försters hielten, sehen viele User ein Fehlverhalten in der Aktion.

„Na super. Noch schön fürs Foto mit dem Reh gekuschelt. Gute PR für die Polizei, schlecht fürs Kitz und dessen Akzeptanz beim Muttertier. Nächstes Mal lieber den Jäger oder den Förster informieren - das gilt für Passanten und die Polizei...“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer wiederum meint: „ Ja Prima... Finger weg und weggehen. Gesetzeshüter vs Natur. Ihr seid nicht wirklich fähig zu irgendwas... Hauptsache posten und die Mutter stößt das Kitz ab. Danke.“

Doch die meisten Stimmen unter dem Beitrag der Polizei Stuttgart sind positiv. „Vielen Dank für euren herzlichen Einsatz mit dem Rehkitz. Einfach toll. Wünsche allen diensthabenden Beamtinnen und Beamten einen angenehmen Dienst“, heißt es. Oder: „Hoffe Mami und Bambi haben sich schlussendlich gefunden.“ Ein Nutzer ging auf ein gutes, altes Sprichwort ein und schrieb: „Polizei - Dein Freund und Helfer in allen Lagen, selbst als Rehkitz!“

Immerhin hat die Polizei Stuttgart jede Menge Erfahrung, wenn es um das Retten und Behüten von Tieren geht. Als im April Babykatzen in einer Plastiktüte an einem Müllcontainer ausgesetzt wurden, brachte eine Frau die Kitten zur Polizei. Dort durften sie in der Mütze eines Beamten schlafen, bis der Tiernotdienst die Betreuung der Babys übernahm.

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