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Urteil im Prozess um geplante Söldnertruppe im Jemen erwartet

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Akten liegen vor einem Prozess in einem Landgericht auf dem Tisch. © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Zwei Ex-Soldaten sollen versucht haben, mit einer eigenen Söldnertruppe im Bürgerkrieg im Jemen mitzumischen. Am Oberlandesgericht soll nun ein Urteil gefällt werden.

Stuttgart (dpa) - Mit einer eigenen Söldnertruppe sollen zwei frühere deutsche Soldaten versucht haben, im seit Jahren tobenden Bürgerkrieg im Jemen mitzumischen - am Montag (11.00 Uhr) wird am Oberlandesgericht das Urteil in dem außergewöhnlichen Prozess erwartet. Die Männer hatten aus Sicht der Bundesanwaltschaft geplant, eine bis zu 250 Mann starke Gruppe aus früheren oder auch noch aktiven Soldaten aufzubauen.

Die Bundesanwaltschaft wirft den Männern vor, die beiden hätten eine terroristische Vereinigung gegründet, wäre ihr Plan denn aufgegangen. Sie fordert Freiheitsstrafen von einem Jahr und neun Monaten beziehungsweise von zwei Jahren. Zudem hat die Bundesanwaltschaft beantragt, beide Freiheitsstrafen zur Bewährung auszusetzen und die Bewährungszeit auf drei Jahre festzulegen.

Ex-Soldaten hatten vor allem Geschäftsinteressen im Sinn

Nach den bisherigen Ermittlungen hatten die Ex-Soldaten bei ihrem Vorhaben vor allem Geschäftsinteressen im Sinn. Sie hatten aus Sicht der Bundesanwaltschaft geplant, ihre unabhängig agierende Gruppe als privates Militärunternehmen erfolgreich am Markt zu platzieren. Sie hätten allerdings vorab den Tod unbeteiligter Menschen in Kauf genommen. Auf das «Anwerben für einen fremden Wehrdienst» stehen in Deutschland bis zu fünf Jahre Haft. Die Männer wurden im vergangenen Oktober im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und in München festgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Angeklagten erfolglos versucht, Kontakt zum potenziellen Investor, der saudi-arabischen Regierung, zu knüpfen.

Jemen ist eines der ärmsten Länder der Welt. Es wird seit Jahren von einem bewaffneten Konflikt zerrissen. Saudi-Arabien kämpft seit 2015 mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf der Seite der international anerkannten Regierung gegen die vom Iran unterstützten, aufständischen Huthis. Diese hatten 2014 weite Teile des Jemen überrannt, auch die Hauptstadt Sanaa.

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