„Sondergesandter notwendig“

Osteuropa-Experte fordert – Deutschland sollte im Ukraine-Krieg vermitteln

Bronze-Schriftzug am Auswärtigen Amt am Werdscher Markt in Berlin.
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Die deutsche Außenpolitik (Symbolbild) sollte aus Sicht von Osteuropa-Experte Rainer Lindner eine aktivere Rolle einnehmen.

Osteuropa-Experte Rainer Linder vom Deutsch-Ukrainischen Forum fordert stärkere Bemühungen für die Ukraine – speziell auch von Deutschland.

Stuttgart (dpa) – Der Vorsitzende des Deutsch-Ukrainischen Forums, Rainer Lindner, hält eine aktivere deutsche Außenpolitik für nötig, um im Ukraine-Krieg mit dem Ziel einer Waffenruhe zu vermitteln. „Mir fehlt eine klare Kommunikation der deutschen Regierung“, kritisierte Lindner am Donnerstagabend bei der Veranstaltung „Auf den Punkt“ in der Landesmesse Stuttgart.

Auch von den Vereinten Nationen forderte der Osteuropa-Experte stärkere Bemühungen: „Ein Sondergesandter für die Ukraine ist dringend notwendig.“ Zwar seien militärische Güter nötig, damit sich die Ukraine verteidigen könne, aber nach Ansicht des 56-Jährigen „wird kein Weg daran vorbeiführen, das Gespräch zu suchen und zum Einhalten aufzufordern“. Kriege würden in der Regel durch diplomatische Schritte beendet, fügte er vor rund 120 Zuhörerinnen und Zuhörern hinzu.

Es komme darauf an, den diplomatischen Faden nicht abreißen zu lassen. Die Friedensordnung müsse das Ziel haben, den Fortbestand der Ukraine zu erhalten. Dies ist nach Ansicht Lindners nur mit territorialen und wirtschaftlichen Zugeständnissen an Russland möglich. Neutralität und die Frage der Zugehörigkeit der Krim seien zwei zentrale Punkte dabei.

Das 1999 gegründete Deutsch-Ukrainische Forum in Berlin will die Bedeutung der Ukraine für Deutschland und für Europa stärker bewusst machen. Lindner lehrt als Professor im Fachbereich Osteuropa an der Universität Konstanz.

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