Oberbürgermeisterwahl

Streit im Stuttgarter Rathaus wird immer absurder - und spielt CDU-Kandidat Nopper in die Karten

Fotomontage: Im Hintergrund Frank Nopper, davor eingeblendet Marian Schreier und Hannes Rockenbauch
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Im zweiten Wahlgang der Stuttgarter OB-Wahl treten Frank Nopper, Marian Schreier und Hannes Rockenbauch nochmal gegeneinander an.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Das Rennen um die Stuttgarter Rathausspitze geht auf die Zielgeraden. Und schon folgt der nächste Paukenschlag: Marian Schreier bekommt keine Rückendeckung von der SPD.

Stuttgart - Am 29. November wählt Stuttgart einen neuen Oberbürgermeister. Weil beim ersten Wahldurchgang am 8. November das Ergebnis so knapp war, müssen nun Neuwahlen stattfinden. Mit 31,8 Prozent erhielt Frank Nopper (CDU) die meisten Stimmen. Für einen Sieg reichte das noch nicht. Nopper könnte nun bei der OB-Wahl von einem Fehler seiner Gegner profitieren. Zwar hat Veronika Kienzle (Grüne) auf ihre erneute Kandidatur verzichtet und damit die Chancen für das öko-soziale Bündnis erhöht. Marian Schreier (SPD) und Hannes Rockenbauch (SÖS/Linke) halten jedoch nach wie vor beide an ihrer Kandidatur fest. Bei Verhandlungen über ein gemeinsames Bündnis konnten sich die drei Parteien nicht auf ein gemeinsames Programm einigen.

Jetzt folgte der nächste Paukenschlag: Der unabhängige Kandidat Marian Schreier erhält trotz seines Parteibuchs keine Rückendeckung von der SPD. Das verkündete heute der Stadtverband der Sozialdemokraten, so die Deutsche Presseagentur (dpa). Schreier hatte im ersten Wahlgang 15 Prozent der Stimmen erhalten und landete damit auf dem dritten Platz hinter Nopper und Kienzle, deutlich vor dem offiziellen SPD-Kandidat Martin Körner, der nur 9,8 Prozent der Stimmen bekam. Körner hatte daraufhin von einer erneuten Kandidatur abgesehen.

Marian Schreier: Keine Unterstützung von der SPD - doch die Jusos halten zu ihm

Die SPD Stuttgart teilte mit, es werde keine Wahlempfehlung für den 30-jährigen Schreier geben. Zwar sei die Partei zunächst bereit gewesen, die Kandidatur Schreiers trotz der Spannungen zu unterstützen. Allerdings seien die Versuche des Mitte-Links-Lagers gescheitert, sich auf einen der ursprünglich vier Bewerber zu einigen. Im Gegensatz zum SPD Stadtverband haben sich die Jusos Baden-Württemberg hinter Schreier gestellt.

In einem Statement auf ihrer Facebook-Seite vergangene Woche verkündet die SPD, dass sie nur in dem Bündnis eine „reelle Chance gesehen“ habe, „ein mehrheitsfähiges Gegenangebot zu einem CDU-OB Nopper aufzubauen“. Von Wahlempfehlungen sieht auch die ausgeschiedene Grünen-Kandidatin Veronika Kienzle ab.

OB-Wahl: Nopper profitiert vom Streit im Mitte-Links-Lager

Von dem andauernden Streit und der Doppelkandidatur aus dem Mitte-Links-Lager profitiert einer besonders: Frank Nopper (CDU). Im Rennen um den OB-Sessel im Rathaus ging er aus dem ersten Wahlgang bereits als klarer Favorit hervor. Nopper prägt seit 18 Jahren als Oberbürgermeister von Backnang die Politik im Rems-Murr-Kreis.

Der entscheidende Durchgang der Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl findet am 29. November statt. Neben Nopper, Schreier und Rockenbauch stehen noch sechs weitere Einzelbewerber auf dem Zettel, die sich jedoch weit abgeschlagen einordnen.

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