Gerüchte in sozialen Medien

Fake News um russische Studierende: Angebliche Exmatrikulation wegen Ukraine-Krieg

Studenten in der Uni Hohenheim
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Die Uni Hohenheim hat Stellung zum angeblichen Ausschluss russischer Studenten genommen.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Unter russischen Studierenden an den Stuttgarter Universitäten geht die Angst um: In sozialen Medien ist die Rede von drohenden Exmatrikulationen.

Stuttgart - Während in der Ukraine der Krieg tobt, nehmen die Reaktionen in Deutschland teils absurde Formen an. Als Statement gegen Kriegstreiber Russland entscheid ein badisches Restaurant, Russen den Zutritt zu verweigern. Andernorts wollte eine Bäckerei den „russischen Zupfkuchen“ verbannen. Verunsichert von derartigen Meldungen bekamen es jetzt auch russische Studenten an den Universitäten in Stuttgart mit der Angst zu tun. In den sozialen Netzwerken kursierten Gerüchte, dass Studierende aus Russland wegen Putins Angriff auf die Ukraine exmatrikuliert würden.

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, hätten sich an der Universität Stuttgart und der Uni Hohenheim besorgte russische Studierende gemeldet, die ihre Exmatrikulation fürchteten. Derartige Gerüchte habe es in den sozialen Medien gegeben. Laut StZ konnten die Unis die Fake News aber entkräftigen. „Das sind Falschmeldungen. Bei Fragen und Problemen könnt ihr euch an das Akademische Auslandsamt wenden“, hieß es vonseiten der Uni Hohenheim. Auch die Uni Stuttgart bestätigte, dass der Ukraine-Krieg keine Auswirkungen auf russische Studierende habe.

Uni Stuttgart: Austauschprogramm für Studierende mit Russland lahmgelegt

Während die Studenten in Stuttgart selbst keine Konsequenzen fürchten müssen, erklärte die Uni Stuttgart, dass das Austauschprogramm mit Russland lahmgelegt sei. „Wenn also ein russischer Staatsbürger plant, über ein Austauschprogramm zu uns zu kommen, wird das nicht funktionieren“, so die Hochschule. Zudem hat die Uni Stuttgart Beziehungen zu russischen Wissenschaftseinrichtungen bis auf Weiteres gestoppt.

Etwas milder reagierte die Uni Hohenheim: Wie Rektor Stephan Dabbert erklärte, solle der Dialog mit russischen Wissenschaftlern weiter fortgeführt werden - auch, wenn staatliche Subventionen für russische Bildungseinrichtungen wegfallen. Viele der universitären Kontakte aus Russland würden Wladimir Putins Krieg verurteilen.

Uni Hohenheim: „Diese Studierenden können absolut nichts für den Krieg“

„Diese Studierenden können absolut nichts für den Krieg“, sagte Andreas Pyka, Hohenheimer Prorektor für Internationalisierung. Es sei wichtig, ihnen den Rücken zu stärken und den Dialog gerade auch unter jungen Menschen nicht abreißen zu lassen. Auch Unisprecherin Dorle Elsner betont, dass die Uni keinen Unterschied zwischen Nationalitäten der Studierenden mache und auch russische Studenten in der Krisenzeit unterstützt.

Auch BW24 widmete dem Thema Russen-Hass in Deutschland durch Putins Krieg einen Kommentar - und regt Menschen dazu an, sich in diesen Zeiten nicht zu absurden Rückschlüssen verleiten zu lassen.

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