Erster Wahlgang

OB-Wahl in Stuttgart: Frank Nopper führt - Neuwahl am 29. November

Der Stuttgarter OB-Kandidat Frank Nopper
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OB-Wahl in Stuttgart: Kandidat Frank Nopper (CDU) führt, holte aber keine absolute Mehrheit
  • Sabrina Hoffmann
    vonSabrina Hoffmann
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Am Sonntag fand die OB-Wahl in Stuttgart statt. Die Wahlbeteiligung war deutlich höher als 2012. Weil das Ergebnis so knapp ist, muss ein zweiter Durchgang stattfinden

Stuttgart - Am Sonntag, 8. November 2020, fand die OB-Wahl in Stuttgart statt. Trotz der Maßnahmen gegen das Coronavirus lag die Wahlbeteiligung mit 49 Prozent deutlich höher als bei der Wahl 2012. Damals stimmten 46,7 Prozent der Stuttgarter ab. Der Politik in Stuttgart steht nach sieben Jahren ein Wechsel bevor - Amtsinhaber Fritz Kuhn tritt nicht mehr an.

Vor der OB-Wahl hatten die Kandidaten ihre Konzepte für das Stuttgart der Zukunft vorgestellt: Mobilität und Klimaschutz sind bei vielen Anwärtern zentrale Punkte des Wahlprogramms. Als Gründe für die hohe Wahlbeteiligung nennen Experten sowohl die vorangegangene US-Wahl als auch die Coronakrise. 100.000 Bürger gaben ihre Stimme für die OB-Wahl in Stuttgart per Briefwahl ab.

OB-Wahl in Stuttgart: Frank Nopper (CDU) holt die meisten Stimmen, trotzdem keine Entscheidung

Das vorläufige Endergebnis der OB-Wahl in Stuttgart stand gegen 20:30 Uhr fest. Ein neuer Oberbürgermeister für die Landeshauptstadt konnte dennoch nicht verkündet werden. Frank Nopper (CDU), sammelte mit 31,8 Prozent die meisten Stimmen. Für einen Sieg reicht das noch nicht. Nopper, der als neuer OB den Ruf von Stuttgart verbessern will, regierte bereits als OB in Backnang. Auf dem zweiten Platz folgt Veronika Kienzle (Grüne) mit 17,2 Prozent. Kienzle hatte kurz vor der OB-Wahl mit ihrem Tanz-Diplom Schlagzeilen gemacht. Ihr Studium der Eurythmie löste Zweifel an ihrer politischen Qualifikation aus.

Das Ergebnis der OB-Wahl in Stuttgart ist knapp, keiner der 14 OB-Kandidaten konnte die erforderliche absolute Mehrheit holen. Deshalb findet am 29. November eine Neuwahl statt. Das war bereits erwartet worden, da der bisherige Oberbürgermeister Fritz Kuhn nicht mehr antritt. Bei OB-Wahlen, bei denen kein Amtsinhaber antritt, kommt es selten im ersten Wahlgang zu einer absoluten Mehrheit. Letztere ist nur bei der ersten Wahl notwendig. Im zweiten Wahlgang reicht eine Mehrheit der gültigen Stimmen.

Überraschend gut schnitt auch der jüngste OB-Kandidat ab: Marian Schreier (SPD), der gegen den Widerstand der eigene Partei antritt, holte 15 Prozent der Stimmen. Für den Gründer der Querdenken-Bewegung Michael Ballweg stimmten 2,6 Prozent der Wähler.

OB-Wahl in Stuttgart: Das Endergebnis des ersten Wahlgangs in der Übersicht

OB-KandidatStimmenAnteil
Frank Nopper69.34131,8 Prozent
Veronika Kienzle37.61917,2 Prozent
Marian Schreier32.67815,0 Prozent
Hannes Rockenbauch30.46314,0 Prozent
Martin Körner21.2819,8 Prozent
Sebastian Reutter9.4934,4 Prozent
Michael Ballweg5.6872,6 Prozent
Malte Kaufmann4.7112,2 Prozent
Ralf Schertlen2.1121,0 Prozent
John Heer1.7740,8 Prozent
Issam Abdul-Karim1.3220,6 Prozent
Marco Völker7340,3 Prozent
Friedhild Miller7220,3 Prozent
Werner Ressdorf1430.1 Prozent
sonstige460 Prozent

Stuttgart galt bisher als Hochburg der Grünen. Der bisherige Oberbürgermeister Fritz Kuhn konnte sich zwei Amtszeiten sichern. Die Landeshauptstadt ist zudem Sitz der Landesregierung, die ebenfalls von der Ökopartei geführt wird: Winfried Kretschmann ist nicht nur der erste grüne Ministerpräsident Deutschlands, sondern laut Umfragen auch einer der beliebtesten Politiker der Bundesrepublik.

Dass bei der OB-Wahl 2020 in Stuttgart mit Frank Nopper ein CDU-Politiker vorn liegt, könnte unter anderem mit der Corona-Pandemie zusammenhängen. In Krisenzeiten steigt das Bedürfnis vieler Bürger nach Sicherheit, sie wenden sich deshalb konservativen Parteien wie der Union zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird zudem für ihren konsequenten Führungsstil in der Coronakrise international gelobt. Nopper warb auf seinen Wahlplakaten in Anspielung auf die Pandemie mit dem Slogan „Weil jetzt OB-Erfahrung zählt“. Frank Nopper prägt seit 18 Jahren als Oberbürgermeister von Backnang die Politik im Rems-Murr-Kreis.

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