Zweiter Wahlgang: „Noch alles offen“

Politikexperte: In Stuttgart steht jetzt ein harter Wahlkampf der OB-Kandidaten bevor

Ein Bauzaun steht vor dem Rathaus in Stuttgart.
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Die Bürgermeisterwahl in Stuttgart geht Ende November in die zweite Runde.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart geht in eine zweite Runde. Eine klare Mehrheit gab es nicht. Den Kandidaten stehen Experten zufolge harte Wochen bevor.

Stuttgart - Am 8. November fand der erste Durchgang der Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt Stuttgart statt. Für das wohl wichtigste Amt der Politik in Stuttgart steht bislang noch kein Nachfolger des derzeitigen Oberbürgermeisters Fritz Kuhn (Grüne) fest. Am vergangenen Sonntag standen insgesamt 14 Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in Stuttgart zur Wahl. Nach den ersten Ergebnissen vom Sonntagabend liegt aktuell Frank Nopper (CDU) bei der OB-Wahl in Stuttgart vorn.

Im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Nopper und der Grünen-Kandidatin Veronika Kienzle erwartet. Im ersten Wahldurchgang erzielte keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit, am 29. November müssen die Stuttgarter deshalb erneut wählen gehen. Obwohl Frank Nopper im ersten Durchgang mit einem deutlichen Vorsprung vor Kienzle lag, wird das Rennen um das begehrte Amt nicht einfach. Einem Experten zufolge stehen den verbleibenden Kandidaten schwere Wochen bevor.

Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart: Es ist „noch alles offen“

Nach Sonntag geht die Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart nun in eine neue Runde. Der Politikwissenschaftler Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim - der zweiten staatlichen Universität der Landeshauptstadt neben der Uni Stuttgart - erwartet ein Kopf-an-Kopf-Rennen. „Das wird ein knappes Ergebnis, da ist noch alles offen“, sagte er nach dem ersten Durchlauf am Sonntag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Die Wahlbeteiligung bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart lag am Sonntag zwar höher als bei der letzten Wahl vor vier Jahren, jedoch gaben nur knapp die Hälfte der Stuttgarter ihre Stimmen ab. Die Wahlbeteiligung bei einem zweiten Wahldurchgang sei erwartungsgemäß deutlich höher, sagte Brettschneider. Der aktuell klar favorisierte Frank Nopper müsse demnach gerade die Menschen von sich überzeugen, die am Sonntag nicht wählen waren. Die Grünen-Kandidatin Veronika Kienzle müsse dagegen in den nächsten Wochen vor allem Überzeugungsarbeit im linken Lager leisten, so der Experte gegenüber der dpa.

Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart: Rennen zwischen Nopper und Kienzle erwartet

Nach dem bisherigen Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart ist zu erwarten, dass das Rennen voraussichtlich zwischen Nopper und Kienzle stattfinden wird. OB-Kandidat Nopper will Stuttgart ein neues Image verpassen und fährt mit seinem Wahlprogramm überraschend gut.

Die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart ist normalerweise sehr von der Grünen-Partei geprägt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Landtagspräsidentin Mutherem Aras und auch der noch amtierende OB Fritz Kuhn gehören dieser Partei an. Mit dem deutlichen Vorsprung des CDU-Kandidaten haben demnach nur die wenigsten gerechnet.

Laut Brettschneider könnte jedoch der Kandidat Marian Schreier einen Einfluss auf das finale Wahlergebnis nehmen. Der 30-jährige SPD-Politiker setzte sich sogar über seine Partei hinweg und belegte am Sonntag mit 15 Prozent der Stimmen den dritten Platz bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart. Bislang steht nicht fest, ob er erneut antritt.

„Steigt er aus, stellt sich die Frage, wer am meisten davon profitiert“, sagte Brettschneider der dpa. Schreier ist amtierender Bürgermeister von Tengen (Kreis Konstanz) und gehöre als SPD-Mitglied parteipolitisch eher zum Kienzle-Lager, so der Experte von der Uni Hohenheim. Der von ihm im Wahlkampf geforderte Aspekt der Verwaltungsmodernisierung spreche dagegen eher die Anhänger von Nopper an.

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