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Monets Garten in Stuttgart: Kunst für alle Sinne - „die Besucher sind begeistert“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Sehen, Mitmachen, Staunen: In der Stuttgarter Schleyer-Halle können Besucher der Ausstellung „Monets Garten“ seit kurzem in eine bunte, interaktive Welt eintauchen. BW24 hat das 360-Grad-Erlebnis für euch getestet.

Stuttgart - Kunst kann für Laien mitunter schwer zugänglich sein. Eine neue Methode schafft Abhilfe: Sogenannte immersive Kunst ermöglicht es Betrachtern, künstlerische Werke hautnah zu erleben und interaktiv in Bilderwelten einzutauchen. Auch die neue Ausstellung „Monets Garten“, die vom 1. Dezember bis 23. Februar in der Stuttgarter Schleyer-Halle gastiert, wird durch aufwendige Projektionen, Installationen und Musik quicklebendig. Obwohl der französische Impressionist Claude Monet (1840-1926) seit fast 100 Jahren tot ist, spüren Besucher seine Präsenz bis in alle Winkel der 360-Grad-Erlebnisreise und lernen ihn als faszinierenden Menschen kennen.

„Immersive Ausstellungen sind im Kommen“, sagt Elisabeth Schedensack, Geschäftsführerin der StuttgartKonzert Veranstaltungs GmbH, im Gespräch mit BW24. Der Vorteil: „Man kann ohne jede Vorkenntnis in die Ausstellung gehen und muss keine Berührungsängste haben.“ Die interaktive Monet-Schau sei so erfolgreich, dass sie derzeit parallel auch in München und New York laufe. Vor fast einem Jahr eröffnete sie erstmals in Berlin. In Stuttgart sei die Resonanz schon jetzt überwältigend. „Die Besucher sind durchweg begeistert.“

Monets Garten in Stuttgart: Interaktive Ausstellung offenbart Malweise des Impressionisten

Wer sich in der Ausstellung auf Monets Spuren begibt, wandelt zunächst durch sein Atelier. Seine typisch bunten, mit zahlreichen kleinen Pinselstrichen übersäten Gemälde prangen in überdimensionaler, digitalisierter Form von den Wänden. Tritt man einen Schritt näher, erkennt man, aus wie vielen kleinen Details sich das Kunstwerk zusammensetzt. „Die Besonderheit bei Monet war, dass er die Farben getrennt auftrug. Das heißt konkret: Er vermischte die Grundfarben nicht vorher. Erst im Auge des Betrachters verfließen die Farben auf dem Bild“, erklärt Elisabeth Schedensack.

Ich möchte so malen, wie ein Vogel singt.

Claude Monet (1840-1926)

Ein immer wiederkehrendes Motiv in der Arbeit des Malers: Die Seerosen. Monet liebte sie und ließ sich durch den Seerosenteich vor seinem damaligen Haus in Giverny immer wieder dazu inspirieren, sie zu malen. Eine Nachbildung des Hauses, das heute noch immer 70 Kilometer nordwestlich von Paris liegt und inzwischen ein Museum beherbergt, findet sich auch in der Ausstellung. Besonders bei Pärchen scheint der nachinszenierte, von Blumen behangene japanische Garten ein beliebtes Fotomotiv zu sein - für die Veranstalter aus Marketing-Sicht praktisch. Auf den Infotafeln wird immer wieder auf den Hashtag #monetsgarten verwiesen, unter dem sich auf Instagram zahlreiche Fotos von Besuchern sammeln. Eigens für die Ausstellung wurde sogar ein eigener Instagram-Filter ins Leben gerufen, der per QR-Code abgerufen werden kann. Laut Elisabeth Schedensack wolle man über solche Elemente vor allem jüngere Zielgruppen ansprechen.

Monets Garten in Stuttgart: 360-Grad-Kino zeigt biografische Passagen des Künstlers

Nachdem die Besucher im Bereich „Atelier“ und „Garten“ bereits einiges über das Leben des Künstlers erfahren haben, ihre eigenen Seerosen bemalen sowie in die Gemälde eintauchen konnten, erhalten sie in einem 360-Grad-Kino nochmals eine Zusammenfassung zum Leben des Künstlers. In Sitzsäcken liegend kann man die 45 Minuten lange Rundum-Show bequem verfolgen. Durch die Abwechslung von biografischen Passagen, farbenfrohen animierten Kunstwerken sowie Licht, Schatten und Musik ist der Film äußerst kurzweilig.

Monets Garten in Stuttgart: Alle Infos zur Ausstellung

Zeitraum: 1. Dezember 2022 bis 23. Februar 2023

Veranstaltungsort: Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Mercedesstraße 69, Stuttgart

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 10 bis 21 Uhr

Sonderöffnungszeiten: 24.12.2022: 10 bis 15 Uhr, 25.12.2022: 14 bis 21 Uhr, 26.12.2022: 10 bis 21 Uhr, 31.12.2022: 10 bis 15 Uhr, 1.1.2023: 12 bis 21 Uhr.

Zeit-Slots: Die Tickets können immer für ein 30-minütiges Einlasszeitfenster gebucht werden. Die Besuchszeit ist unbegrenzt.

Weitere Infos und Eintrittspreise finden sich unter www.monets-garten.de.

Das Schöne an der Ausstellung: Man kann sich einfach treiben lassen. Weder wird man mit zu vielen Informationen überfordert, noch entsteht zwischendurch Langeweile durch Monotonie. Wer will, kann seinen Besuch von Anfang an aktiv gestalten, kreativ werden und auch an Social-Media-tauglichen Fotomotiven mangelt es nicht. Im Gegensatz zu einer klassischen Kunstausstellung, die ja eher statisch ist, befindet man sich hier in einem angenehmen Flow, der einen behutsam an die Kunst heranführt und Menschen unabhängig von ihrem Alter oder kulturellem Bildungsstand abholt. Die alte Dame mit Rollator, die Familie mit Kinderwagen oder das Pärchen im Teenageralter: Sie alle haben ihren Weg hierher gefunden und verweilen fasziniert vor den bewegten Bildern. Wenn der Künstler sehen könnte, wie seine Werke heute noch Menschen erfreuen und zusammenbringen - es würde ihn sicherlich sehr freuen.

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