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Ministerin Hoffmeister-Kraut: „Haben ein enormes Potenzial an mutigen und unternehmerischen Frauen im Land“

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Von: Franziska Vystrcil

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Baedn-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut
Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut setzt sich dafür ein, mehr Frauen für Unternehmensgründungen zu begeistern. © Martin Stollberg/Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Es braucht mehr weiblich geführte Start-ups, sagt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. BW24 hat mit ihr über die Thematik gesprochen.

Stuttgart - Baden-Württemberg brüstet sich damit, das Bundesland der Ideen und Erfindungen zu sein. Und das zu Recht: Bundesweit zählt das Land zu den innovativsten und gründerfreundlichsten Regionen Deutschlands. „Baden-Württemberg gilt nicht ohne Grund als Land der Tüftlerinnen und Tüftler“, sagt auch Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin Baden-Württembergs, im Gespräch mit BW24.

Das Event „Start-up BW Night“ bietet jungen Unternehmen eine Plattform, auf der sie sich vorstellen und mit anderen austauschen können. Die Veranstaltung findet jährlich im großen Rahmen am Börsenplatz in Stuttgart statt. Mehr als 50 Start-ups kommen hierfür zusammen. Auch immer mehr Gründerinnen nutzen die Gelegenheit, ihr Unternehmen in die Welt zu tragen. Zur Freude von Nicole Hoffmeister-Kraut. BW24 hat mit der CDU-Politikerin über Frauen in der Start-up-Szene gesprochen.

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut: „Unser Land braucht den Ideenreichtum und die Kreativität“

Tatsächlich stieg die Zahl der weiblich geführten und gegründeten Start-ups 2021 an. Doch die Zahl ist immer noch erschreckend niedrig. „Der Deutsche Start-up Monitor spricht inzwischen von 17,7 Prozent Frauen in den Gründungsteams. Wir sind also auf dem richtigen Weg“, sagt Nicole Hoffmeister-Kraut. Den Grund für die gestiegenen Zahlen kann die Ministerin allerdings nur mutmaßen. „Das kann natürlich einerseits auf zurückgestellte Gründungsvorhaben im Zuge der Corona-Pandemie zurückgeführt werden. Andererseits ist es aber ein Indiz dafür, dass das Interesse am Gründen bei Frauen zunimmt“, sagt sie.

Gründerinnen haben mit einigen Herausforderungen zu kämpfen, angefangen mit der Sozialversicherungs- und Steuergesetzgebung in Deutschland.

Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg.

Eine Steigerung der Frauenquote liegt auch der Landesregierung am Herzen. Mit der Kampagne „Start-up BW Women“ sollen Gründerinnen in ihrem Vorhaben unterstützt werden. „Die Zahlen zeigen, dass unsere Angebote gut angenommen werden und in innovative Gründungsvorhaben münden“, sagt die Ministerin stolz.

Sollten mehr Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen? „Unbedingt! Unser Land braucht den Ideenreichtum und die Kreativität der am besten qualifizierten Frauengeneration aller Zeiten. Denn Frauen erkennen frühzeitig zukünftige Trends, haben ein hohes Verantwortungsbewusstsein und verbinden digitale Innovationen. Sie verlassen tradierte Wege und erschließen neue Anwendungsfelder und Dienstleistungen“, so Hoffmeister-Kraut.

Ministerin appelliert für mehr Gründungen durch Frauen: „Bisher zu wenig ausgeschöpft“

Bei den weiblichen Unternehmensgründungen seien alle Geschäftsfelder abgedeckt. „Klassische Gründungen mit kreativen Ansätzen und eine große Branchenvielfalt sind ebenso vertreten wie Hightech-Start-ups“, berichtet Nicole Hoffmeister-Kraut. „Wir haben ein enormes Potenzial an mutigen und unternehmerischen Frauen in Baden-Württemberg, denen der eigene Betrieb attraktive Karriere-Chancen bietet.“ Doch sie betont auch: „Bisher wird es aber noch zu wenig ausgeschöpft.“

Ein Hindernis: noch immer seien viele Konzepte vor allem auf Gründungen von Männern ausgelegt. „Gründerinnen haben mit einigen Herausforderungen zu kämpfen, angefangen mit der Sozialversicherungs- und Steuergesetzgebung in Deutschland“, erklärt Hoffmeister-Kraut. „Diese ist immer noch auf den männlichen „Familienernährer“ zugeschnitten.“ Das hat Gründerin Sandra Herrmann nicht abgeschreckt: Die Baden-Württembergerin hat ihren Management-Job bei Daimler aufgegeben, um ihr Start-up „foodtprint“ zu starten.

Auch bei der Finanzierung ziehen Frauen oftmals den Kürzeren. „Verschiedene Studien konnten bereits nachweisen, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. So fragen beispielsweise Investoren Start-ups von Männern nach den Chancen und frauengeführte Start-ups nach den Risiken. Hier muss dringend ein Umdenken stattfinden“, fordert die Politikerin. Mit der Landeskampagne „Start-up BW“ will Nicole Hoffmeister-Kraut dafür kämpfen, dass Frauen bei Unternehmungsgründungen die gleichen Chancen wie Männer erhalten.

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