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Stuttgart 21 schickt seine Vorboten: Neubaustrecke Wendlingen-Ulm ist betriebsbereit

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Von: Nadja Pohr

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35 Jahre nach Planungsbeginn ist es so weit: Ein erster Teil des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm, zu dem auch Stuttgart 21 gehört, ist fertigstellt. Die Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm wurde am Freitag feierlich eröffnet.

Stuttgart - Das Großbauprojekt Stuttgart 21 sorgt in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg für viel Aufsehen und auch Ärger bei den Bürgern. Viele Stuttgarter protestieren seit Jahren gegen das Bahnprojekt. Nicht nur, weil sie in Stuttgart 21 unter anderem eine Gefährdung für die Umwelt sehen, sondern auch aufgrund der Kosten, die in der Vergangenheit immer wieder stiegen. Mittlerweile kostet das Projekt doppelt so viel, wie ursprünglich geplant.

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 beinhaltet neben der Umgestaltung des Hauptbahnhofs Stuttgart in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof auch den Anschluss an die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm. Am Freitag (9. Dezember) feierte die Bahn nun einen ersten Meilenstein feiern, denn die Bahnverbindung zwischen Stuttgart nach Ulm ist nach vielen Jahren endlich fertiggestellt und betriebsbereit.

Nach 35 Jahren: Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm ist fertig

Gut 35 Jahre ist es her, dass die ersten Planungen zur Neubaustrecke stattgefunden haben und vor zehn Jahren erfolgte der Spatenstich für das knapp vier Milliarden Euro teure Projekt. Nun ist die Bahnverbindung zwischen Wendlingen und Ulm fertig und ab Sonntag (11. Dezember) werden die Züge offiziell auf der neuen Strecke fahren. Michael Theurer, der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, spricht etwa von einer „Revolution der Reisezeit“ und einer ingenieurtechnischen Meisterleistung. Für Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch hat die Neubaustrecke „eine ähnliche Bedeutung wie der Bau der Eisenbahn überhaupt“, wie er gegenüber der Südwest Presse sagte.

Ein ICE-Zug steht auf der Bahn-Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm auf der Filstalbrücke.
Ab dem 11. Dezember geht die Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm in Betrieb. © Christoph Schmidt/dpa

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Eine Viertelstunde werden Reisende zwischen Stuttgart und München künftig sparen und durch die neue Haltestelle auf der Schwäbischen Alb haben viele Menschen überhaupt erst einen unmittelbaren Zugang zum Schienennetz bekommen. Aber: Den vollen Umfang der Vorteile, die die Strecke mit sich bringt, können erst mit der Fertigstellung des neuen unterirdischen Bahnhofs in der schwäbischen Metropole vollkommen ausgenutzt werden - das soll nach jüngster Planung erst 2025 der Fall sein.

Amerikanische Touristen testeten unfreiwillig Neubaustrecke nach Ulm

Damit zum feierlichen Start am Freitag, bei dem auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) anwesend war, alles klappt, wurden bereits vorab Testfahrten gemacht. Aber Kretschmann war nicht der Erste, der die Bahn testet. Unfreiwillig nahmen drei amerikanische Touristen an einer der Testfahrten teil. Sie stiegen am Dienstagvormittag versehentlich in Plochingen (Kreis Esslingen) in einen der Testzüge und wollten eigentlich nach Metzingen fahren - am Ende landeten sie schließlich in Ulm. Sofort fuhren die drei Touristen wieder zurück, wie Bild berichtet.

Profitieren werden von der neuen Schiene unter anderem Zugreisende zwischen Tübingen, Reutlingen und Ulm, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Um bis zu 40 Minuten werde sich die Fahrzeit verkürzen. Stündlich werden zudem Regionalzüge mit Tempo 200 sowie einmal pro Stunde ein ICE auf der Verbindung unterwegs sein. Wenn die Bauarbeiten auch am neuen Tiefbahnhof abgeschlossen sind, soll sich die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm sogar um insgesamt rund eine halbe Stunde verkürzen.

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